Von Felix Knoke
Hat sich ein Hacker tatsächlich in das Amazon-Kundenkonto von Apple-Guru Steve Jobs gehackt? Das zumindest behauptet ein gewisser "orin0co" in einem Schreiben an verschiedene Tech- und Apple-Blogger. Einer davon ist Cult-of-Mac-Blogger Leander Kahney, der die Mail prompt veröffentlichte.
Vor zwei Jahren will orin0co eine Phishing-Mail an "alle möglichen IT-Menschen rund um den Globus" verschickt haben. Inhalt: "Frischen Sie ihre Amazon-Details auf!"
Apple-Chef Steve Jobs: Opfer einer Phishing-Attacke? Oder nur Namensgeber eines Amazon-Kontos?
Empfänger der neuen Daten: orin0co. Angeblich nahm Steve Jobs die Aufforderung an und ermöglichte dem Hacker so den Zugang zum ansonsten geschützten Kundenkonto. Ist das Konto echt, dann ist Steve Jobs ein Shopaholic: In den letzten zehn Jahren soll er laut Hacker 20.000 Waren bei Amazon eingekauft haben - Ende Dezember 2008 war dann plötzlich Schluss.
Beweisen sollen das ein paar Screenshots, die orin0co seiner Bittsteller-Post anhängte. Handfestes Material gebe es aber nur gegen Geld.
Den Lesern von 9to5mac.com ist das Angebot ungeheuer. "Schick das Geld nach Nigeria und du kriegst Zugriff auf die Daten", spottet ein Leser und spielt auf die sogenannte Nigeria-Scam-Betrugsmasche an. Ein anderer gibt zu bedenken: Selbst wenn die Mail echt sei, müsse hinter Steve Jobs Kundenkonto noch lange nicht der wirkliche Steve Jobs stecken. Vielleicht geht ja nur ein Assistent im Auftrag Jobs beim Online-Händler einkaufen?
Und auch 9to5mac.com-Autor Cleve Nettles konnte die Hacker-Mail nicht überzeugen: Ein paar Screenshots der Amazon-Website bewiesen noch lange nichts, könne sich doch jeder bei Amazon nennen, wie er will - was Cleve umgehend bewies, indem er sein eigenes Kundenkonto auf Barack Obama ummünzte.
Windows 7: Linux-Konkurrenz auf dem Netbook
Microsoft will Netbook-Nutzer mit einer speziellen "Starter Edition" von Windows 7 überzeugen - und von der Konkurrenz weglocken. Laut ORF Futurezone wurde die Starter Edition auf die schwachbrüstigen Handtaschenrechner zugeschnitten und koste weit weniger als die Vollversion.
Statt am Vista-Preis orientiere sich das Mini-Windows-7 am aktuellen XP-Preis für Netbooks: 40 Dollar. Der kleine Preis hat allerdings einen großen Haken: Mit der Starter Edition kann der Nutzer nur drei Programme gleichzeitig ausführen, die im Hintergrund laufenden ausgenommen. Die Starter Edition erscheint mit ihren sehr eingeschränkten Multitasking-Fähigkeiten eher wie eine Demoversion des großen Windows 7, die Nutzern Lust auf das neue Betriebssystem machen soll. Andererseits: Netbooks erscheinen vielen Nutzern ja auch wie Demoversionen moderner Laptops, die Hunger auf mehr machen sollen.
Ein eingeschränktes Betriebssystem für abgespeckte Rechner könnte also durchaus eine ideale Paarung ergeben. Denn Windows 7 erscheint wie gemacht für den Netbook-Einsatz: Es ist schlank, benutzerfreundlich und robust. Das aber ist auch Hauptkonkurrent Linux - und darüber hinaus kostenlos. Wohl deshalb installierte Computerhersteller ASUS auch das Open-Source-Betriebssystem auf dem Eee PC 701, mit dem Ende 2007 der ganze Netbook-Hype anfing.
Zu einem Linux-Boom führte das bisher trotzdem nicht: Schnell schwenkten alle maßgeblichen Netbook-Hersteller auf Windows XP um - und nicht nur, weil Microsoft mit Preisdumping nachhalf, sondern auch, weil die Linux-Kisten nach Aussage vieler Händler wie Blei in den Regalen liegen blieben.
Phishing-Angriff auf Facebook
Hacker griffen am Donnerstag die 200 Millionen Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook mit einer Phishing-Attacke an. Dazu brachen sie in die Profile nichtsahnender Nutzer ein und verschickten in deren Namen E-Mails mit der Aufforderung, eine bestimmte Website anzusurfen. Diese Website war eine Facebook-Attrappe, die Nutzer dazu aufforderte, ihre Zugangsdaten erneut einzugeben. Die so gesammelten Daten leitete die Betrugsseite an die Hacker weiter. Facebook gab nach Bekanntwerden an, die kompromittierten Profile zu sperren, weigerte sich aber, genaue Opferzahlen zu nennen.
Solchen Phishing-Attacken liegt Identitätsdiebstahl zugrunde: Mit den erbeuteten Nutzerdaten können die Cyberverbrecher erfolgreichere Spam-Kampagnen fahren, wenn sie im Namen vermeintlicher Facebook-Freunde ihre betrügerischen Werbemails verschicken. Viele Nutzer klicken vorbehaltlos an, was Internet-Freunde ihnen zuschicken.
Soziale Netzwerke wie Facebook, MySpace oder StudiVZ werden regelmäßig von Hackern angegriffen. Erst vor zwei Wochen wehrte Facebook eine ähnliche Attacke erfolgreich ab. Die Facebook-eigene Lösung des aktuellen Phishing-Problems schafft übrigens allenfalls trügerische Sicherheit: Auch wenn die ursprünglichen Phishing-Domains kaltgestellt werden, bleiben die ergaunerten Zugangsdaten in den Händen der Phisher. Die bleiben vor allem dann nützlich, wenn die beklauten Facebook-Nutzer Standard-Passwörter einsetzen, die sie auch an anderen Orten im Netz einsetzen.
Txt 'n' Walk: Aprilscherz wird iPhone-Programm
Wer beim Simsen ständig über Bordsteinkanten, langsame Passanten und kleine Hunde stolpert, weil er seine Umgebung nicht mehr wahrnimmt, durfte sich im April über TXT'N'WALK freuen.
Diese iPhone-Anwendung sollte ein Abbild der Straße, die vor dem SMS-Tipper liegt, mit der iPhone-Kamera aufnehmen und nebst dem SMS-Text anzeigen. Klar, das war nur ein Aprilscherz. Aber einer, der den Entwicklern von Phase2 Media gefiel. Die veröffentlichten jetzt "Email 'n Walk" kostenlos im iTunes App Store.
Das Programm zeigt transparenten E-Mail-Text, im Hintergrund das aktuelle Kamerabild vom Gehsteig. Damit lassen sich nicht nur problemlos Trottoir-Hindernisse umgehen, sondern auch Passanten-Parcours in Rekordzeit überwinden, und das bei gleichzeitiger E-Mail-Information des Chefs: "Komme etwas später, zu viel Verkehr."
Wunderschön visualisiert hat das alles das Tech-Blog Engadget. Das bringt nicht nur einen aussagekräftigen Screenshot davon, wie das aussieht, wenn man die Welt nur noch mittelbar wahrnimmt - sondern auch die Essenz der nützlichen iPhone-Anwendung in einem einzigen, knackigen Satz auf den Punkt:
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