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12.02.2009
 

Neustart für kostenlose Musik-Downloads

Qtrax versucht's noch einmal

Nach einem grandiosen Fehlstart vor einem Jahr wagt der Musikdienst Qtrax jetzt einen zweiten Versuch, will kostenlos und doch legal Musik zum Herunterladen anbieten. Vier große Labels sollen ihre Zustimmung gegeben haben.

Als Qtrax Ende Januar 2008 ankündigte, Musikdownloads kostenlos und legal anbieten zu wollen, war die Freude zunächst groß. Die vier großen Musikkonzerne Universal Music, Warner Music, Sony BMG und EMI hätten sich zu dem neuen Download-Dienst bekannt, hieß es damals. Mit einer Betaversion sollte der Dienst eingeführt werden, im Laufe des Jahres den Regelbetrieb aufnehmen. Werbung sollte für die nötigen Einnahmen sorgen.

Doch aus dem Musik-Wunderland wurde nichts. Kurz nachdem Qtrax-Chef Allan Klepfisz auf der Musikmesse Midem sein neues Angebot verkündet hatte, dementierten drei der vier angeblichen vertraglich verpflichteten Plattenfirmen, irgendetwas unterschrieben zu haben. Aus dem Schnellstart wurde nichts, Qtrax wurde wieder auf Eis gelegt - bis jetzt.

Am Mittwoch habe nun wirklich das letzte der vier großen Labels, Warner Music, unterschrieben, meldet Associated Press. Nun soll das Musikportal tatsächlich in Betrieb gehen. Für den kommenden Monat sei ein Neustart geplant. Und der soll offenbar von einer kräftigen Medienkampagne begleitet werden. "Jetzt wollen wir richtig Lärm machen", sagt Klepfisz.

Kostenlos, aber nicht frei

Tatsächlich sollen Anwender sich Musik von Qtrax kostenlos herunterladen können. Auf ein Rechteschutzsystem, ein sogenanntes DRM, verzichtet der Dienst dennoch nicht. Inwieweit dieses auch einen Kopierschutz darstellt, ist derzeit noch unklar. Zumindest aber sollen Qtrax-Nutzer die Musik auf ihren PC laden und auf mobile Geräte kopieren können.

Als Vehikel verwendet Qtrax dabei Microsofts Mediaplayer 11 samt DRM-Update. Das legt die Vermutung nahe, dass Qtrax-Musik nur auf Playern abspielbar sein wird, die sich an Microsoft-Kopierschutzvorgaben halten. Geräte wie Apples iPods wären damit außen vor. Ohnehin ist der Dienst in seiner jetzigen Version nicht von Macs oder Linux-PCs aus nutzbar, da Windows als Grundvoraussetzung gilt.

Das DRM soll zudem genutzt werden, um festzustellen welche Songs wie oft angehört werden. Nutzer sind verpflichtet, die Daten ihrer Mobilgeräte mindestens einmal pro Monat mit Qtrax abzugleichen, sonst wird ihr Nutzerkonto gesperrt. Die so gesammelten Statistiken dienen dazu, die Labels und Künstler der Nutzung ihrer Titel entsprechend zu entlohnen.

Über mögliche regionale Beschränkungen, also, ob Qtrax vorerst möglicherweise nur in den USA nutzbar ist, liegen noch keine Informationen vor.

mak

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