Twitter wurde in den vergangenen Tagen zu einer wichtigen Quelle und zum Koordinationsinstrument für die iranische Protestbewegung. Inzwischen haben das, iranischen Twitter-Nutzern zufolge, aber auch die Geheimdienste entdeckt: Unter dem sogenannten Hashtag (Themen-Sammelbegriff) #IranElection wird alle paar Sekunden wieder davor gewarnt, Twitter-Nachrichten von anderen einfach ungeprüft weiterzureichen - denn es hätten sich Mitarbeiter von Geheimdienst und Sicherheitsbehörden eingeschmuggelt, um über den populären Kurznachrichtendienst gezielt Desinformation zu betreiben. Ein Blogger, der sich eigentlich mit Wirtschaftsthemen beschäftigt, beschuldigte einige besonders rege twitternde Nutzer zudem, sie seien in Wahrheit "Agenten Israels", die das Ziel hätten "Iran zu destabilisieren". Andernorts wurde ihm heftig widersprochen.
Die sehr flüchtige, nach wie vor nachgerade improvisiert wirkende Oberfläche von Twitter, seine Offenheit und die Einfachheit, mit der sich Accounts einrichten lassen, mit der man sich in Konversationen einmischen kann, erweisen sich einmal mehr als Fluch und Segen zugleich. Nur bestehende Netzwerke von auch offline miteinander bekannten Menschen sind gegen Propagandaattacken wirklich gefeit.
Das Unternehmen Twitter selbst reagierte auf die plötzlich gewachsene eigene Bedeutung mit einem ungewöhnlichen Schritt: Eigentlich geplante Wartungsarbeiten wurden auf eine Zeit verlegt, in der man wenig Aktivität aus Iran erwartete. Das war nicht gut für US-Nutzer - doch die akzeptierten die Einschränkung bereitwillig. Die Solidarität im Netz für die Protestbewegung ist weiterhin gewaltig.
Am Dienstagnachmittag deutscher Zeit war Twitter als Quelle zunehmend problematisch geworden: Es gab mit dem Hashtag #IranElection versehene, permanent wiederholte, teils widersprüchliche Meldungen, die Armee bereite sich darauf vor, gegen die Pro-Mussawi-Demonstranten vorzugehen. Wo hier staatlich gelenkte Propaganda und Panikmache beginnt und legitime Warnungen enden, ist ad hoc nicht mehr auszumachen.
An verschiedenen Stellen werden unterdessen "Richtlinien für den Cyberkrieg" verbreitet: Da wird beispielsweise empfohlen, im eigenen Twitterprofil die Angaben so zu ändern, als lebe man selbst in Teheran - um wiederum spionierende iranische Sicherheitskräfte zu verwirren, die womöglich auf der Suche nach subversiven Netz-Nutzern sind. Die Adressen von Proxy-Servern über Twitter zu verbreiten, wie gestern geschehen, um den Iranern Auswege aus ihrem zensierten Internet zu bieten, sei keine gute Idee, heißt es da weiter: Lieber solle man funktionierende Proxy-Adressen auf direktem, weniger öffentlichem Wege iranischen Bloggern zukommen lassen - denn sonst könnten Sicherheitskräfte mitlesen und die entsprechenden Proxyserver wiederum sperren und so unbrauchbar machen. Den "Cyberwar Guide" findet man beispielsweise bei BoingBoing.
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wenn er Unsinn verbreitet, dann ist das Medium als Informationsquelle nutzlos und überflüssig. mehr...
ich finde die ausgangsfrage irgendwie komisch^^ aber wie es schon jemand sagte, twitter ist so glaubwürdig wie es eben der jeweilige nachrichtenversender ist. man kann es als lustiges gimmick nutzen oder auch um aktuelle news zu [...] mehr...
"Der Spiegel" berichtet, dass Springers Digital-Manager Erik Peper neuer Chef des WAZ-Portals "DerWesten.de" werden soll und die Nachfolge der glücklosen Katharina Borchert antreten. Eine offizielle Bestätigung [...] mehr...
Twitter ist für mich nur eonmal interessant gewesen. In Bezug auf die iranische Opposition. Ansonsten halte ich das Ding für eine Quelle von Halbwahrheiten, eine Bühne für bekloppte Selbstdarsteller, eine Variante, Gegner mit [...] mehr...
Twitter, Facebook & Co sind absurde Entwicklungen, die Menschen vorgaukeln, dass damit "sozial netzwerken" kann. User sollten sich einmal vergägenwärtigen, wieviel Zeit sie eigentlich sinnlos vergeudet, um ihre [...] mehr...
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