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11.06.2009
 

Kreditkartenbetrug

Gangster machten sich zu Online-Popstars

Das war fette Beute: Um mehr als 200.000 Euro erleichterten Cyber-Gauner die Online-Musikshops von Apple und Amazon. Mit einem fiesen Trick schummelten sie beim Musikeinkauf, kauften ihre eigenen Songs, blieben lange unentdeckt - bis jetzt.

London - Am Mittwoch war der Spaß vorbei, Handschellen klickten. Eine Sondereinheit der britischen Polizei, unterstützt von regulären Polizeibeamten, nahm in London und Mittelengland mehrere mutmaßliche Mitglieder der kriminellen Bande fest. Den Verhafteten wird vorgeworfen, sie hätten durch manipulierte Online-Einkäufe mehrere Hunderttausend Dollar aus den Online-Shops von Amazon und Apple ergaunert. Den Verhaftungen waren britischen Medienberichten zufolge monatelange Ermittlungen der britischen Police Central e-crime Unit (PCeU) und des amerikanischen FBI vorausgegangen.

Apple iTunes Store: Mit gestohlenen Kreditkartendaten eigene Songs gekauft
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DDP

Apple iTunes Store: Mit gestohlenen Kreditkartendaten eigene Songs gekauft

Das Vorgehen der Täter war den Behörden zufolge ausgesprochen trickreich, nutzte Sicherheitslücken in den Shopsystemen der Online-Anbieter aus. Nach Angaben der Metropolitan Police ließen die Verdächtigen eigene Musik durch einen amerikanischen Dienstleister als Bezahlinhalte in die Shopsysteme der beiden großen Musikanbieter hochladen. Anschließend kauften sie die Songs mit Hilfe gestohlener Daten von etwa 1500 Kreditkarten massenweise in den jeweiligen Shops ein.

Insgesamt sollen die Täter der Londoner "Times" zufolge dabei Musik im Wert von etwa 750.000 Dollar (537.000 Euro) gekauft haben. Ihr eigentlicher Gewinn aber wurde ihnen von Amazon und Apple in Form von Tantiemen direkt aufs Konto überwiesen. Für jeden der Songs, die sie selbst angeboten und selbst gekauft hatten, bekamen sie einige Cent gutgeschrieben. Insgesamt sollen sie auf diese Weise einen Gewinn von 300.000 Dollar (214.000 Euro) erwirtschaftet haben.

Terry Wilson, Sprecher der PCeU, sieht die Festnahmen als Bestätigung dafür, wie wichtig es war, eine Sondereinheit für die Bekämpfung von Internetkriminalität einzurichten. Die PCeU war erst 2008 gebildet worden. "Wir machen es Kriminellen schwerer, die versuchen, das Internet auszunutzen und Online-Straftaten über Ländergrenzen hinweg auszuüben", sagte Wilson laut "The Register".

Die neun Festgenommenen, drei Frauen und sechs Männer, sehen nun einem längeren Strafverfahren entgegen. Ihnen wird Polizeiangaben zufolge unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Betrug und Geldwäsche vorgeworfen.

mak

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