Von Konrad Lischka
An dem Tag, als der Verlag Condé Nast sein deutsches Prestige-Magazin "Vanity Fair" einstellte, waren die Aktien der "New York Times" auf einem neuen Tiefstand. Ein Anteilsschein der renommiertesten Tageszeitung der Welt kostete am Mittwoch 13 Cents weniger als die Sonntagsausgabe des Blatts, die für vier US-Dollar verkauft wird. Die Anzeigeneinnahmen brechen weg, die Presse ist in einer Krise, die in den USA existenzbedrohende Ausmaße angenommen hat.
Der Tenor vieler Leserbriefe und -kommentare zu diesen Meldungen: Na und?
Wie schlecht das Ansehen der Presse ist, illustriert dieser Satz aus einer Leser-E-Mail zum Artikel " Zeitung als Shareware?": "Jetzt kommt die Quittung. Alles Alte verschwindet. Tageszeitungen gehören dazu wie fossile Autos. Einfach weg."
Bemerkenswert bei diesen Kommentaren ist, dass die Ablehnung sich nicht gegen spezielle Produkte oder Vertriebsformen richtet. Die leidige Print-Online-Debatte ist für die Leser gar nicht relevant - sie halten die traditionellen Medien insgesamt für überholt. Abfällig äußern sich Leser über "Mammutverlage", Produkte, die "halt für die Massen produziert" werden und Medienmacher, die sie für "abgehoben und arrogant" halten.
Einmal angenommen, es käme so. Einmal angenommen, die Massenpresse würde einfach verschwinden - wie könnte der Alltag in so einer Gesellschaft aussehen? Drei Gedanken zur Welt ohne Massenpresse.
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ich möchte auf presse-infos nicht verzichten: themen, die mit sachverstand und handwerklichem können bearbeitet werden. wo jemand, der die zeit und das knowhow hat, sich mit seinem thema auseinandersetzt. aber die inhalte [...] mehr...
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Presse ist zum Glück nicht dasselbe wie Zeitungen, Zeitschriften und Magazine. Die sind ein Teil davon, aber die Presse (und damit die Demokratie) mag auch noch existeiren es auch noch wenn der Spiegel, Focus, Bild oder [...] mehr...
Es gibt nur noch Oberflächenvorgänge, hinter denen nichts mehr vorgeht. Das ist das Neue: die Substanz hat sich verbraucht. “Ohne Substanz gibt es keine Literatur mehr". Die Reduzierung verwickelter Realitäten auf einfache [...] mehr...
Eine Welt ohne Presse wäre eine ohne Demokratie. Wir würden in die Barbarei verfallen. Jeder Fortschritt nimmt seinen Weg über das Wort und die Schrift. Auch das Buch oder die Zeitung wird durch das Internet nicht ersetzbar sein. [...] mehr...
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