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24.05.2009
 

Zu Beginn des Wahlkampfs

Iran sperrt Facebook

Nur keine Web-Kampagne à la Obama: Die iranische Regierung blockiert drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen offenbar den Zugang zu Facebook. Ein Konkurrent von Amtsinhaber Ahmadinedschad hatte schon mehr als 5000 Kontakte in dem sozialen Netzwerk gesammelt.

Teheran/Washington - Knapp drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Iran haben die Behörden den Zugriff auf Facebook untersagt. Wer zum Beispiel in der Hauptstadt Teheran Facebook aufrufen wollte, bekam nur eine Fehlermeldung zu lesen. Wie die den Reformkräften nahestehende Nachrichtenagentur Ilna am Samstag unter Berufung auf Internet-Surfer meldete, nutzten Anhänger des Präsidentschaftsbewerbers Mir Hossein Mussawi das Netzwerk, um dessen Ansichten bekannter zu machen. Facebook reagierte "enttäuscht".

Unterstützer von Präsidentschaftskandidat Mir Hossein Mussawi: Nur nicht auf Facebook vernetzen
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AFP

Unterstützer von Präsidentschaftskandidat Mir Hossein Mussawi: Nur nicht auf Facebook vernetzen

In der weltweiten Facebook-Gemeinde hat Mussawi 5200 "Freunde", das heißt Nutzer, die mit ihm Informationen austauschen können. Der ehemalige Regierungschef Mussawi gilt als stärkster Herausforderer des ultrakonservativen Amtsinhabers Mahmud Ahmadinedschad bei der Wahl am 12. Juni. Den gemäßigten Konservativen unterstützen große Teile des reformorientierten Lagers.

Eine Facebook-Sprecherin bezeichnete es als Enttäuschung, dass "gerade in einem Moment, in dem sich die Wähler ans Internet als Informationsquelle wenden", ein solches Verbot verhängt werde. Solche Beschränkungen seien eine "Schande".

Der Hardliner Ahmadinedschad warf seinem reformorientierten Vorgänger Mohammed Chatami vor, mit Zugeständnissen an den Westen die iranische Nation in beispielloser Weise gedemütigt zu haben. Der Wahlkampf war am Freitag offiziell eröffnet worden.

Die Reformer riefen auf Plakaten zu einer hohen Beteiligung auf. Dies könnte dem Reformkandidaten Mir Hossein Mussawi zum Wahlsieger machen, sagte einer von dessen Wahlkampfmanagern, Mahdi Rahmanian. Mussawi hat offenbar etwas bessere Chancen als der zweite Kandidat aus dem Lager der Reformer, Mahdi Karrubi. Mussawi warf am Samstag auf einer Wahlkundgebung Ahmadinedschad vor, mit seinem Kurs der Bevölkerung geschadet und das Land international isoliert zu haben.

ore/AP/AFP

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