Informationen fließen im Echtzeitinternet nicht nur schneller. Sie werden auch mit einer persönlichen Note versehen. Eine Nachricht, die einem ein guter Freund weiterreicht, wird automatisch als relevanter erlebt als eine, von der man auf anderem, weniger persönlichem Weg erfährt. Google hat deshalb eben auch noch eine sogenannte "Social Search" vorgestellt. Wie Google-Managerin Marrissa Meyer bei einer Konferenz in Kalifornien mitteilte, soll man sich unter bestimmten Bedingungen in seine Suchergebnisse auch passende Ergebnisse aus dem eigenen digitalen Freundeskreis einblenden lassen können. Wer nach "Fahrrad mit Nabenschaltung" sucht, könnte dann unter Umständen nicht nur auf die üblichen Händlerseiten stoßen, sondern auch auf das Facebook-Status-Update eines alten Freundes, der sich so ein Rad gerade zugelegt hat. Oder auf einen Blogeintrag eines Bekannten zum Thema. Damit das funktioniert, muss man allerdings ein eigenes Google-Profil anlegen und den Suchmaschinisten gestatten, auf die eigenen Freundesnetzwerke bei Community-Plattformen etc. zuzugreifen.
Microsoft hat über die angekündigte Integration von Facebook-Inhalten in Bing bislang noch nicht viel verlauten lassen. Es könnte aber gut sein, dass die "Social Search"-Arbeitsgruppe von Microsoft mit den Facebook-Inhalten Ähnliches vorhat wie Google mit seiner "Sozialen Suche". Auch hier könnten Informationen aus dem eigenen Bekanntenkreis bevorzugt dargestellt werden. Facebook-Status-Updates lassen sich prinzipiell ebenso behandeln wie Tweets - allerdings müssen Facebook-Nutzer der Veröffentlichung explizit zustimmen, was bislang nur eine Minderheit tut. Man kann also damit rechnen, dass die Riesen-Community ihre Nutzer in Zukunft verstärkt zu mehr Öffentlichkeit drängen wird - was Datenschützer einmal mehr in Sorge versetzen dürfte.
Das "Hast Du schon gehört?"-Internet jedenfalls, da scheint man sich in Redmond und Mountain View einig zu sein, ist das nächste große Ding.
Das gilt übrigens auch dann, wenn weiter wie bisher nur ein kleiner Teil der Internetnutzer dabei mitmacht. Hier gilt das gleiche wie für Verlinkungen, Wikipedia und so viele andere Aspekte des sozialen Netzes: Auch wenn sich nur fünf Prozent aktiv beteiligen - profitieren können alle.
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