Von Felix Knoke
Wer allzu lange bei Twitter, Facebook, MySpace und in all den anderen sozialen Netzwerken herumhängt, spielt mit seinem Leben. Zu diesem Schluss kommt zumindest Aric Sigman, Autor einer Studie, die kürzlich das Journal des British Institute of Biology, der "Biologist", veröffentlichte.
In dem Text mit dem Titel "Die biologischen Auswirkungen 'Sozialer Netzwerke'" (PDF-Datei, 242 KB) erklärt Sigman, dass moderne Technik die Menschen seiner Ansicht nach zunehmend in die Isolation treibt. Seine Schlussfolgerung: Isolation führe oft zu Einsamkeit und Einsamkeit mache krank. Krebs, Demenz, Herzkrankheiten, Diabetes, Entzündungen, Arthritis, Lupus, auch Erkältungen seien die Folge.
"The Register" legt den Online-Lesern deswegen nahe: Vergiss den nächsten Tweet, verschiebe die Politurarbeiten am LinkedIn-Profil, verlege das Facebook-Update und geh raus, umarme jemanden. Du wirst länger leben.
Beginnen Spammer zu lernen?
Das Heise-Magazin "iX" hat eine E-Mail-Anomalie beobachtet: Spammer meiden offenbar zunehmend E-Mail-Dienste, die Spam-Nachrichten quasi an der Eingangstür ablehnen. Bei E-Mail-Anbietern, die Spam zunächst zulassen und nach Erhalt auf unzulässige Werbung kontrollieren, herrsche dagegen Hochbetrieb. Diese Zweiteilung bestätige auch der Filter-Dienstleister Antispameurope. Seit Mitte November reagieren Spammer offenbar darauf, ob ihr Werbemüll angenommen wird oder nicht.
Über das wahre Ausmaß des Spam-Aufkommens streiten sich die Experten: Manche Betreiber von Mail-Servern berichten von einem wenig drastischen Spam-Einbruch seit der Abschaltung des Hosters McColo Mitte November 2008. Bei McColo standen angeblich mehrere Botnet-Masterserver, von denen bis zu 50 Prozent der weltweiten Spammails verschickt und koordiniert wurden. McColo wurde nach Recherchen von Journalisten und Sicherheitsunternehmen einfach aus dem Netz geworfen. Im Heise.de-Forum ist nun eine erhitzte Diskussion ausgebrochen, was es wohl wirklich mit den aktuellen Spam-Schwankungen auf sich hat - und warum einfache Filter keine Lösung gegen das Problem mit dem unerwünschten Werbemüll sind.
Last.fm dementiert Zusammenarbeit mit RIAA
Das Last.fm-Dementi kam prompt: Wir haben niemals so eine Anfrage bekommen und hätten wir, dann wären wir nicht darauf eingegangen. Was war passiert? Gut eine Woche vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin stellten Mitarbeiter des Plattenlabels Universal das neuen U2-Album als digitalen Download ins Netz. Nutzer verbreiteten die Songs per Filesharing weiter. Die Posse kann als Riesenpanne oder als PR-Gag gesehen werden.
Weniger zweideutig war das Gerücht, die für ihre sture Verfolgung von Musikpiraten bekannte Tonträgerorganisation RIAA habe beim Musikdienst Last.fm um Daten von Nutzern gebeten, die das U2-Album bereits zu Hause auf ihrem Rechner hören. Darüber könnte Last.fm tatsächlich Auskunft geben: Wann welcher Nutzer der sogenannten Scrobble-Funktion gerade welches Lied hört.
Klar, dass sich dieses Gerücht schnell verbreitete. Da wurde wohl vielen Last.fm-Nutzern auf einen Schlag bewusst, welche Schattenseiten die hellsten Netzanwendungen haben könnten. Wenigstens in diesem Fall war die Panik aber umsonst. Last.fm versicherte: Wir geben zwar anonyme Nutzungsstatistiken weiter, kämen aber niemals auf die Idee, darin auch Nutzer zu identifizieren. Auch die RIAA trat mittlerweile dem Musikdienst zur Seite: Last.fm hat uns keine Daten über die unerlaubte Weiterverbreitung des frühzeitig veröffentlichten U2-Albums gegeben, teilte die Lobbyorganisation mit.
Hinweis: Last.fm ist ein Kooperationspartner von SPIEGEL ONLINE.
EU erwägt, Internet-Telefoni e abzuhören
Die europäische Justizbehörde Eurojust (Europäische Einheit für justizielle Zusammenarbeit) denkt laut über die Überwachung von Internet-Telefonie nach. Die treibende Kraft hinter der am Freitag angekündigten EU-weiten Machbarkeitsstudie ist Italien. Die italienische Regierung hat laut "Cnet" Befürchtungen geäußert, dass organisierte Kriminelle, Waffen- und Drogenschmuggler traditionelle Telefonnetze zunehmend meiden und auf die als abhörsicher geltenden Internet-Telefonie-Dienste, zum Beispiel Skype, wechseln. "Die Möglichkeit, Internet-Telefonie abzuhören, wäre ein entscheidendes Werkzeug im Kampf gegen internationale organisierte Kriminalität in Europa und darüber hinaus," sagte Carmen Manfredda, italienisches Eurojust-Mitglied in einem Statement.
Skype gab derweil bei ZDNet UK bekannt, dass das Unternehmen "eine umfangreiche Erklärung über das hauseigene Strafverfolgungsprogramm" an Eurojust übereben habe. Das Unternehmen wies Presseberichte zurück, wonach es die Zusammenarbeit mit den Behörden verweigert habe und gab an, dass es mit Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeite, soweit das juristisch und technisch möglich sei.
Hacker greifen Xbox-Spieler an
Bösartige Hacker greifen einem Bericht von "BBC News" zufolge das "Xbox Live"-Netzwerk an, verkaufen ihre düsteren Dienste an schlechte Verlierer im Online-Spiel-Netzwerk. Die Angreifer organisieren ein Botnet, mit dessen Hilfe die Internet-Verbindung einzelner Spieler und ihrer Xbox-Konsolen in die Knie gezwungen werden können.
Microsoft beobachtet einen Anstieg dieser Distributed Denial-Of-Service-Attacken. Die können so gut funktionieren, weil der Datenaustausch bei Xbox-Live-Spielen nicht von Microsoft-Servern geregelt wird, sondern von den Spielkonsolen selbst. Andere Netzspieler können an die IP-Adresse anderer Spieler kommen, diese Adresse per Datenflut lahmlegen und ihren Gegner so ausschalten. Microsoft bleibt da erst mal nicht viel mehr übrig als zu drohen: Wer sich nach einer Niederlage mit einem gekauften Hackangriff an seinem Spiel-Widersacher rächt, wird aus dem Netz geworfen.
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