Von Carsten Görig
Folge dem Pfad, verlasse ihn nicht: Die Anweisungen sind eindeutig. Doch wenn man sie befolgt, verpasst man alles. Denn die Neuinterpretation des Märchens von Rotkäppchen und dem bösen Wolf verlangt, dass man den Wald betritt und erforscht. Das heißt: Eigentlich verlangt sie nichts.
Der Weg bleibt dem Spieler überlassen. Wobei Spieler hier vielleicht das falsche Wort ist. Genau wie Spiel das falsche Wort sein könnte. Denn "The Path" ist etwas, das sich mit diesen Worten nicht mehr fassen lässt: Es ist eine interaktive Erzählung, eine Geschichte, die man sich selbst erzählt. Je nachdem, mit welcher Figur man loszieht, welchen Weg man durch den Wald geht, was man sucht. Das ist spannend.
Gleichzeitig aber unglaublich ernst und prätentiös in seiner düsteren Gothic-Art-Präsentation. Passend dazu tönt die Musik von Jarboe, der ehemaligen Sängerin der Industrialband "Swans". "The Path" will ernstgenommen werden, will, dass man sich an ihm abarbeitet, sich bemüht, sich auf seine Geschwindigkeit einlässt.
Dann kann "The Path" sehr gut funktionieren und neue Wege für interaktive Unterhaltung aufzeigen. Wer einfach nur spielen und sich unterhalten lassen will, ist hier falsch. Dazu ist "The Path" zu speziell und umständlich zu bedienen.
"The Path", von Tale of Tales, Download für PC; 9,99 Dollar unter www.tale-of-tales.com
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