War es ein unvoreingenommener Prozess, der zur Verurteilung der Pirate-Bay-Verantwortlichen führte? Schwedische Medien bezweifeln das. Sie werfen dem Vorsitzenden Richter Tomas Norstörm vor, befangen gewesen zu sein, als er die vier Plattformbetreiber zu je einem Jahr Haft und Schadensersatz in Höhe von insgesamt 2,75 Millionen Euro verurteilte.
Piraten-Prozess: Das Verfahren gegen die Torrent-Plattform steht in der Kritik
Mehrere schwedische Rechtsanwälte gehen laut dem Radiobericht von P3 davon aus, dass sich Norström in einem Interessenkonflikt befand. Sie halten eine Wiederaufnahme des Verfahrens für möglich. Allerdings müssten die Pirate-Bay-Anwälte diesen Hinweis schnell bei Gericht vorbringen. Unabhängig davon haben die Pirate-Bay-Macher Berufung gegen das Urteil eingelegt.
Der Vorwurf gegen den Richter enthält ein gewisses Konfliktpotential. Im Pirate-Bay-Prozess hatte schon ein Schöffe seinen Platz räumen müssen, nachdem bekanntgeworden war, dass er in einer Organisation zum Schutz von Musikrechten engagiert war. Nach den Medienberichten sehen Kritiker den Richter im Verdacht, im Dienste der Anklage gearbeitet zu haben.
Im Internet sind nun erregte Leserkommentare zu finden, in denen von mafiösen Strukturen und Korruption die Rede ist. Richter Norström hält die Aufregung für unbegründet. Er sei bei der Urteilsfindung durch seine Mitgliedschaft in den Organisationen nicht beeinflusst gewesen, sagte er.
tko
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
| alles zum Thema The Pirate Bay | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH