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28.09.2009
 

Netzwelt-Ticker

Der potentielle Pirate-Bay-Käufer ist Pleite

Von Richard Meusers

The Pirate Bay: Der Verkauf des Torrent-Trackers gerät zusehends zur FarceZur Großansicht
AFP

The Pirate Bay: Der Verkauf des Torrent-Trackers gerät zusehends zur Farce

Der Pirate-Bay-Verkauf stolpert von einer Hürde zur nächsten. Jetzt geht dem potentiellen Käufer das Geld aus. Außerdem: Angeblich werden Intels Produktideen bei Apple ausgedacht und Überwachungskameras sei Dank könnte man bald Echtzeitvideos in Google Earth sehen. Das und mehr im Überblick.

The Pirate Bay kommt nicht zur Ruhe. Die Übernahme durch die Global Gaming Factory (GGF) von Hans Pandeya hätte bis Mitte September erfolgen sollen, doch nun stellt sich heraus: Pandeya ist pleite, hat Krach mit seinen Gläubigern. Einem ehemaligen Geschäftspartner soll er 400.000 Dollar plus Zinsen schulden. Um diese Forderungen zu begleichen, hat ein Gericht jetzt die Beschlagnahme seines gesamten Vermögens angeordnet. Erst wenn die erhobenen Forderungen beglichen seien, würde die Beschlagnahme wieder aufgehoben.

Das macht den GGF-Chef nicht besonders glücklich, denn nun könnte ihm die Finanzierung des Pirate-Bay-Deals endgültig misslingen. Die benötigten 5,5 Millionen Dollar seien nun schwerer zu beschaffen, so Pandeya. Trotzdem hält der Schwede an seinem Zeitplan fest. Noch in diesem Monat will er das Geschäft abschließen. Die Finanzierung steht allerdings weiter in den Sternen.

Verbreiterung der Datenautobahn

Das Internet im Geschwindigkeitsrausch: Vom kommenden Jahr an will Kabel Deutschland schnelle Internetverbindungen mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) anbieten. Adrian von Hammerstein, Chef von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber, kündigte in der Montagsausgabe der "Financial Times Deutschland" an: "Wir werden 2010 starten, und zwar in einigen großen Ballungsgebieten". Zu Preisen machte er keine Angaben, sagte nur, man werde sich "der Wettbewerbssituation anpassen."

Mit dieser Ankündigung befindet sich KDG in guter Gesellschaft. Die Telekom bietet bereits seit einiger Zeit schnelle Internetzugänge mit bis zu 50 Mbit/s über sein Glasfasernetz als VDSL an. Zum Vergleich: Herkömmliche DSL-Leitungen kommen auf maximal 16 Mbit/s. Die Telekom nutzt die hohe Bandbreite zugleich, um ihr Digital-TV-Angebot T-Entertain zu vermarkten. Ähnliches hat offenbar auch KDG vor.

Bereits Ende August hatte der Internetanbieter 1&1 ähnliche Angebote angekündigt. Das zum Internetdienstleister United Internet gehörende Unternehmen nutzt allerdings das VDSL-Netz der Telekom und verfügt über keine eigene Glasfaser-Infrastruktur. Ein solches Netz nennt dagegen der vergleichsweise kleine Anbieter Wilhelm.tel aus Norderstedt sein eigen. Das nördlich von Hamburg beheimatete Unternehmen vermarktet über sein Glasfasernetz mittlerweile großflächig Internetzugänge mit 100 Mbit/s.

mak

War Intels Light Peak Apples Idee?

Die jüngste Entwicklung des amerikanischen Halbleiterherstellers Intel ist eine superschnelle Glasfaserverbindung namens Light Peak. Die Datenstrippen sollen Transferraten von 10 Gbit/s bewältigen, in späteren Entwicklungsschritten sogar noch wesentlich mehr. Nun berichtet "Engadget", die Hightech-Entwicklung sei vor allem auf Drängen Apples erfolgt.


Das iPod- und iMac-Unternehmen wolle nach dem Motto "der frühe Vogel fängt den Wurm" möglichst bald seine Produkte mit der neuen Technik ausstatten. Bereits vor zwei Jahren sei die Firma aus dem kalifornischen Cupertino an Intel herangetreten und habe im Grunde die komplette Konzeption einer neuen Verbindung zwischen Computern und Peripheriegeräten vorgelegt. Ab Herbst 2010, so Engadget, sollen dann die ersten zu den Glasfaserkabeln passenden Macs ausgeliefert werden. Ab 2011 könnten auch Handys und Handhelds damit ausgerüstet werden.

Twitter-Panne am Wahltag: Wahlleiter erwägt Konsequenzen

Nach einer Onlinepanne bei der Bundestagswahl in Bremen erwägt der Landeswahlleiter Konsequenzen. Es müsse ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob den Medien künftig die Zahlen erst am späten Abend mit dem vorläufigen Endergebnis geliefert würden, sagte Landeswahlleiter Jürgen Wayand dem Radio Bremen. Seine Behörde wolle nun herausfinden, wer die nicht offizielle Internet-Adresse mit den Testergebnissen bekannt gemacht habe. Diese Person habe viel Unheil angerichtet, sagte Wayand.

Über die Internetseite des Landeswahlleiters war am Sonntagnachmittag vor Schließung der Wahllokale ein Bereich zugänglich, in dem die Bundestagswahlergebnisse des Bremer Wahlkreises 55 scheinbar in Gänze und im Detail nachzulesen waren. Die Adresse dieser Homepage hatte das Landeswahlamt nur einigen Journalisten mitgeteilt. Einer von ihnen muss die Adresse etwa an den Internetdienst Twitter weitergereicht haben.

Die Zahlen waren rund zwei Stunden im Netz zugänglich. Wayand hatte noch am Sonntag erklärt, dass es sich bei den Zahlen um Testdaten handele, die zur Vorbereitung der Abläufe in der Wahlnacht in den letzten Tagen produziert worden seien. Diese seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Die Zugangsadresse sei deswegen auch nur einem kleinen Nutzerkreis bekannt gewesen. Einen Einfluss auf das Ergebnis der Bundestagswahl hatte Wayand ausgeschlossen.
ddp

Webcams, Handys, Messstationen: Echtzeitdaten für Google Earth

Beinahe im Wochentakt rüstet Google seine virtuelle Erdkugel Google Earth mit neuen Erweiterungen und Gimmicks aus. Eine neue Idee entstand offenbar aus dem Unbehagen mancher, dass es beim Betrachten der 3D-Kugel vergleichsweise gemächlich zugeht. Die Vogelperspektive liefert zwar schöne Motive, die durch 3D-Gebäudemodelle recht realistische Stadtansichten zu liefern imstande ist. Aber es laufen keine Menschen herum, kein Auto flitzt vorbei. Warum also nicht eine Art Echtzeit-Abbildung vom Verkehr in belebten Innenstadtzonen ins Google-Earth-Angebot integrieren?

Eine Gruppe von Forschern am Georgia Institute of Technologyin Atlanta beabsichtigt genau dies. Die benötigten Datenquellen stehen schon bereit: Verkehrsüberwachungskameras, Videoüberwachungsanlagen an Geschäfts- und Privatgebäuden, Handys. Deren Bewegungsmuster könnten in Google Earth als virtuelle Klone wiederauferstehen. Meteorologische Messstationen sollen aktuelle Wetterdaten für den virtuellen Globus liefern.

Datenschutzbedenken zerstreuen die Forscher durch den Hinweis auf eine umfassende Anonymisierung der Daten, mit denen das System arbeiten soll. Gesichter, Nummernschilder, sogar die Farbe von Autos soll aus dem System getilgt werden.

Werbeerotik per SMS

Und dann war da noch ein Spielzeug für einsame Nerds, die es sich ein bisschen komplizierter machen wollen, bevor sie halbnackte Tatsachen in Augenschein nehmen können. Ein Duftwässerchenfabrikant bewirbt ein neues Produkt mit Printanzeigen, auf denen eine sich lasziv räkelnde Dame auf einem Diwan zu besichtigen ist. Die entscheidenden Stellen sind allerdings ausgespart. Wo es kurvig oder gar ungezogen ist, sind nur weiße Flecken zu sehen. Doch Hilfe bietet die Anzeige selbst an. Schicke eine SMS an die in der Anzeige mitgeteilte Nummer und schon kommende per MMS die fehlenden Versatzteile der nun unverhüllten Werbegrazie auf das Handydisplay.

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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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