Von Richard Meusers
Facebook plant offenbar, sich externen Entwicklern zu öffnen. Noch am Montag werde das Unternehmen Pläne vorlegen, wann es seine Datenschätze für externe Anwendungen zugänglich machen will. Konkret geht es darum, alle Informationen nutzbar zu machen, die in den Nutzerprofilen und auf den Facebook-Seiten der Nutzer auftauchen: Fotos, Videoclips, Texte, Kommentare, Nachrichten.
Wie das "Wall Street Journal" außerdem berichtet, soll die Nutzung der Daten für die Entwickler kostenlos möglich sein. Facebook hofft, seine Kunden enger an sich binden zu können, wenn diese sich beispielsweise über personalisierte Webseiten nur die Beiträge bestimmter Facebook-Freunde präsentieren lassen könnten. Einen Freibrief zum Daten-Ausschlachten soll das allerdings nicht darstellen: Bevor eine externe Anwendung auf die Facebook-Daten eines Anwenders zugreifen kann, muss dieser explizit seine Zustimmung erklären.
Beim Fachblog "Techcrunch" sieht man die noch nicht offiziell verkündete Öffnung als eine Art Aufholjagd: "Wer die aktuelle Wachstums-Explosion bei Twitter betrachtet, dem wird klar, dass eine zentrale Informationsdrehscheibe, welche die Einbindung dritter Seiten und Dienste erlaubt, im Moment der Trend im Web ist."
Windows 7 kommt mit XP-Modus
Wenn am 5. Mai der Windows 7 Release Candidate Nummer eins herauskommt, dann dürfen sich Fans von Windows XP freuen: Der Vista-Nachfolger wird mit einem Feature namens "XP-Modus" ausgeliefert. Der Unterschied zu den bislang veröffentlichten Kompatibilitätsmodi liegt darin, dass der XP-Modus auf Virtual PC basiert.
Damit wird ein virtueller Rechner geschaffen, der sämtliche für den XP-Betrieb erforderlichen Programme enthält. Das dürfte als besonderes Zückerchen für die immer noch maulige Nutzergemeinde gedacht sein, die die Migration zu Vista nur zögerlich vollzogen hat und bis heute dem alten XP nachtrauert. Der angekündigte XP-Modus erlaubt veränderungsunwilligen Nutzern, privat wie im Büro, alle Programme und Anwendungen in lieb vertrauter Umgebung weiter nutzen zu können.
Telekom: Kinderpornosperre erst in sechs Monaten
Mit großem Getöse wurde vor einer Woche die Unterzeichnung des Sperrlisten-Vertrags zwischen BKA und Internet-Providern begangen. Doch so eilfertig die Provider dem Regierungsansinnen nach der Sperrung von Websites mit vorgeblich kinderpornografischen Inhalten zustimmten, so lange wird die praktische Umsetzung noch auf sich warten lassen.
Die Telekom jedenfalls vertagte den Startschuss um ein halbes Jahr. Man müsse zunächst ein geeignetes Programm entwickeln und ausgiebig testen. Derzeit gebe es noch überhaupt nichts Zweckdienliches. Das macht den Publicity-trächtigen Vertrag zur Makulatur, denn bis dahin soll - wenn aus Koalitionssicht alles gut geht - auch die Änderung des Telemediengesetzes durch sein, die den Vertrag überflüssig macht und außer Kraft setzt.
Unterdessen gab sich die Initiatorin, Familienministerin Ursula von der Leyen, gegenüber den Argumenten von Kritikern weiter hartleibig. Obwohl mehrfach von Experten darauf hingewiesen, es existiere kein kommerzieller Handel im großen Stil mit pädophilen Inhalten, beharrt sie darauf, die Sperren würden das entsprechende "Massengeschäft" eindämmen. Und obwohl das Netz mittlerweile von Hinweisen wimmelt, wie die Sperren in 30 Sekunden umgangen werden können, glaubt die Ministerin, "nur versierte Nutzer" seien dazu in der Lage. Und das sei eine Minderheit: "Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle", wusste von der Leyen in einem Interview mit dem Berliner Radiosender Radio Eins zu berichten.
Immer lauter werden zudem die Proteste gegen die Nachbesserungen beim Gesetzentwurf, die auf eine Verschärfung hinauslaufen: Auf Betreiben von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hält der Gesetzentwurf inzwischen die Möglichkeit offen, die Identität von Surfern, die über eines der "Stoppschilde" stolpern, zu erfassen und diese Daten für Ermittlungen zu nutzen.
Zu teuer: Irland schafft Wahlcomputer ab
Die Finanzkrise schüttelt in diesen Tagen ganz besonders die Iren, die deshalb einen strikten Sparkurs fahren müssen. Der hat jetzt ein weiteres Opfer gefunden, Wahlcomputer. Die Kommission für elektronisches Wählen habe festgestellt, die Einführung und Verwendung von Wahlmaschinen würde zu deutlichen Mehrkosten führen. Diese Kosten wolle die Regierung aber vermeiden, so das Ministerium für Kommunalverwaltung in einer Mitteilung.
Überdies sei die Bevölkerung Irlands mit dem bisherigen Wahlverfahren per Stift und Papier völlig zufrieden. Diese Haltung müsse bei Entscheidungen für die Zukunft berücksichtigt werden, denn das öffentliche Vertrauen ins demokratische System sei von fundamentaler Bedeutung.
Patentstreit: Apple muss 19 Millionen Dollar zahlen
Google Street View: Noch 2009 für Deutschland
Traditionell kämpft Googles 3-D-Fotokartenservice Street View mit zahlreichen Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Zumindest in Deutschland scheint jedoch eine Übereinkunft zwischen dem Suchmaschinisten und hiesigen Datenschützern erreicht worden zu sein. Die Zusicherung, " spezielle Datenschutz-Tools" zu installieren, habe den Ausschlag gegeben. Jetzt hoffen die Google-Verantwortlichen, Street View noch in diesem Jahr auch für deutsche Städte anbieten zu können.
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