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17.07.2009
 

Werbekrise

So wollen Gratis-Netzwerke ihre Marken zu Geld machen

Von Konrad Lischka

2. Teil: Software-Plattform - Dritte arbeiten lassen

Osofsky beschreibt die Strategie so: "250 Millionen Mitglieder können heute Facebook-Credits in 15 Währungen kaufen." Facebook setze darauf, dass die Alternativwährung populärer werde und "den Entwicklern bei der Monetarisierung helfen und Nutzern eine gute Erfahrung bieten wird".

Das ist einer der kreativeren Ansätze, neben Werbung noch andere Erlösquellen zu erfinden: Von den Nutzern direkt kann man es ja kaum verlangen - schließlich lebt Facebook ähnlich wie Google davon, die Aufmerksamkeit möglichst vieler Menschen über ein Gratis-Angebot möglichst lang auf einer Plattform zu binden. Diese Aufmerksamkeit kann man natürlich ganz klassisch wie das Privatfernsehen und Gratis-Angebote im Web über Werbung zu Geld machen. Aber Facebook will auch die Besucher anzapfen - über Bande.

Die bekanntesten Netzwerke

Facebook

Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook derzeit 600 Millionen aktive Mitglieder weltweit.(Stand: Januar 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite...

WKW

MySpace

Xing

StudiVZ

Lokalisten

Spin.de

Drittanbieter können sich Anwendungen ausdenken, die exklusiv, interessant oder eng genug auf eine Nische zugeschnitten sind, dass Menschen dafür zahlen. Facebook macht es den kleinen, kreativen Anbietern leicht, Geld einzutreiben, kassiert dabei Provision und hat kein Risiko, aber alle Vorteile des Mittelsmannes: Zusätzliches Geld kommt rein, die eigene Plattform wird durch die Angebotsvielfalt interessanter, aber niemand bekommt den Eindruck, dass Facebook wesentliche Funktionen kostenpflichtig macht.

Ähnlich wie Apple, Ebay, Google und viele andere Dienste lässt Facebook dabei Drittanbieter gratis für sich arbeiten: Was gut für ihr Geschäft ist (interessierte Nutzer), festigt nebenbei auch Facebooks Position bei den Nutzern - ein sich im besten Fall selbstnährender Trend.

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