Von Konrad Lischka
Google hat es erkannt und Facebook vorgemacht: Wenn soziale Netzwerke es ihren Mitgliedern ermöglichen, ihre Daten (Freunde, Kommentare, Vorlieben und Bewertungen) auch bei anderen Anbietern zu nutzen, steigt die Anziehungskraft. Wenn man es dann noch Entwicklern ermöglicht, diese Daten über eine Schnittstelle und offene Standards für eigene Anwendungen zu nutzen, wächst die Nutzung eines Netzwerks rasant.
Aus dieser Entwicklung haben die Anbieter von Online-Musik nichts gelernt. Wer viel Musik hört, kommt nicht umhin, in iTunes, auf LastFM, bei Spotify und vielleicht noch ein paar anderen obskuren Diensten Playlisten und Lieblingslieder zu haben.
Vernetzen, übertragen, synchronisieren kann man all die Entdeckungen und Vorlieben kaum. iTunes-Favoriten oder Abspiellisten bei LastFM oder Spotify importieren? Spotify-Playlists bei iTunes oder LastFM einbinden? Alle Nutzungsgewohnheiten an einem Ort im Web sammeln, vielleicht sogar mit einem Hinweis darauf, wo man diesen wunderbaren Song nun eigentlich gehört hat und hören kann? Unmöglich.
Das muss man natürlich den Online-Anbietern anlasten. Es ist absurd, dass LastFM es zum Beispiel bis heute nicht geschafft hat, dass man über sein Adressbuch bei Google Mail oder Facebook Freunde auf LastFM finden kann. Dabei ist gerade LastFM wie kein anderer Online-Musik-Anbieter auf die Schwarmintelligenz und Vernetzung der Mitglieder angewiesen.
Andererseits hätte gerade die Musikindustrie ein Interesse an einem offenen Standard zur Übertragung von Nutzungsdaten zwischen den unterschiedlichen Anbietern von Online-Musik. Und die Musikindustrie hätte das ideale Druckmittel zur Durchsetzung eines solchen Standards: Wenn man Anbieter dazu zwingen kann, in Norwegen andere Songs in anderen Preismodellen zu verkaufen als in Deutschland, wäre es wohl ein leichtes, bei Lizenzverträgen nebenbei einen offenen Standard durchzusetzen wie es Google zum Beispiel mit Opensocial versucht.
Nur ist auf diese Idee offenbar bislang niemand gekommen.
Auf anderen Social Networks posten:
Die "wenigen Abstriche" finde ich nicht unerheblich. Mit Napster Light kann man Songs nur im WMA-DRM9-Format herunterladen, und Napster To Go scheint nicht mit dem MP3-Player meines Vertrauens (iPod Classic 160GB) [...] mehr...
... als Nachhilfe für die Musikindustrie. In welcher Parallelwelt lebt der Autor denn? Immer hübsch dem Ur-Napster hinterherjammern, aber den neuen Napsterservice gar nicht erwähnen... nuja, dann wär ja auch das Geschichtlein [...] mehr...
Um dem ganzen Download-Gejammere ein Ende zu bereiten: ☛ Medienabgabe (5,– € je PC/MP3-Player weltweit) und sorgenfreier Musikgenuss wäre kein Thema mehr. Da all diese Spielzeuge auch mal kaputtgehen fallen auch ständig [...] mehr...
Die Industrie und ihre Helfer, verkaufen euch für dumm, sie servieren und ihre rührt die Scheiße um, ich brauch sie nicht und ich hab sie nie gebraucht, ich scheiß auf MTV und auf die andern Sender auch! Feige und [...] mehr...
Allerdings, fehlt dann wieder die "optionale" freie Nutzung auch für MP3-player etc. Sobald hier irgendwelche DRM-Mechanismen (Cd-Kopierschutz) eingebaut sind, ist man wieder mit einem Fuß im Knast. im ürbigen [...] mehr...
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