Von Christian Fuchs
"Willkommen bei CSNET."
Mit dieser schnöden Nachricht begann die E-Mail-Zukunft in Deutschland. Der Informatiker Werner Zorn erhielt den Gruß am 2. August 1984 aus dem amerikanischen CSNET. Dieses Netz war ein Zusammenschluss einiger US-Universitäten und gilt heute als Vorläufer des InternetsD.
Deutsche Promis: E-Mail-Namensvetter im Web
Was einst als Infosystem unter Fachleuten begann, ist heute für viele ein Routineakt geworden. Manche Menschen sollen sogar süchtig nach immer neuen Mails sein. Aber es gibt vor allem Vorteile: Noch nie war es so einfach, anderen Briefe zu schreiben und die ersten Fotos des Babys an die verstreute Familie zu versenden. Für viele ist das Alltag. Vor allem Privatadressen werden gern komplett codiert, sie heißen beispielsweise gern schulz374@web.de, langschlaefer@yahoo.com oder auch ccddee@gmx.net.
Zum 25. Geburtstag der elektronischen Post in Deutschland wollte DAS MAGAZIN sie würdig feiern. Um etwas Glamour in unsere tägliche technische Kommunikation zu bringen, haben wir E-Mails versandt. Viele E-Mails. Genau genommen 300 Stück.
Dabei sind wir auf ein paar schöne Geschichten gestoßen. Wir wissen jetzt, warum ein Student aus Darmstadt Angela Merkel ist oder wie ein schwäbischer Werkzeugmacher zum Ehrentitel Armin Müller-Stahl kam. Am meisten verblüfft hat uns aber Boris Becker. Vor ein paar Jahren noch warb das ehemalige Tennisidol für den Mailadressen-Anbieter AOL. Als wir aus gegebenem Anlass versuchten, ihn unter Boris.Becker@aol.com zu erreichen, kam die Post zurück: nicht zustellbar.
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