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01.09.2009
 

Netzwelt-Ticker

Satte Aufpreise für Skype auf dem iPhone

Von Felix Knoke

Apple iPhone: Internettelefonate und Nutzung als Mobilfunkmodem werden teuerZur Großansicht
AFP

Apple iPhone: Internettelefonate und Nutzung als Mobilfunkmodem werden teuer

T-Mobile macht das Versprechen wahr, iPhone-Anwendern das Telefonieren via Internet zu erlauben - gegen fette Aufschläge. Die Wikipedia wird bunt, der US-Präsident soll zum Herr des Internets werden, und eine Frau flog wegen Großbuchstaben aus dem Job. Mehr im Überblick.

Wer sein iPhone als Modem oder zum Internettelefonieren per Skype benutzen will, muss monatlich bis zu 35 Euro mehr zahlen - so sehen es die neuen Vertragsoptionen für iPhone-Nutzer vor, die T-Mobile noch im September einführen will. Allerdings sei dafür noch ein Software-Update seitens Apple notwendig, schreibt Chip Online.

Tethering, also die Verwendung des iPhones als Modem für einen Computer koste dann monatlich 19,95 Euro, egal in welchem iPhone-Tarif. Dafür erhalten Kunden bei der Buchung der "Option Modem-Nutzung" zusätzliche drei Gigabyte Datenvolumen pro Monat gutgeschrieben. Wer VoIP-Dienste wie Skype benutzen will, wird ebenfalls ordentlich zur Kasse gebeten: In den Tarifen Complete L, Complete 1200, Combi Flat L und Combi Relax 1200 werden monatlich 9,95 Euro fällig, in allen anderen Tarifen 14,95 Euro.

Briten fordern Entschuldigung an Computer-Pionier Turing

Tausende Briten haben eine Petition unterschrieben, in der sie ihre Regierung dazu auffordern, sich postum bei Alan Turing zu entschuldigen, dem Mathe-Genie, das unter anderem die deutsche Verschlüsselungsmaschine Enigma knackte und gemeinhin als Erfinder der modernen Informations- und Computertechnologie gilt. Zu den über 5500 Unterzeichnern der Petition gehören der Evolutionsbiologe Richard Dawkins und der Schauspieler Ian McEwan.

Die Petition wurde vom britischen Programmierer John Graham-Cumming ins Leben gerufen, in einem Brief an die Königin schlug er darüber hinaus Turing zur postumen Verleihung der Ritterwürde vor: Sir Turing.

Turing wurde aufgrund seiner Homosexualität strafrechtlich verfolgt, mit der Androhung, ansonsten ins Gefängnis gesperrt zu werden, zur Einnahme von "triebhemmenden" Hormonen ("chemische Kastration") gezwungen. Turing starb 1954 an den Folgen einer Cyanidvergiftung. Es wird vermutet, dass er Selbstmord begangen hat.

Wikipedia: Farbenfroh vertrauenswürdig

Es war ein einziges Wort, das den Wikipedia-Eintrag zu Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg geradezu provokant wertlos machte: Wilhelm. Ein Internetnutzer fügte diesen falschen Namen den vielen Vornamen des Wirtschaftsministers hinzu, foppte damit die Medien. Doch noch diesen Herbst soll ein Schutzsystem bei Wikipedia in Kraft treten, das solche kurzfristigen Änderungen von möglicherweise zweifelhaften Wikipedia-Nutzern deutlich macht. Forscher des Wiki Labs der University of California haben das WikiTrust-System entwickelt, das Nutzern der Online-Enzyklopädie dabei helfen soll, die Vertrauenswürdigkeit einzelner Wikipedia-Einträge, von Sätzen, Wörtern, Zahlen einschätzen zu können. Eine zuschaltbare Farbkodierung schätzt die Reputation des Autoren einer Änderung anhand der Lebensdauer seiner vergangenen Wikipedia-Beiträge ein. Dahinter steckt der Gedanke, dass gute Gedanken eine längere Lebensdauer in Wikipedia haben, bevor sie von anderen Nutzern verbessert oder gar gelöscht werden.

Mit eingeschaltetem WikiTrust-Feature stehen derlei als zumindest fragwürdig enttarnte Beiträge auf leuchtend orangefarbenem Hintergrund. Texte von vertrauenswürdigen Autoren werden auf helleren Farbschattierungen dargestellt, schreibt "Wired". Je mehr weitere Autoren an den neuen Texten arbeiten, desto vertrauenswürdiger, also farbloser werden sie: Bis schließlich schwarz auf weiß ein fertiger Wikipedia-Eintrag steht.

Gesetzentwurf: Der US-Präsident soll das Internet kontrollieren

Laut Winfuture wird in den USA derzeit über einen Gesetzentwurf diskutiert, der dem US-Präsidenten im Gefahrenfall die Kontrolle über das Internet geben würde. Der bereits im April von Senator Rockefeller vorgelegte Entwurf empörte Internetfirmen und Bürgerrechtsgruppen gleichermaßen, schreibt Cnet. Jetzt ist das Internetmagazin an eine 55-seitige Zweitfassung des Gesetzentwurfs gelangt, der es dem US-Präsidenten im Falle eines "Cybersicherheits-Notfalls" offenbar ermöglichen soll, Privatcomputer und Firmencomputer aus dem privaten Sektor aus dem Netz zu werfen, um das Problem zu lösen.

Dies entspreche etwa dem Befehl von Ex-Präsident Bush, den zivilen Luftverkehr nach dem Attentat auf das World Trade Center in New York stillzulegen, sagte eine senatsnahe Quelle. Sollte das US-amerikanische Stromnetz etwa mit Angriffen aus dem Internet gefährdet werden, solle die Gefahr per Druck auf einen Internet-Aus-Knopf gebannt werden - wie auch immer das technisch funktionieren soll.

Apple ruft zum Rock-n-Roll-Event

Da schlägt das Herz des iPod-Fans doch gleich viel schneller: "Es ist nur Rock and Roll, aber wir mögen's." Der alte Stones-Spruch prangt auf der Einladungskarte zu Apples Presseevent am 9. September. Um was es dabei geht, weiß zum Beispiel Ars Technica, ohne jedoch weiter ins Detail zu gehen: iPods. Und vielleicht um die Beatles, rein digital natürlich.

Frau wegen E-Mail-Geschrei gefeuert

Weil sie in E-Mails an ihre Kollegen zu viel in Großbuchstaben, Fettdruck und farbiger Hervorhebung schrieb, wurde eine Frau ohne Vorwarnung von ihrem Chef gefeuert - ein neuseeländisches Gericht sprach der Frau nach Angaben des "New Zealand Herald" nun 17.000 Neuseeländische Dollar (8137 Euro) Entschädigung zu. Die Kündigung war nicht rechtens.

Die dem Gericht als Beweis vorgelegte E-Mail, nur eine von vielen, war ein Hinweis an die Mitarbeiter der Frau, wie man bestimmte Formulare auszufüllen hatte - mit in guter alter Bürotradition vielfarbig hinterlegten Großbuchstaben und Fettschrift, dem digitalen Äquivalent zum lauten Herumschreien im Großraumbüro. "Zu aggressiv", urteilte der Boss, "ist doch lächerlich", seine ehemalige Angestellte.

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Zum Autor

Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.






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