Von Anja Tiedge
Auch für große Unternehmen sind Sicherheitsbedenken der wichtigste Hemmfaktor, der gegen die Nutzung der Datenwolke spricht. "Die Sicherheit und die mögliche Verletzung gesetzlicher Richtlinien sind die Hauptgründe, warum Cloud Computing noch keine Verbreitung gefunden hat", sagt Kraus. HP-Deutschland-Chef Volker Smid bestätigt dies im Gespräch mit manager-magazin.de.
"Ich weiß nicht mehr, wo meine Daten liegen, gespeichert werden und wer eventuell darauf zugreifen kann." Deshalb spielten hier die Anforderungen an die IT-Governance und die Sicherstellung der Compliance eine besondere Rolle, so Smid.
Ein weiterer Grund, warum sich Unternehmen gegen Cloud Computing entscheiden, ist der fehlende Einsatz in der Praxis: 89 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Cloud Computing die Praxistauglichkeit erst noch bestehen muss, und 85 Prozent wünschen sich eine bessere Integration mit bestehenden Systemen. Zudem wollen die Anwender trotz der Standardisierung von Abläufen, die mit Cloud Computing einhergeht, individuell betreut werden: Für 67 Prozent der Unternehmen spielen persönliche Ansprechpartner eine wichtige Rolle.
Was aus der Wolke besonders gern genutzt wird
Firmenlenker und IT-Verantwortliche, die sich für Cloud Computing entscheiden, nutzen am häufigsten Mietsoftware (Software as a Service): Geschäftsanwendungen werden von den Befragten als beliebteste Dienstleistungen aus der Wolke (42 Prozent) angegeben. Dazu zählen laut IDC-Analyst Kraus Programme zum Managen der Kundenbeziehungen (CRM), Anwendungen zur Ressourcenplanung (ERP) sowie geschäftsanalytische Business-Intelligence-Programme. Auf Platz zwei der beliebtesten Cloud Services folgen Rechnerkapazitäten auf externen Servern (37 Prozent). E-Mail-Anwendungen landen auf dem dritten Rang (30 Prozent).
Die vielfältigen Möglichkeiten, Cloud Computing zu nutzen, stimmen Anwender wie Anbieter trotz der Sicherheitsbedenken vieler Kunden optimistisch. HP-Deutschland-Chef Smid etwa glaubt daran, dass Cloud Computing ein Trend der IT-Branche ist. "Ich gehe davon aus, dass es in einigen Jahren Unternehmen und Privatanwendern im Prinzip egal sein dürfte, woher die Services kommen und wie sie abgearbeitet werden." Cloud-Anwendungen müssten sich aber erst noch entwickeln.
Darin stimmt Smid mit der Mehrzahl der von IDC befragten Unternehmen überein: 45 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass sich Cloud Computing in den kommenden zwei bis fünf Jahren etablieren wird - wenn auch nur als Ergänzung zur herkömmlichen IT-Beschaffung. "Reines Cloud Computing wird sich in Unternehmen nicht etablieren", so Kraus.
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