Von Markus Brauck
Hamburg - Groß war die Aufregung, als Prominente wie Jan Hofer, Sandra Maischberger und Sarah Kuttner in einem Internet-Video erklärten, sie würden nicht zur Wahl gehen. Doch ein paar Tage später folgte ein zweiter Spot, und in dem klärten die gleichen Promis auf: Natürlich gingen sie zur Wahl.
Das Medienfeuilleton war erleichtert: Der erste Spot sollte offenbar nur provokativ auf Wahlmüdigkeit aufmerksam machen. Viele Medien hatten zuvor per Überschrift gefragt: "Aufruf zum Wahl-Boykott?"
Doch Fernsehproduzent Friedrich Küppersbusch, der die umstrittenen Filmchen mitproduzierte, will die Aktion nicht als reinen Wahlaufruf missverstanden wissen: "Das war keine sozialpädagogische Aktion, um die Leute an die Wahlurne zu treiben", sagt er. Der zweite Spot sei nicht bloß die Auflösung des ersten. Beide Perspektiven seien wichtig. "Viele Leute, die bei dem Projekt mitgemacht haben, wissen wirklich noch nicht, ob sie wählen gehen."
Das Internet-Video, das mittlerweile mehr als 200.000-mal aufgerufen wurde, solle "ruhig die Diskussion anheizen, dass es gute Gründe gibt, wählen zu gehen, aber auch gute Gründe, es nicht zu tun".
In dem am Dienstag veröffentlichen zweiten, endgültigen Video "Geh nicht hin! - Der Film" äußern sich Prominente aus allen gesellschaftlichen Bereichen in knapp dreieinhalb Minuten über die Bundestagswahl 2009. Da redet "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer davon, er lese täglich Meldungen über Länder, in denen Menschen für ihr Wahlrecht sterben.
Auch die Moderatorinnen Sarah Kuttner und Sandra Maischberger, Violinistin Anne-Sophie Mutter und Schauspieler Mike Krüger fordern, mit dem Wahlrecht verantwortungsvoll umzugehen - und es auszunutzen. "Geh hin!", so lautet die Parole der insgesamt 32 mehr oder weniger Prominenten.
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