Diese Geschichte hat alles, was ein Film braucht: Einen Kriminellen, der schließlich am Strand von Cancun verhaftet wird, und einen Staatsanwalt, der die Sorglosigkeit und die Kommunikationsfreude des Ganoven zu seinen Gunsten nutzt. Man könnte eine Tragikomödie daraus machen, einen Slapstick-Film oder einen humorigen Krimi.
Es ist der Fall Maxi S. Im Jahre 2003 erreicht ein damals 20-Jähriger aus Kamerun die Vereinigten Staaten. Auf den Straßen von Seattle versucht er, sich als Blumenverkäufer durchzubringen, bis er Freunde findet, die mehr wollen vom Leben, und vor allem mehr vom Geld anderer Leute. Mit einem Partner luchst er Banken Kredite ab, die dann nie zurückgezahlt werden. Die Masche läuft so prächtig, dass Maxi S. schließlich prominent auf den Fahndungslisten der US-Bundesbehörden landet. Bevor diese ihn greifen können, setzt sich S. gerade noch rechtzeitig ab.
Nach Süden geht die Flucht, rund 3920 Meilen, etwa 6300 Kilometer. Dank der rigiden US-Tempolimits braucht man gut und gern 65 Stunden für so eine Strecke. Tagelang brummt S. den Highway hinab, und niemand hält ihn auf: Für ihn wird es eine Flucht in die Sonne, nach Mexiko, wo er vorerst eine Art Happy End erlebt. Er arbeitet in einem Hotel in Cancun, verbringt seine Tage und Nächte ansonsten vergnügt am Strand und in den Bars.
Wäre es nach Maxi S. gegangen, würde die Geschichte hier enden.
Leben im Paradies
Aber S. ist ein Kind seiner Zeit, er muss kommunizieren, seine Befindlichkeit mitteilen, das Leben präsentieren: "Das Leben", so jubiliert er am 21. Juni auf seiner Facebook-Profilseite, "ist wirklich sehr einfach. Manche von uns Menschen machen nichts draus. Denke immer dran, wir sind nur hier um zu FEIEEEEEERRRRRNNNN!"
Diese Ansicht mochte Michael Scoville nicht teilen - denn der stellvertretende US-Staatsanwalt war an der Suche nach Maxi S. beteiligt. "Der veröffentlichte Mitteilungen darüber, wie gut das Leben sei und wie viel Spaß er mit seinen Kumpels habe. Der lebte definitiv nicht die Art Leben, die wir ihm zugedacht hatten", empörte sich Scoville.
Maxi S. postete Geschichten aus dem "Paradies", und dass er es liebe, dort zu sein. Die Fahnder wussten, wo das Paradies zu suchen war: in Mexiko. Denn sie hatten gezielt Facebook und andere Social Networks durchsucht. Dort plapperte Maxi S. nonstop. Und wie alle guten Social Networker sammelte S. auch Freunde. Im Profil eines dieser virtuellen Bekannten entdeckte Scoville den Hinweis, dass dieser bis vor kurzem für das US-Justizministerium gearbeitet hatte. Maxi S. störte sich nicht daran, er verabredete sich mit dem Mann sogar auf einen Drink in einer Bar in Cancun.
Der Rest war einfach. S. verriet dem Ex-Justizmitarbeiter seine Adresse. Ein netter Apartment-Komplex sei das gewesen, berichteten mexikanische Polizisten ihren US-Kollegen.
Maxi S. sitzt seit September in Auslieferungshaft. In der U-Haft in den USA und vor Gericht dort könnte er auf seinen Kompagnon aus den Bankbetrugszeiten in Seattle treffen, denn auch der ist gefasst. Ihm drohen fünf Jahre hinter Gittern, die Klagen gegen Maxi S. summieren sich auf bis zu 30 Jahre Haft.
Dass Polizei und Fahnder sich bei Facebook und Co. gezielt umsehen, um Beweise für kleinere oder größere Vergehen zu sammeln, dass sie YouTube-Videos analysieren, um Ruhestörer zu identifizieren, sei inzwischen Standard, erklärte Staatsanwalt Scoville. Dass sich ein Flüchtiger quasi selbst fängt, habe er aber noch nicht erlebt. Um Maxi S. zu fassen sei nur eine E-Mail an den Ex-Justizmitarbeiter nötig gewesen mit der Bitte, doch mal anzurufen. Kurz darauf klickten schon die Handschellen.
pat/AP
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Ich kann nicht nachvollziehen, warum hier Kriminelle bemitleidet werden, nur weil sie Banken betrogen haben. Wo sollen wir denn bei Kriminellen die Grenze ziehen? Ist es noch in Ordnung, wenn Kriminelle Kriminelle betrügen? Oder [...] mehr...
OMG 30 Jahre oO der tut mir übertrieben leid wenn mann sich überlegt wie er es in mexico genossen haben muss und dann sowas... tja hoffentlich lernen alle menschen die das lesen drauß PS: Hoffentlich wird diese Story [...] mehr...
OMG 30 Jahre oO der tut mir übertrieben leid wenn mann sich überlegt wie er es in mexico genossen haben muss und dann sowas... tja hoffentlich lernen alle menschen die das lesen drauß PS: Hoffentlich wird diese Story [...] mehr...
Sehe ich genauso. Wie sehr muss dieser Staatsanwalt Michael Scoville von Neid und Unzufriedenheit zerfressen sein, um wertvolle Lebenszeit damit zu verschwenden, jemand wie Maxi S. zu jagen. Als ob es nicht genügend Kriminelle [...] mehr...
Der Mann hat Banken - also Institutionen, die wohl niemand für sonderlich rechtschaffen hält - um Geld geprellt, sich damit im Nachbarland ein schönes Leben gemacht, offenbar jeden Tag bewusst genossen - und nun drohen ihm wegen [...] mehr...
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