Von Konrad Lischka
Einen konservativeren Weg geht MySpace bei der Suche nach neuen Geldquellen: Das Menschelnetzwerk, das viele inzwischen vor allem als knallbunte Musikabspielbude wahrnehmen, versucht es mit einer Idee, die man als gute alte Leserreise vielleicht noch aus der Regionalzeitung kennt: MySpace lässt ausgewählte Drittanbieter Produkte auf den eigenen Seiten verticken und verdient an den Provisionen.
In Deutschland verkauft seit ein paar Wochen der Ticketvertrieb Eventim Konzertkarten über die MySpace-Seiten der entsprechenden Künstler. Außerdem kooperiert MySpace mit dem T-Shirt-Bedrucker Spreadshirt, der via MySpace passende Merchandising-Artikel der Musiker vertrieben will.
"Diese Einnahmen aus alternativen Erlösquellen sind mit den Werbeeinnahmen noch nicht zu vergleichen", erklärt MySpace-Manager Joel Berger SPIEGEL ONLINE. Aber man habe ja auch gerade erst damit angefangen, und der Versuch in Deutschland sei die erste Kooperation "dieser Art weltweit".
Wie schnell wie viel Geld damit verdient werden soll, sagt Berger nicht. Die Idee ist jedenfalls bestechend: Obwohl de facto MySpace hier Werbung für konkrete Produkte macht, werden die meisten Nutzer die Ticket-Angebote höchstwahrscheinlich als Serviceangebot wahrnehmen - schließlich rufen sie die MySpace-Seiten ihrer Lieblingsbands ja auf, weil sie sich für eben die interessieren.
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