Die amerikanische Firma Nambu Technologies stellt ihren Abkürzungsdienst für Internet-Adressen, "tr.im", ein. Die Netzwerkkosten für den Betrieb seien dauerhaft einfach zu hoch, heißt es in einem Blog-Eintrag. Trotz der Popularität des Dienstes habe sich kein Käufer oder Investor gefunden. Einer der Hauptgründe für das Aus sei aber die Entscheidung des Kurznachrichtendienstes Twitter, den konkurrierenden Dienst bit.ly zum Standard für Einträge zu erklären.
Mit Diensten wie tr.im oder bit.ly lassen sich lange Internet- Adressen (URLs) auf wenige Zeichen zusammenstauchen. Genutzt werden die Dienste vor allem bei Micro-Blogging-Diensten wie Twitter, über die sich nur maximal 140 Zeichen lange Nachrichten senden lassen. Mit tr.im bereits verkürzte Internet-Links sollen noch mindestens bis Ende des Jahres funktionieren.
Der Fall tr.im zeigt einmal mehr, das Aufmerksamkeit allein noch kein Geschäftsmodell ist. Seit Zeiten des Dotcom-Booms fußen aber viele Web-Unternehmungen genau darauf: Sie verschenken eine Dienstleistung oder Produkt und hoffen darauf, so populär zu werden, dass sich daraus entweder Vermarktungsmöglichkeiten ergeben - oder sie von einer Branchengröße gekauft werden.
Das gilt nicht nur für Zuarbeiter wie tr.im, sondern auch für Twitter selbst: Die Firma, die seit Monaten neben Google das wohl meistdiskutierte Internetunternehmen weltweit sein dürfte, hat bisher keinerlei Einnahmen. Sie lebt auf Pump: Hinter Twitter stehen einige Risikokapitalfirmen, die den Dienst in mehreren Finanzierungsrunden mit angeblich rund 57 Millionen Dollar ausgestattet haben sollen. Ein Geschäftsmodell gibt es bisher nicht. Denkbar wäre allerdings die Vermarktung von Daten, die Twitter über seine Nutzer sammelt: Twitter behält sich diese Möglichkeit in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor.
pat/dpa
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