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07.10.2009
 

Netzwelt-Ticker

Facebook weiß, wann das Web glücklich ist

Von Richard Meusers

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Per Statistik die Durchschnittslaune ermittelnZur Großansicht
AP

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Per Statistik die Durchschnittslaune ermitteln

Die Community-Plattform Facebook wertet aus, wie sich das kollektive Web-Bewusstsein fühlt, erstellt daraus eine Art Bruttoinlandslaune. AT&T erlaubt endlich VoIP auf dem iPhone, Intel erfindet den selbst-justierenden Chip. Das und mehr im Überblick.

Facebook hat einen Online-Index für gute Laune entwickelt. Am Dienstag veröffentlichte das Unternehmen eine erste Auswertung von Daten der letzten Monate. Aus denen geht hervor, dass die Wahl von US-Präsident Barack Obama im Web als kollektiver Glückstag erlebt wurde, während die Todestage des Hollywood-Schauspielers Heath Ledger und von Pop-Ikone Michael Jackson zu größter Betrübnis führten.

Der von Facebook eingeführte Index für die Bruttoinlandslaune beruht auf der statistischen Auswertung positiver Begriffe wie "glücklich" und "genial" sowie negativ behafteter Worte wie "traurig" oder "tragisch". Als Spielmasse dienen Facebook hierbei die Einträge welche die rund 300 Millionen Facebook-User tagtäglich auf der Community-Plattform hinterlassen.

"Jeden Tag teilen Menschen in Facebook ihren Nächsten mit, wie sie sich fühlen", sagte Adam Kramer von der Facebook-Statistikabteilung. "Dies sind kleine Einblicke ins Wohlbefinden der Menschen - wenn die ausgewertet werden, geben sie Aufschluss über das kollektive Wohlbefinden." Vorerst wird der Index "Bruttoinlandslaune" nur auf Grundlage der englischen Einträge erstellt. Kramer kündigte aber an, dass die Aufnahme anderer Sprachen und Länder geplant ist.

AFP

AT&Ts iPhone-Kunden dürfen via Web telefonieren

Ist das die Kehrtwende im Hickhack um Internet-Telefonate auf dem iPhone? AT&T, Apples amerikanischer Exklusiv-Vertriebspartner für das Kulthandy, macht eine 180-Grad-Wendung, gibt den Widerstand gegen Internettelefonie (VoIP) auf. Bislang war es VoIP-Apps auf dem iPhone verboten das AT&T-Netz zu nutzen. Nur per W-Lan durfte man billig durch das Internet telefonieren. Diese Blockade wird nun aufgegeben.

In einer Erklärung begründete der Telefonriese seine Kursänderung mit Kundenwünschen: "Die heutige Entscheidung wurde nach erneuter Einschätzung der Erwartungen unserer Kunden und ihrer Bewertung von Dutzenden anderer Geräte getroffen", so der Chef der AT&T-Mobilsparte Ralph de la Vega zu "Ars Technica". Deshalb dürfen iPhone-Besitzer bei AT&T jetzt auch die Dienste von VoIP-Anbietern wie Skype im Mobilfunknetz nutzen. Eine Möglichkeit, die in Deutschland schon längst besteht - gegen Gebühr. Für 25 Euro im Monat darf man auch bei T-Mobile versuchen, seine Gesprächskosten per VoIP zu senken.

Intel-Prozessor passt sich an die Umgebung an

Eine schlaue Stromsparerfindung kommt vom Chiphersteller Intel. Der fertigte jetzt den Prototypen eines Chips, der sich auf die umgebende Raumtemperatur einstellen kann. Wird es zu heiß, taktet er sich herunter und passt seine Versorgungsspannung an. Damit wird ein regelmäßig in heißen Sommermonaten auftretendes Phänomen vielleicht bald der Vergangenheit angehören: das der überhitzten CPUs. Wie man dabei noch die "wahre" oder auch nur standardisierte Leistungskapazität eines Prozessors angibt, ist allerdings unklar. Derlei Werte hängen würden bei solchen Chips von Variablen wie der Raumtemperatur und der Lüfterkapazität abhängen.

Overlays für Knast und Lust

Das Web 2.0 - Freiraum für ungehinderte Kommunikation wie auch Tummelplatz für die abseitigsten Selbstdarsteller. Wie nahe hier gut und böse beieinander liegen, demonstriert der Kartendienst Google Maps. Für Bürgerrechtler, die an den Vorgängen in China interessiert sind, gibt es jetzt ein Overlay, dass darüber informiert, an welchen Orten Dissidenten im Gefängnis sitzen. Zwar ist alles auf Chinesisch, aber allein die Übersichtskarte ist schon interessant.

In eine gänzlich andere Richtung gehen die Macher von IJustMadeLove.com. Für Online-Exhibitionisten bieten sie eine neue Plattform der Selbstdarstellung. Die Seite zeigt an, wo gerade Pärchen mit intimer Zweisamkeit beschäftigt sind. Wer die Welt auch an seiner eigenen Lust teilhaben lassen will, kann das vermittels Rechtsklick an den Ort des Treibens tun. Sogar die bevorzugte Stellung kann ausgewählt werden. Um die üblichen Spaßvögel ein wenig zu zügeln, gibt's ein Limit. Mehr als einmal alle 15 Minuten ist die eigene Freudenkundgabe nicht möglich.

Außerdem:

Firefox 3.6 Beta kommt nächste Woche.

Hat YouTube Urheberrechte mit Vorsatz verletzt?

Pirate-Bay-Umzug nach Holland löst keine Probleme.

TV-Sender pleite - England-Ukraine-Fußballspiel nur im Internet.

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Zum Autor

Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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