Von Richard Meusers
Bislang war Apples Musikladen iTunes für sein einfaches Preismodell bekannt - jeder Song kostet 99 Cent.
Die Musikindustrie stänkerte seit Jahren gegen dieses aus ihrer Sicht unflexible Preismodell. Einheitspreise sind tatsächlich sowohl für die Industrie, als auch für die Kunden von Nachteil. Die Industrie kann für aktuelle Premiumware keinen Aufpreis nehmen, während der Kunde alte Schätzchen aus dem Archiv nicht zum Sonderpreis bekommt - "Nice Price" gab es online nicht. So manches Wühltisch-Album ging online für den mehrfachen Preis der Resteverwertungs-CD über den virtuellen Ladentresen - oder eben darum auch nicht.
Im Januar gab Apple nach: Die vier großen Musikkonzerne dürfen Songs zu 0,69, 0,99 oder 1,29 US-Dollar verkaufen - respektive Euro, denn der Apple-Wechselkurs ist ja meist 1:1 .
Im Januar versprach Apple-Boss Schiller noch, es werde mehr Lieder für 0,69 Dollar denn für 1,29 Dollar geben. Danach sieht es allerdings derzeit im US-iTunes-Laden nicht aus: Viele beliebte Musiktitel kosten 1,29 Dollar. Und laut CNet zog Amazon schon bei einigen Preisen nach - aufwärts.
| Überblick: Deutsche Kaufmusik-Angebote | |||||
| Angebot | iTunes | Amazon.de | Musicload | Saturn | Napster** |
| große Labels im Angebot | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG | EMI, Universal Music, Warner, SonyBMG |
| verfügbare Songs insgesamt | > 10 Mio. | 5 Mio. | 6,5 Mio. | 5 Mio. | 7 Mio. |
| Dateiformat | AAC | MP3 | MP3 | MP3 | derzeit WMA mit DRM |
| Songs mit DRM | -* | - | - | - | derzeit alle, komplette Umstellung auf MP3 für 2009 geplant |
| Songs ohne DRM | komplett | 5 Mio. | komplett | komplett | s.o. |
| Preis Song | 0,69 - 1,29 Euro | 0,68 bs 0,99 | 0,79 bis 1,99 Euro | 0,99 | 0,99 |
| Preis Album | Preise von 4,99 bis 25,99 Euro | Preise von 4,99 bis 185 | 6,95 bis 14,95 Euro | 9,99 | ab 9,95 |
*iTunes-Titel sollen nach Apple-Angaben seit April 2009 komplett DRM-frei herunterladbar sein ** gilt für das Download-Angebot "light" Quelle: Herstellerangaben, eigene Recherche Stand: April 2009 |
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Musik-Downloadmarkt wächst 2008 um ein Drittel
Elf Millionen Deutsche haben schon einmal Musik im Internet gekauft. Damit bestellt jeder vierte Internetnutzer online Musik-CDs und -DVDs oder lädt Lieder herunter, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom ergab. Am beliebtesten ist der Musikkauf demnach bei den 30- bis 49-Jährigen, von denen laut Umfrage fast ein Drittel im Internet Musik gekauft hat. Beliebt sei diese Möglichkeit auch bei den surfenden Senioren: Ein Viertel der Rentner mit Internetzugang kaufte laut Bitkom online CDs oder lud Musik herunter.
Mit 19 Prozent kaufen junge Menschen bis 29 Jahre Musik am wenigsten Musik im Internet. "Jugendliche nutzen offenkundig mehr Privatkopien oder Tauschbörsen", interpretierte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg die Ergebnisse. Es müsse gelingen, einen Bewusstseinswandel hin zu ausschließlich legalen Angeboten zu erreichen, forderte er. Dies werde aber durch sinkende Preise unterstützt: Der Download einer Single koste derzeit im Durchschnitt 1,10 Euro.
Der deutsche Markt für Musik-Downloads auf Computer wuchs 2008 laut Bitkom um ein Drittel auf 80 Millionen Euro. Zweistellig gewachsen sei zudem das mobile Herunterladen von einzelnen Liedern und ganzen Alben auf Handys, ergab eine weitere Studie der GfK im Auftrag von Bitkom. Die Anbieter setzten mit den Handy-Downloads demnach - ohne herkömmliche Klingeltöne - im vergangenen Jahr 8,8 Millionen Euro um.
lis/AFP
Time Warner trennt sich von AOL
Der amerikanische Medienkonzern Time Warner ist seinem Ziel, den maroden Bremsklotz AOL loszuwerden, einen Schritt nähergekommen. Um sich von der verlustbringenden Intersparte zu trennen, sollen die Auflagen gelockert werden, die das bisher verhinderten. Diese Lockerung ist durch die Abspaltung der einstigen Kabeltochter Time Warner Cable wahrscheinlicher geworden, nun müssen die Hauptanteilseigner nur noch grünes Licht geben.
Wikipedia bald mit Kartenmaterial von OpenStreetMap
Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird zukünftig zur Illustration ihrer Artikel auf Kartenmaterial setzen, das vom OpenStreetMap-Projekt (OSM) zugeliefert werden soll. Dabei werden die entsprechenden Daten unter eine Creative Commons-Lizenz gestellt, damit sind sie öffentlich frei verfügbar. "OSM stellt nicht nur die Karten, sondern gleich die zugrundeliegenden Geodaten frei zur Verfügung", wird Wikimedia-Vorstandsmitglied Tim Bartel von "Winfuture" zitiert. Um das neue Datenmaterial auch entsprechend verarbeiten zu können, wird jetzt eigens für 15.000 Euro ein Kartenserver eingerichtet.
USA: Anti-Pirateriegesetz doch kein Staatsgeheimnis
Vergangene Woche handelte es sich noch quasi um ein Staatsgeheimnis, dessen Details nicht in die Öffentlichkeit gelangen durften. Nun hat die US-Regierung Einzelheiten über das Anti-Piraterie-Abkommen (ACTA) veröffentlicht. Dabei werden unter anderem die amerikanischen Internet-Provider in die Pflicht genommen. Sie sollen deutliche Schritte zur Abschreckung von Urheberrechtsverletzern unternehmen (Pdf). Immerhin soll es nach wie vor keine eingehenden Grenzkontrollen geben, bei denen Notebooks oder andere Datenträger nach unerlaubten Musik- oder Filmdateien durchstöbert werden. Auf der anderen Seite wird das Abfilmen von Kinopremieren mit deutlich härteren Strafen bedroht. Dafür sind zukünftig Gefängnisstrafen vorgesehen.
Abruzzen-Erdbeben: Spenden auch per SMS
Zu einer besonderen Art der Hilfsmaßnahme haben sich die italienischen Mobilfunker Tim, Vodafone, Wind und 3 Italia zusammengefunden. Ein SMS-Spendenkonto ermöglicht es seit 23 Uhr jedem Italiener, mit einer Kurznachricht an die Nummer 48580 eine Kleinspende von einem Euro zugunsten der Erdbebenopfer zu entrichten. Wer dieselbe Nummer aus dem Festnetz anruft, spendet pro Anruf sogar das Doppelte. Dabei soll der eingenommene Betrag ohne jeden Abzug direkt an den Zivilschutz weitergeleitet werden, der mit den Mitteln Hilfs- und Rettungsmaßnahmen finanzieren soll.
Teurer Spaß Cyberattacken
Cyberattacken sind für das Opfer eine teure Angelegenheit. Wie teuer, offenbarte gestern der amerikanische Luftwaffengeneral Kevin Chilton vom US Strategic Command, als er die Kosten zur Abwehr und Schadensbehebung allein im vergangenen halben Jahr auf 100 Millionen Dollar bezifferte. Dabei reiche die Phalanx der Gegner vom gelangweilten Teenager am Heim-PC bis zu staatlich gelenkten Tätern, die mit ausgeklügelter Technik und einer Menge krimineller Energie zu Werke gingen.
Dungeons & Dragons schlachtet Online-Verkauf
Weil die Download-Versionen des Spieler-Handbuchs als PDF-Dokumente in Tauschbörsen aufgetaucht waren, stoppt D&D-Herausgeber Wizards of the Coast den Online-Verkauf sämtlicher digitaler Produkte. Gleichzeitig stellte das Unternehmen Strafanzeige gegen acht Personen in den USA, Polen und auf den Philippinen wegen des vorgeblichen, illegalen Hochladens des Handbuchs, was zu einem deutlichen Verkaufs- und Umsatzrückgang geführt habe, wie "The Register" berichtet.
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