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19.03.2009
 

Jahresbericht US-Medien

Internet überholt Zeitungen

Das Forschungsinstitut Pew hat einen düsteren Jahresbericht zur Lage der US-Medien vorgelegt. Zehn Prozent der Stellen wurden 2008 gestrichen, und noch immer trennen sich die Verlage nicht von ihren längst überholten Geschäftsmodellen. Das Internet aber gewinnt stetig an Bedeutung.

Kein Tag ohne neue Hiobsbotschaft vom US-Zeitungsmarkt. Der aktuelle Jahresbericht des Pew-Forschungsinstituts bestätigt die schlechte Lage der US-Medien. Zehn Prozent der festangestellten Journalisten verloren 2008 ihren Job. In konkreten Zahlen heißt das: Anfang 2009 gab es in den USA 5000 journalistische Arbeitsplätze weniger als Anfang 2008. Und die Wirtschaftskrise könnte 2009 zum "düstersten Jahr" für die Branche machen, so die Prognose der Experten.

Düsterer Jahresbericht: Das angesehene Pew-Institut bestätigt den Abwärtstrend der US-Zeitungen
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AP

Düsterer Jahresbericht: Das angesehene Pew-Institut bestätigt den Abwärtstrend der US-Zeitungen

Das wohl augenfälligste Ergebnis der Studie aber ist: Im Jahr 2008 informierten sich erstmals mehr US-Amerikaner über das Internet als mit Hilfe gedruckter Zeitungen. Wegen der Rezession und der wachsenden Nutzung des Internets als Nachrichtenquelle bleibt den Verlagen "immer weniger Zeit, ... ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln und die finanzielle Zukunft zu sichern", schreiben die Medienwissenschaftler.

Einmal im Jahr legt das renommierte Pew-Institut einen Bericht zur Lage der Medien in den Vereinigten Staaten vor. Bereits im Vorjahr verloren die US-Zeitungen demnach 2,5 Prozent ihrer Auflage. 2008 sank sie um 4,6 Prozent auf eine Gesamtauflage von rund 48 Millionen.

Der starke Zuwachs der Online-Medien - knapp ein Viertel mehr Amerikaner informierte sich im vergangenen Jahr auf den 50 wichtigsten Nachrichtenseiten - kann die Verluste im Printbereich nicht aufwiegen. Die Erlöse im Web sind auch 2008 kaum gestiegen. Obwohl den US-Bürgern Nachrichten weiterhin wichtig sind - immer weniger Menschen wollen für ihre Informationen bezahlen.

Auch Zeitschriften, Radio und die lokalen Fernsehsender in den USA mussten 2008 Einbußen hinnehmen. Gewonnen haben neben den Internet-Anbietern vor allem die großen Nachrichtensender wie CNN, MSNBC und Fox News. Deren Zuschauerzahl stieg im Wahljahr 2008 um 38 Prozent, auch die Gewinne legten um 33 Prozent zu.

Wegen der Rezession und der wachsenden Nutzung des Internets als Nachrichtenquelle bleibe den Verlagen immer weniger Zeit, die finanzielle Zukunft zu sichern, schreiben die Medienforscher. Noch gebe es kein Konzept, um die Krise zu meistern, es dominiere nach wie vor das "Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts".

Allerdings warnen sie davor, von einem Sterben des traditionellen Journalismus zu sprechen. Die US-Zeitungswirtschaft habe 2008 etwa 38 Milliarden Dollar umgesetzt, wobei die Verlage noch immer meist gute Profite erwirtschaftet hätten. Die Gewinne der Zeitungshäuser seien aber um 14 Prozent niedriger als 2007 und 23 Prozent geringer als ein weiteres Jahr zuvor.

can/dpa

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