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17.07.2009
 

Werbekrise

So wollen Gratis-Netzwerke ihre Marken zu Geld machen

Von Konrad Lischka

5. Teil: Paid Content - Panda-Bildchen gehen gut

Dass man für bestimmte Dienstleistungen im Web Geld verlangen kann, macht das deutsche Business-Netzwerk Xing vor, das den größten Teil seines Umsatzes aus den Abo-Gebühren seiner Premium-Mitglieder bestreitet. 550.000 Mitglieder zahlen, sieben Millionen sind registriert. Xing ist hier bislang allerdings eine Ausnahme, die die Regel bestätigt: Große Netzwerke schaffen Reichweite durch Gratis-Dienste.

Facebook nimmt durchaus direkt Geld von Mitgliedern: Für virtuelle Geschenke - das sind kleine Bildchen kuschelnder Pandas, leckerer Geburtstagstorten oder schielender Schweinchen. Für umgerechnet 0,72 Euro kann man so ein Bildchen kaufen und einem Facebook-Freund schenken. Viele Geschenke sind limitiert, werden also nur 100.000 oder 500.000-mal verkauft.

MySpace will solche Experimente zunächst nicht machen. Manager Berger: "Wir konzentrieren uns erst mal auf die Bereiche Ticketing, Merchandising, CDs und Musik-Downloads, Telekommunikation und Games. Virtual Goods und optionale Premiumdienste sind weitere Möglichkeiten, mittelfristig aber noch nicht in Sicht."

Die Pandas bei Facebook erinnern ein wenig an die lange Zeit so profitablen wie verhassten Download-Logos von Anbietern wie Jamba. Wie viel Facebook mit den Torten und Tierchen verdient, ist nicht öffentlich. Das Unternehmen teilt auf Anfrage lediglich mit: "Inklusive gekaufter, kostenloser und gesponsorter Geschenke wurden bis Ende 2008 insgesamt 60 Millionen Geschenke auf Facebook verschenkt."

Wie viel davon bezahlt waren, kann man nur vermuten. Die Schätzungen reichen bis zu drei Millionen Dollar im Monat - das hat vor einem Jahr der Risikokapitalgeber Jeremy Liew von Lightspeed Venture Partners auf Basis der von Facebook angegebenen Verfügbarkeit einzelner Geschenke errechnet.

36 Millionen Dollar für Panda-Bildchen?

Es kommt eben meistens anders, als man denkt. Als im Jahr 2002, bei der vorigen Rezession und Werbekrise die US-Zeitung " USA Today" über die Hoffnungen auf Bezahlinhalte schrieb, erklärte Analyst David Card von Jupiter Media Metrix: "Mir scheint es, dass die Web-Unternehmen auf den einen großen Erfolg hoffen, nachdem sie Geld verloren haben. Erst waren es Werbung und E-Commerce, nun sind es Bezahldienste, als nächstes kommen Breitband und Mobilangebote. Es gibt kein Wundermittel."

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