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05.04.2009
 

Google-Suchergebnisse

Hirn schlägt Maschine

Von Holger Dambeck

2. Teil: Steckt Google in der SEO-Sackgasse?

Bei Google selbst findet man das nicht einmal verwerflich. "Sie fahren ihr Auto doch auch regelmäßig in die Werkstatt und zur Waschanlage", lautet die Argumentation für SEO. Guter Inhalt allein reicht eben nicht aus, um von Google für wichtig genommen zu werden. Wer gefunden werden will, muss sich den Google-Algorithmen fügen. Das Ziel, Relevanz mit Formeln zu messen, gerät so freilich in den Hintergrund.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass Google immer wieder gegen allzu dreiste Manipulationen vorgeht. Seit Ende 2007 wird beispielsweise exzessives Verlinken bestraft. Seiten, die offenbar viel Geld mit dem Setzen von Links gemacht haben oder massenhaft Links getauscht haben, wurden drastisch heruntergestuft. Indirekt betroffen waren unter anderem zeit.de (Wochenzeitung "Die Zeit") und washingtonpost.com, deren Rankings quasi über Nacht von 8 beziehungsweise 7 auf 5 schrumpften.

Zudem ändert Google seine Algorithmen immer wieder, um die Trefferlisten zu verbessern. Doch die SEO-Anbieter sehen dem nicht tatenlos zu - im Gegenteil. Sie reagieren äußerst schnell und passen die von ihnen betreuten Web-Seiten umgehend an. So gleicht das Ganze einem Katz- und Mausspiel.

Generell stellt sich die Frage, ob Algorithmen wirklich der beste Weg sind, um Relevanz zu ermitteln. Anders gefragt: Steckt Google in einer Art SEO-Sackgasse?

Dass es auch anders geht, zeigt unter anderem Wikipedia. In der Regel ist die Mitmach-Enzyklopädie ohnehin der erste Google-Treffer, wenn man nach einem einzelnen Begriff wie "Atombombe" oder "Einstein" sucht. Die Qualität der Wikipedia-Texte ist nicht immer die Beste. Und auch hier hat es bekanntlich schon Manipulationen gegeben. Unter vielen Artikeln finden sich jedoch Listen von Belegen - meist als Link zu externen Quellen. Wenn diese gut ausgewählt sind, was oft der Fall ist, dann helfen diese Links mehr als eine Trefferliste von Google zum gleichen Thema.

Warum? Weil die Links von Menschen bewusst ausgewählt wurden - und nicht von einem Algorithmus, der alle möglichen SEO-Tricks mit berücksichtigen will. Der gute alte, handgemachte Web-Katalog erlebt so ein unverhofftes Comeback - vor allem, wenn er von Tausenden Surfern erstellt und permanent verbessert wird wie bei Wikipedia.

Die Idee, das Urteilsvermögen des Menschen stärker zu nutzen, findet immer mehr Anhänger. Die neue Suchmaschine Mahalo geht beispielsweise diesen Weg. Und auch Wikia Search, gegründet von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, setzte darauf, dass Menschen Suchergebnisse verbessern, indem sie zum Beispiel fehlende Treffer ergänzen. Der Dienst scheiterte jedoch nach Aussage von Gründer Jimmy Wales an Finanzierungsengpässen in der Wirtschaftskrise und soll nicht weiter gepflegt werden: Das Projekt gilt als beendet.

Doch auch Google hat ein Experiment in dieser Richtung gestartet. Bei SearchWiki aus den Google Labs können Surfer Treffer in der Ergebnisliste umsortieren oder ganz löschen. Die Idee: Was von Vielen als irrelevant aussortiert wird, kann kaum wichtig sein.

So lernt die eigentlich allwissende Suchmaschine vom Menschen. Das ist ein guter Anfang.

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insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
06.04.2009 von tl-hd: ...

Und das ist auch gut so. Es klingt zwar auf den ersten Blick unfair, sich die Links auf die eigene Seite zunutze zu machen und gleichzeitig ausgehende Links mit "no follow" zu kennzeichnen, aber würden Wikipedia-Links [...] mehr...

06.04.2009 von spikher: Wikipedia

Wikipedia nutzt das System der "no follow tags". D. h. wer dort verlinkt ist, kommt nicht in den Genuss eines verbesserten Rankings. Es wird absichtlich unterdrückt. Umgekehrt macht sich Wikipedia die freundliche Haltung [...] mehr...

06.04.2009 von tl-hd: google-bashing?

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass der Artikel nur geschrieben wurde, um Google herunterzumachen. Damit will ich nicht sagen, dass alles an Google gut ist. Aber viele der angesprochenen Probleme liegen nicht allein bei Google und [...] mehr...

06.04.2009 von robert99: Google, nein Danke.

Der Artikel greift doch nicht die SEOs an. Was soll diese Sensibilität? Es wird schlicht festgestellt, dass google seine Gewichtung immer stärker weg von Service hin zum Geldverdienen lenkt. Das Google mit über 90% bestimmt wer [...] mehr...

06.04.2009 von GM64: Wikipedia und Google sind nur bedingt zuverlässig

Aber dafür braucht man keinen Artikel, das merkt man schnell. Schon seit vielen Jahren. In die Wikipedia schreiben nur gewisse Leute und die haben alle eine Weltanschauung die in den Artikeln dann ausgebreitet wird. Man muss da [...] mehr...

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