Mit dem Wunsch nach mehr Sicherheit im Internet hat Bundeskanzler Schröder am Mittwochabend die weltgrößte Computermesse eröffnet. Das mangelnde Vertrauen in die Sicherheit der neuen Kommunikationstechniken halte noch viele potenzielle Internet-Anwender von der Nutzung des Netzes ab, sagte Schröder.

Wollen bessere Rahmenbedingungen: Bundeskanzler Gerhard Schröder (r.) und Telekom-Chef Ron Sommer
Mit dem Gesetz über die digitale Signatur sei eine Voraussetzung für hohe Sicherheitsstandards geschaffen worden. "Wenn es sich als notwendig erweisen sollte, werden wir hier weitere Verbesserungen vornehmen." Mit einer digitalen Unterschrift kann ein Internet-Nutzer eindeutig identifiziert werden.
Zugleich setzte sich Schröder dafür ein, den von der Branche beklagten Mangel an Fachkräften kurzfristig durch den Einsatz qualifizierter Arbeitskräfte - etwa aus Indien oder Osteuropa - zu beheben. Deutschland dürfe die derzeitige Aufbruchstimmung der Branche nicht verspielen, sondern müsse deren Wachstumschancen nutzen.
Schröder rief auch zu einer Offensive für "Informationskompetenz" in Deutschland auf. Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, allen Menschen Zugang zu modernen Kommunikationstechniken und dem Internet zu geben. "Unser Land soll auch im Informationszeitalter im internationalen Wettbewerb einen Spitzenplatz einnehmen. Ich bin sicher, dass uns dies gelingen wird", sagte der Kanzler.
Das Wissen über den Umgang mit Computern, Internet und Handys entscheidet seiner Ansicht nach "in starkem Maße über den zukünftigen wirtschaftlichen Rang Deutschlands in der Welt". Der Bundeskanzler sprach sich dafür aus, die Informationstechnik mehr zu nutzen. Schröder lobte die Dynamik, mit der die Branche neue Arbeitsplätze schaffe.

Deutschlandpremiere: Deutschlands Microsoft-Chef Richard Roy hat Windows 2000 am Mittwochabend offiziell vorgestellt
Dieser neue Wirtschaftszweig suche sich den Standort mit den besten Rahmenbedingungen. "Und die sind zurzeit in Deutschland noch unzureichend", sagte Sommer. So müsse, um erfolgreich Internet-Unternehmen ansiedeln zu können. der Markt weniger reguliert sein.
War im vergangenen Jahr vor allem der elektronische Handel Top-Thema der Cebit, ist es in diesem Jahr der mobile Handel im Internet. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Handys, mit denen Waren im Internet bestellt und die Kosten über die jeweiligen Netzbetreiber in Rechnung gestellt werden können.
An Neuheiten gibt es auf der Cebit unter anderem das Betriebssystem Windows 2000 des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft zu sehen, das am Mittwoch erstmals in Europa vorgestellt wurde. Das Programm gilt mit einem Entwicklungsaufwand von zwei Milliarden Dollar als größtes kommerzielles Software-Projekt der Computergeschichte.
Der weltweit führende Chip-Hersteller Intel zeigte in Hannover erstmals in Europa den Prototyp seines neuen Mikroprozessors, der unter dem Codenamen "Willamette" entwickelt wurde. Mit einer Taktfrequenz von 1,5 Gigahertz ist er fast doppelt so schnell wie die aktuell verkauften Pentium-Spitzenmodelle.
Auch für die Verbraucher in Deutschland bringt die Cebit gute Nachrichten: In Sachen Telefonieren läuteten die Anbieter wie in den Vorjahren pünktlich zur Top-Messe eine neue Preisrunde ein. Einen Tag nach der Deutschen Telekom kündigten auch mehrere Wettbewerber zum Teil drastische Tarifsenkungen an.
Am Donnerstag öffnet die Cebit ihre Tore für die Besucher. Mehr als 7800 Aussteller aus 63 Ländern zeigen ihre Produkte. Es werden rund 700.000 Besucher erwartet. Die Messe dauert bis Mittwoch. Am Sonntag und am Mittwoch gibt es billigere Eintrittskarten für Schüler und Studenten für 25 Mark, ansonsten kostet der Eintritt 60 Mark.
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