Von Felix Knoke
Die ARD hat neue Nutzungszahlen für ihre Online-Angebote veröffentlicht. Dese Zahlen zeigen: Die öffentlich-rechtlichen Sender stellen einen gebührenfinanzierten Mediakoloss ins Netz, der viele nicht aus Zwangsgebühren finanzierte Nachrichtenangebote im Web locker wegsteckt.
Im August lag die Zahl der Visits, also die Besucherzahlen, auf Tagesschau.de bei 20,2 Millionen. Das ARD-Netzwerk, also das gesamte Online-Angebot der ARD und ihrer Regionalableger, hatte 34,5 Millionen Besucher. Damit hat allein Tagesschau.de mehr Visits als Welt Online, Faz.net, Stern.de oder Zeit.de - allesamt Angebote, die sich allein aus Online-Werbung finanzieren, wie auch SPIEGEL ONLINE.
| Nutzungszahlen deutscher News-Sites: Wie sich das GEZ-Web breit macht | |||
| Angebot | Visits (Millionen) | PIs (Millionen) | |
| Bild.de | 103,1 | 1360,4 | |
| SPIEGEL ONLINE | 102,6 | 526,1 | |
| ARD Online gesamt* | 34,5 | 204 | |
| FOCUS ONLINE | 22,2 | 132,8 | |
| sueddeutsche.de | 21,7 | 151 | |
| Tagesschau.de allein | 20,2 | 61,5 | |
| WELT ONLINE | 18,6 | 142,8 | |
| FAZ.NET | 17 | 91,8 | |
| stern.de | 14,6 | 152,3 | |
| ZEIT online | 10,3 | 60,4 | |
| rp-online (Rheinische Post) | 9 | 71,3 | |
| DerWesten.de (WAZ) | 6,8 | 78,4 | |
| Hamburger Abendblatt Online | 5,1 | 47 | |
| * zu ARD Online zählen die fünf Online-Gemeinschaftseinrichtungen der ARD: ARD.de, tagesschau.de, sportschau.de, boerse.ARD.de und DasErste.de. Für das ARD Netzwerk (sämtliche Onlineangebote der ARD) veröffentlichen die Rundfunkanstalten keine Visits. Die PIs sind aber mit 505 Millionen im August 2009 doppelt so hoch wie die für ARD online. Quellen: ARD Online Nutzungszahlen August 2009, IVW Online Nutzungsdaten August 2009 |
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Das geheime Data-Mining-Projekt des FBI
Ein schnell wachsendes Data-Mining-System der US-Bundespolizei FBI, das eigentlich zur Jagd nach Terroristen eingerichtet wurde, wird zunehmend gegen Hacker und zur innerstaatlichen Verbrechensbekämpfung eingesetzt. In den FBI-Datenbanken werden Zehntausende Aufzeichnungen von privatwirtschaftlichen Datenbanken zusammengeführt, darunter Material von Autovermietungsfirmen, großen Hotelketten und zumindest eines Kaufhauses. Das zeigen freigegebene Dokumente, in die Wired.com einblick erhielt.
In einem Datenbankzentrum des FBI im Washingtoner Vorort Crystal City im US-Bundesstaat Virginia speichert und verarbeitet die Abteilung "National Security Branch Analysis Center (NSAC) die über 1,5 Milliarden Datensätze - und stellt damit de facto die Weiterführung des umstrittenen Total-Information-Awareness-(TIA) Programms dar, welches das Pentagon nach den Terrorangriffen des 11. Septembers 2001 eingerichtet und nach heftiger Kritik 2003 offiziell wieder aufgegeben hatte.
Bürgerrechtsorganisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) sehen das FBI-Programm äußerst kritisch: "Die Regierung gibt eine ziemlich große Summe Geld für eine unerprobte Technik aus, die unschuldige Amerikaner unnötiger Überwachung und Einschränkung ihrer Freiheiten aussetzt, weil sie fälschlicherweise bei ihnen anschlägt." Kurt Opsahl, ein Anwalt der EFF, ruft den Kongress und die Öffentlichkeit dazu auf, sich das Vorhaben genauer anzuschauen, bevor das NSAC das Projekt vergrößert.
Googles neues Projekt heißt SideWiki
Wer die umstrittene GoogleToolbar einsetzt, kann sich mit der neuen Funktion SideWiki Informationen anschauen, die andere Toolbar-Nutzer auf (irgend)einer Website hinterlassen haben. So eine Art Forum, das Google verwaltet.
Google zeigt dabei nicht die zuletzt abgegebenen Kommentare an, sondern die nach User-Feedback und User-Reputation gewichtet vermeintlich wichtigsten. Internet-Kommentator Jeff Jarvis sieht darin eine Bedrohung für interaktive Netzangebote - zum Beispiel Blogs: "Google versucht, die Interaktivität von der Quelle zu lösen und sie zu zentralisieren." Statt in den Blog-Kommentaren, befürchtet Jarvis, toben sich seine Leser künftig bei Google aus und machen seinen Blog damit weniger wertvoll.
Doch dieses Problem beiseitegeschoben bietet SideWiki eine nicht zu unterschätzende Macht: Es macht auf einen Schlag das ganze Netz kommentierbar, relativ transparent kritisierbar. Eine Betrugs-Website kann damit ebenso auffliegen wie eine legitime Seite mit Schmähkritik in Verruf gebracht werden kann, ohne dass der Seitenbetreiber - oder der Social-Network-Nutzer - dagegen groß etwas unternehmen kann.
Microsofts hässliches Handy-Entlein
Microsoft arbeitet angeblich an zwei neuen Smartphones. Von "Turtle" und "Pure" sollen jetzt Bilder aufgetaucht sein. Man kann Microsoft nur wünschen, dass es eine Fälschung ist: Die Dinger sind potthässlich! Auch Wired.com warnt: "Haltet euch fest, das wird kein schöner Anblick." Die Geräte seien "klobige, kleine Monster."
Gizmodo, das Gadget-Blog, das die Fotos zuerst veröffentlichte, geht davon aus, dass Sharp die Geräte herstellen wird. Sharp stellte auch das Sidekick-Smartphone der US-Firma Danger her, die von Microsoft vor zwei Jahren aufgekauft wurde. Kein Wunder, dass Turtle und Pure an das Sidekick erinnern - und dabei wahrscheinlich Zune-Fähigkeiten spendiert bekommen werden. Aha, sagt dann der aufmerksame Beobachter: Das ist also das legendäre Zunephone, dem kein Experte eine Chance gibt? Oh, Microsoft, deine Gerüchteküche kann es einfach nicht mit Apples Gerüchteküche aufnehmen.
Fitnessstudios verbannen Apples Spanner-iPod
Weil der iPod nano auch eine tolle Spannermaschine ist - eine winzig kleine Videokamera, die aussieht wie ein MP3-Player - sieht sich ein US-Fitnessstudio gezwungen, die neuen Geräte aus den Trainingshallen zu verbannen. Das ist an sich nicht neu: Fotos und Videokameras sind ja bereits in Umkleidekabinen und Schwimmbädern tabu. Problematisch ist der nano-Bann nur für all die, die noch ein altes Gerät haben. Die können, wenn sich der nano-Bann ausweitet, wohl mit immer mehr Diskussionen darüber rechnen, ob sie nur Musik hören ("Ok") oder heimlich Videos aufnehmen ("Raus!").
Peinliche Windows-7-Werbung unterhält Web-Nutzer
Nicht, dass die beiden Microsoft-Handys schon für genug Spott über Microsoft gesorgt hätten, jetzt bemüht sich Redmond mit einem neuen Werbevideo mal wieder selbst um Hohn und Häme: Ist das "Party"-Werbevideo für Windows 7 nun ironiefreie Zone oder feinster, trockenster Humor, fragt sich Wired.com.
Vier Freunde, die Pärchenverhältnisse sind nicht ganz klar, stehen in der Küche und diskutieren sechs absurde Minuten lang über die Partyplanung mit Windows 7. Crunchgear ist sich sicher: Dieses Video ist schlimmer als das legendäre Songsmith-Video, mit dem Microsoft das Humoruniversum faltete. Doch Wired.com überlegt lieber, ob Microsoft nicht Hintergründigeres vorhatte. Ein "zensiertes" Partyvideo zeigt: In Wirklichkeit geht es in dem Videoclip um eine Swingerparty!
WAZ zeigt online ZDF-Videos
DerWesten.de , das ambitionierte Nachrichtenportal der WAZ-Mediengruppe fürs Ruhrgebiet sendet von heute an Videobeiträge des ZDF. Der Deal dürfte in der Verlagsbranche umstritten sein, schließlich stehen im Internet die allein durch Werbung finanzierten (oder auch nicht finanzierten) Angebote der Verlage im Wettbewerb mit den komfortabel und langfristig von GEZ-Gebühren gesicherten Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sender.
Die WAZ-Mediengruppe zahlt nach eigenen Angaben zwar "marktüblich" für die ZDF-Beiträge - das dürfte aber immer noch billiger sein als die Eigenproduktion. Interessantes Detail der Kooperation: Die WAZ-Gruppe darf die Clips nach gesonderter Freigabe durch das ZDF kann auch in ihrem Regionalsender NRW.TV zeigen.
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