Von Sebastian Wieschowski
Wer kennt das nicht: Draußen regnet es, man freut sich auf einen gemütlichen Fernsehabend, doch was da läuft, will man nicht sehen. Jetzt noch hinaus in die Kälte und zur Videothek - das ist kein verlockender Plan. Besitzer einer Playstation können sich diese Mühe künftig sparen - denn Sony möchte seinen Kunden schon bald Filme auf Knopfdruck über die Spielekonsole anbieten.
Noch im November 2009 soll eröffnet werden, kündigte Sony jetzt an. Auch aktuelle Kinoerfolge wie Illuminati, Ice Age 3 oder Brüno sollen über die Videoplattform vertrieben werden. Insgesamt 2.300 Spielfilme und rund 14.000 TV-Serien hat Sony nach eigenen Angaben gebunkert. Renommierte Filmstudios wie 20th Century Fox, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) oder Paramount Pictures liefern ständig Material nach.
Die Kunden der virtuellen Sony-Videothek haben 14 Tage Zeit, um einen Film anzusehen. Ist der Film allerdings einmal angewählt, bleiben nur 24 Stunden. Die Filme können wahlweise auch gekauft und auf der Festplatte der Playstation 3 abgelegt sowie am heimischen Fernseher abgespielt werden. Zudem lassen sich die Streifen auf die PSP übertragen. Die Preisgestaltung sowie ein genauer Starttermin für den Sony-Videoladen sind noch nicht bekannt, in Blogs und Foren sind jedoch der 10. und der 19. November als Eröffnungstag im Gespräch.
Vorstandssitzungen in Second Life
Nur zur Erinnerung: Second Life ist diese virtuelle Parallelwelt, die Anfang 2007 von vielen Medien entdeckt und hochgejazzt wurde. In der folgenden Hysterie kamen Millionen Nutzer meist genau einmal vorbei und verschwanden gleich wieder auf Nimmerwiedersehen, weil sie den Kram doch langweilig fanden. Als letzte bemerkten das die Unternehmen, Organisationen und Regierungen, die in der virtuellen Einsamkeit vergeblich auf Besucher warteten. Inzwischen haben die meisten von ihnen ihre Inseln planieren, ihre Geschäfte verwaisen lassen.
Jetzt hat der Betreiber der virtuellen Welt, Linden Lab, eine Second-Life-Version für Unternehmen vorgestellt. "Eine neue Generation des Business 2.0: Die autarke Plug & Play Lösung Second Life Enterprise ist sicher, flexibel und für Business-Anwendungen optimiert", posaunt der deutsche Second-Life-Provider YOUin3D in einer Pressemitteilung.
In Second Life Enterprise sollen Unternehmen selbstständig virtuelle Welten gründen und betreiben. Vom öffentlichen Second Life ist die parallele Firmenwelt physikalisch getrennt, der jeweilige Netzwerkadministrator hat die volle Kontrolle. In ihren Welten sollen Firmen virtuelle Konferenzen abhalten oder Produkte präsentieren. Serienmäßig sind sieben Regionen vorinstalliert, darunter ein Auditorium für Veranstaltungen und zwei Konferenzräume.
Nach Angaben des Betreibers Linden Lab sind zur Einführung 14 Firmen dabei, die sich die 55.000 Dollar teure Installation leisten, darunter IBM und die Forschungsabteilung der US Navy.
Doch kein Atomausstieg für Hackintosh-PCs
Wer das neue Mac OS X-Betriebssystem auf Nicht-Apple-Hardware benutzt, wurde in den vergangenen Tagen in Angst versetzt: Die Unterstützung für Intels Netbook-Prozessoren vom Typ Atom war angeblich aus der aktuellen Entwicklerversion der Software verschwunden. Jetzt können Betreiber von Hackintosh-Systemen offenbar aufatmen: In einer neuen Vorabversion ist die Atom-Unterstützung doch zu finden.
Zuvor hatte es Diskussionen in Weblogs und Foren gegeben, dass Apple möglicherweise die Fremdnutzung seiner Betriebssysteme unterbinden wolle. Wer mit viel Bastelei das Apple-Betriebssystem Mac OS X auf seinem Netbook zum Laufen gebracht hat, hätte somit das Mac-OS-X-Update auf die Version 10.6.2 lieber auslassen sollen. Jetzt aber nähren sich Vermutungen, wonach die ganze Bestürzung auf einen einzigen Blogeintrag, dessen Autor mit seinen Äußerungen womöglich daneben lag, zurückgingen.
Google werkelt an Social-Media-Baukasten
Zuerst Facebook, dann StudiVZ und jetzt auch noch Google: Eigentlich dürfte kein Internetsurfer einsam sein bei der Fülle an Freundschaftsdiensten im weltweiten Datennetz. Der Suchmaschinenriese hat jetzt zahlreiche neue Funktionen für den Google-Dienst Friend Connect vorgestellt.
Künftig sollen die Interessen und Eigenschaften der Communitymitglieder erhoben werden, um zielgruppengenaue Newsletter zu versenden. Der Seitenadmin soll festlegen, welche Daten abgefragt werden. Wird beispielsweise der Wohnort erhoben, können Community-Manager ab sofort regionalisierte Newsletter schicken. Auf Grundlage dieser Angaben will Google dann auch passgenaue Werbeeinblendungen schalten. Ergänzt wurde auch eine Funktion, mit der private Nachrichten innerhalb des Netzwerkes verschickt werden können.
Google Friend Connect ist eine Art Social-Media-Baukasten, mit dem Webseitenbetreiber ihre Internetpräsenzen bequem mit sozialen Komponenten ausstatten können.
Beatles-Songs endlich digital - auf einem Apfel-USB-Stick
Eigentlich sollten Speichersticks, auf denen ganze Albensammlungen bekannter Künstler zu finden sind, ein Dorn im Auge der Musikindustrie sein. Doch weil die Herstellung der Minispeicher immer billiger wird, verkaufen die Plattenlabels neuerdings die Musik ihrer Künstler selbst auf USB-Sticks. Und pünktlich zu Weihnachten kommt ein Premium-Produkt auf den Markt: Stolze 279 US-Dollar soll ein Stick kosten, auf dem 14 Beatles-Alben zu finden sind. Auf nur 16 Gigabyte Speicherplatz sind die Songs gespeichert, von jedem Titel ist eine Version mit FLAC-Kompression sowie eine MP3-Datei mit einer Bitrate von 320 Kbps verfügbar.
US-Bundesstaat erweitert Sextäter-Datenbank
Wer in den USA wegen einer Sexualstraftat verurteilt wurde, muss sich auch nach der Haft auf einen unangenehmen Alltag einstellen: In mehreren Bundesstaaten müssen Sextäter nicht nur ihre E-Mail-Adressen und Benutzernamen für Internet-Netzwerke offenlegen, sondern auch die Passwörter dazu. Viele Kommunen sind dazu übergegangen, ihre Bürger umfassend über örtliche Sittenstrolche zu informieren: Der US-Bundesstaat Iowa hat seine öffentliche Sextäter-Datenbank jetzt erweitert.
Per E-Mail kann man sich dort warnen lassen, wenn ein Straftäter in die Nachbarschaft zieht. Fotos und persönliche Daten des Verurteilten machen ihn leicht erkennbar. Datenschutzbedenken gegen derartige Projekte wurden in anderen Bundesstaaten bisher klar abgewiesen: "Wir reglementieren ihren Wohnsitz, wir veröffentlichen ihre Daten im Internet. In gewisser Weise dringen wir in ihre Privatsphäre ein. Aber wir denken, dass sie zu einem gewissen Grad ihre Persönlichkeitsrechte verwirkt haben", sagte der Senator von Georgia, Cecil Staton, zu Beginn dieses Jahres.
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