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24.04.2009
 

Neue Funktion bei YouTube

Ich sehe was, was du auch siehst

Mit einer neuen Funktion geht die Videoplattform YouTube einen Schritt in Richtung soziales Netzwerk. Nutzer können mit YouTube in Echtzeit verfolgen, welche Clips ihre Freunde gerade sehen. Um herauszufinden, ob das überhaupt jemand will, testet YouTube den Service mit 100 Auserwählten.

Eine graue Leiste mit einigen Schaltflächen am unteren Rand des Browser-Fensters - Facebook-Mitgliedern ist dieses Navigationselement vertraut. Nun testet es auch Googles Videoableger YouTube in seiner Realtime-Funktion. Diese erinnert nicht nur optisch an das populäre soziale Netzwerk. Das neue Navigationselement lässt sich auch ganz ähnlich nutzen, denn YouTube bewegt sich mit Realtime langsam in Richtung soziales Netzwerk.

Geht ans Netzwerken: Googles Videoableger YouTube testet eine neue Funktion
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DPA

Geht ans Netzwerken: Googles Videoableger YouTube testet eine neue Funktion

Es klingt wenig spektakulär, dass die Realtime-Leiste es zunächst einmal ermöglicht, zu sehen, welche Freunde ebenfalls gerade online und bei dem Videoportal angemeldet sind. "Freunde Online"-Funktionen wie bei Facebook und anderen Netzwerken sowie viele Messenger leisten das gleiche, ohne dass jemand diesen Service noch lobend erwähnt.

Doch Realtime macht YouTube-Nutzer darüber hinaus für ihre Online-Bekannten durchschaubarer. Haben sie erst den "Realtime Sharing"-Button gedrückt, müssen Besucher der Videoplattform damit rechnen, dass ihre Freunde ihren Streifzug durch die Clip-Seiten mitverfolgen. Freunde können dann sehen, welches Filmchen man gerade ansieht, welchem Clip man mit wie vielen Punkten bewertet hat und wo man einen Kommentar hinterlassen hat.

Selbstüberwachung als Service

Viel Transparenz, die vermutlich nicht jeder YouTube-Nutzer dauerhaft hinnehmen möchte. Quasi als Ersatz für eine sogenannte Porno-Taste besteht jederzeit die Möglichkeit, Realtime abzuschalten. Dann protokolliert der Dienst nicht mehr sichtbar mit, was sich gerade über den eigenen Bildschirm bewegt.

Vorerst gibt es nur eine Beta-Version von Realtime, die nicht für jeden Interessierten zum freien Testen verfügbar ist. YouTube setzt darauf, dass Nutzer nur durch persönliche Einladung in den Kreis der Tester gelangen. Im offiziellen Plattform-Blog lobte YouTube-Manager Ryan Junee zunächst 100 Zugänge aus. Sie sollten an die schnellsten Kommentatoren gehen, die mit "Yes! Sign me up" antworteten. Jeder Registrierte sollte danach 25 weitere Freunde einladen dürfen.

Angesichts der Popularität sozialer Netzwerke ist es für YouTube ein wichtiger Schritt, das Netzwerken auf den eigenen Seiten zu stärker. Dank Realtime wird es einfacher, Freunde auf Videos hinzuweisen - und YouTube kann Nutzer enger an sich binden. Musste bislang ein zweiter Kommunikationsweg - E-Mail, eine Nachricht im sozialen Netzwerk oder eine via Messenger übermittelte Botschaft - genutzt werden, um Freunden den Link zu einem Film mitzuteilen, können Bekannte nun auch auf der Plattform sehen, welche Videos ihre Freunde amüsieren.

tko

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