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07.06.2009
 

Suchmaschinenmarkt

Microsoft auf dem Weg zur Nummer zwei

Von Frank Patalong

"Tausendmal ist nichts passiert", heißt es in einem alten Gassenhauer - dann hat es Bing gemacht: Microsofts Bemühungen, sich auf dem Suchmaschinenmarkt zu etablieren, scheinen erfolgreich zu sein. Manche Statistiken sehen Bing schon auf Platz zwei - vor Yahoo.

Sieben Tage ist Microsofts neue Suchmaschine Bing nun online und hat schon jetzt für mehr Bewegung auf dem Markt gesorgt, als dort in den vergangenen fünf Jahren herrschte: Uneins sind sich Branchenbeobachter derzeit eigentlich nur über die Frage, ob Microsoft seinen Marktanteil nur verdoppelt hat - oder doch schon weltweit die Nummer zwei auf dem Markt geworden ist. Verschiedene Statistiken sehen Yahoo und Bing mal gleichauf, mal den einen oder anderen vorn.

Aufholjagd: Gegen Goliath Google sieht alles mickrig aus. Quasi-Monopole auf dem Suchmarkt gab es aber auch vor Google - und wer erinnert sich noch an die ehemaligen Platzhirschen?
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Aufholjagd: Gegen Goliath Google sieht alles mickrig aus. Quasi-Monopole auf dem Suchmarkt gab es aber auch vor Google - und wer erinnert sich noch an die ehemaligen Platzhirschen?

Damit könnte sich Bing anders als erhofft nicht als Google-, sondern als Yahoo-Killer erweisen. Die einstige Web-Top-Marke gilt als angezählt, wird als Übernahmekandidat gehandelt - und niemand hatte da in der Vergangenheit mehr Interesse gezeigt als Microsoft. Erneute Avancen von Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte auch die neue Yahoo-Chefin Carol Bartz in dieser Woche eine Abfuhr erteilt.

Das könnte erneut ein Fehler gewesen sein: Jetzt schickt sich Microsoft an, aus eigener Kraft Boden gutzumachen statt durch den Aufkauf von Suchmaschinen-Marktanteilen. Mittelfristig, hatte Microsoft vorab signalisiert, wolle der Konzern mit Bing zwei Prozent Marktanteil erreichen. Für dieses bescheidene Ziel scheint der Konzern nun gerade sieben Tage gebraucht zu haben. Aber ist der Konzern damit wirklich schon, wie einige US-Medien schnell meldeten, zur Nummer zwei aufgestiegen?

Eine schnelle Antwort wird es darauf nicht geben, denn Statistiken über die weltweite Nutzung von Internet-Diensten sind notorisch unzuverlässig. Jeder, der da misst und schätzt, greift auf andere Methoden, andere Messpunkte zu. Denn es macht durchaus einen Unterschied, ob man beispielsweise die Nutzung von Browsern über die Server von Heise.de, SPIEGEL ONLINE, tvtoday.de, Wer-kennt-wen.de oder Lotto.de erfasst: IT- und Web-affine Internet-Nutzer greifen auf andere Instrumente zurück als Gelegenheitssurfer.

Indikatoren: Bing schlägt kräftig ein

So gibt es im Bewusstsein der Masse der Internet-Nutzer seit langem eigentlich nur noch eine Suchmaschine - Google. Nirgendwo ist das ausgeprägter als in Deutschland: Während weltweit auch Yahoo, Ask.com, MSN und andere noch eine Geige spielen und Google sich "nur" bei Marktanteilen knapp über 80 Prozent bewegt (Net Applications), ist Googles Monopol hierzulande fast perfekt - mit einem Marktanteil von 90 bis 98 Prozent, je nachdem, wer da schätzt.

Daran, behauptet das irische Web-Marktforschungsunternehmen Statcounter, hat auch die Veröffentlichung von Bing wenig geändert. Ein Erfolg ist sie auch hierzulande trotz alledem: Microsofts Suchmaschinen kamen hier in den Statistiken bisher gar nicht vor, mit Marktanteilen unterhalb der 0,1-Prozent-Schwelle. Jetzt liegt Bing etwa gleichauf mit Yahoo, fluktuiert bei 0,8 bis 1,2 Prozent. Immerhin.

Weltweit sieht das noch deutlicher aus. Statcounter sieht Bing im Wochenschnitt - der ja bei null begann - bei über drei Prozent. Das ist mehr als die zusammengefassten Marktanteile der bisherigen Microsoft-Suchdienste Live und MSN, deren langes Dahinvegetieren bei ein bis zwei Prozent Marktanteil nun beendet ist. Seit vergangenem Donnerstag, als die Aufmerksamkeit für Bing ihren ersten Höhepunkt erreichte, sollen weltweit rund 16 Prozent aller Suchanfragen über Bing gegangen sein.

Abzuwarten bleibt nun, ob das nur der Neugier auf das neue Produkt geschuldet ist oder einen anhaltenden Trend einleitet. Seit Donnerstag ist die Bing-Nutzung wieder leicht rückläufig - ein ähnliches Bild wie bei der Erstveröffentlichung von Googles Chrome-Browser, der sich in den vergangenen Monaten von 0,8 Prozent auf einen Marktanteil von etwa drei Prozent hochgekrebst hat.

Denn natürlich ist Ausprobieren etwas anderes als habituelle Nutzung - bis sich Marktanteile verfestigen, braucht es Zeit.

Immerhin bietet Bing, wie Deutschlands einflussreichstes IT-Blatt "c't" in seiner kommenden Ausgabe konstatiert, einige Features, die Google nicht zu bieten hat - und bemerkenswert relevante Suchergebnisse. Die Güte der Suchmaschine bekommen deutsche Surfer allerdings erst zu spüren, wenn sie die Maske auf "USA" umgestellt haben - denn einige der Bild- und Videosuch-Features sind im deutschen Angebot noch gar nicht implementiert.

Zum Glück, sagen da wohl manche Jugendschützer, denn Bing outet sich in der US-Version auch als veritable Porno-Suchmaschine mit außergewöhnlich löchrigem Jugendschutz. Den haben zwar auch Yahoo, Alltheweb und andere zu bieten (respektive eben nicht), aber anders als Bing auch nicht mit aussagekräftigen Wackelbildchen in der Video-Preview. In den USA gab es Mitte der Woche schon Warnungen vor Bing - mit möglicherweise positiven Auswirkungen auf die Nutzung des Dienstes.

Zumindest für den Markt ist all das begrüßenswert, Google agierte zu lang in einer quasi wettbewerbslosen Zone - und Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, befeuert die Kreativität. Abzuwarten bleibt nun, ob Bing mittelfristig zu Lasten von Yahoo seinen Marktanteil ausbaut. Naheliegend wäre das: Wechselwillig sind in der Regel vor allem die Internet-Nutzer, die eine erhöhte Bereitschaft zur Nutzung von Alternativen zu den jeweils marktführenden Programmen zeigen.

Interessant ist Bing aber auch aus Imagegründen: Zum ersten Mal seit Anfang der achtziger Jahre tritt Microsoft als Underdog, als Herausforderer auf, dem man Erfolg gönnt, weil er gegen den Google-Goliath in den Kampf zieht. So klingt das sogar im Editorial der "c't", wo Jo Bager den Bing-Launch als Chance interpretiert, das Monopol eines Platzhirschen auszubremsen, "der mit seinen Diensten und APIs die Standards vorgibt".

"Wer", fragt Bager, "soll Google noch etwas entgegensetzen, wenn nicht Microsoft?"

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Ich wünsche mir eine zensurfreie Suche im Internet. Auch mit ausgeschalteten Jugendschutzfilter werden zahllose Suchanfragen zensiert. Bei google wird dies netterweise noch angezeigt ("Aus Rechtsgründen hat Google 6 [...] mehr...

21.10.2010 von Kenaj_1: sprachsteurung

eine suchmaschine fürs handy mit funktionierender sprachsteuerung. also ich spreche: Mozart in mein mikro und dann öffnet sich eine relevante suchpage - oder noch besser, diese suchmaschine hinterlegt ein audiofile welches [...] mehr...

22.09.2010 von KPunkt:

Ach? Weniger Treffer = besser ? Weniger Treffer können mehrere Ursachen haben: 1.Die Suchmaschine nimmt bestimmte Seiten erst gar nicht auf. -> Zensur ? 2. Die Suchmaschine klappert nur einen Teil des Internets ab ( [...] mehr...

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