Sonntag, 22. November 2009

Netzwelt



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10.11.2009
 

Netzwelt-Ticker

Apples Atom-Ausstieg verhindert Mac OS auf Netbooks

Von Sebastian Wieschowski

Bertrand Serlet, Chef-Entwickler des Apple-Betriebssystems, präsentierte Snow Leopard im Sommer: Inzwischen ist klar, dass sich Apple gegen eine Installation auf Atom-Netbooks schützt
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AP

Bertrand Serlet, Chef-Entwickler des Apple-Betriebssystems, präsentierte Snow Leopard im Sommer: Inzwischen ist klar, dass sich Apple gegen eine Installation auf Atom-Netbooks schützt

Schlechte Nachrichten für Netbook-Benutzer, die auf Apples Betriebssystem nicht verzichten wollen - die Unterstützung für Atom-Prozessoren ist in der Endversion des Snow Leopard verschwunden. Außerdem im Überblick: Google kauft Handy-Werbevermarkter, und Firefox soll besonders fehleranfällig sein.

Zuerst gerieten Hackintosh-Bastler in Panik, dann wurde Entwarnung gegeben - und jetzt dürfen Computerbesitzer, die das neue Mac OS X-Betriebssystem auf Nicht-Apple-Hardware benutzen, erneut Frust schieben: Apple hat den Snow Leopard in der Version 10.6.2. endgültig fertig gestellt - und die Unterstützung für Intels Atom-Prozessor, der vor allem in kleinen Netbooks installiert ist, hat sich erneut in Luft aufgelöst.

Zuvor hatte es Diskussionen in Weblogs und Foren gegeben, dass Apple möglicherweise die Fremdnutzung seiner Betriebssysteme unterbinden wolle. Wer mit viel Bastelei das Apple-Betriebssystem Mac OS X auf seinem Netbook zum Laufen gebracht hat, hätte somit das Mac-OS-X-Update auf die Version 10.6.2 lieber auslassen sollen.

Kurz darauf glaubte die Hackintosh-Gemeinde jedoch, dass die Bestürzung auf einen einzigen Blogeintrag, dessen Autor mit seinen Äußerungen womöglich daneben lag, zurückging. Inzwischen klagen jedoch bereits zahlreiche Netbook-Nutzer in englischsprachigen Internetforen über Probleme beim Update auf Mac OS X 10.6.2. Die Atom-basierten Netbooks verharren den Berichten zufolge nach der Installation von Mac OS X 10.6.2 und anschließendem Reboot in einer Neustartschleife.

Google kauft den Handy-Werbevermarkter Admob für 750 Mio. Dollar

Die Wir-wollen-alles-wissen-Firma öffnet mal wieder die Brieftasche und gönnt sich einen kleinen Einkauf: Suchmaschinenriese Google sichert seinen Einfluss auf dem stark wachsenden Handywerbemarkt und kauft für satte 750 Millionen Dollar die Startup-Firma AdMob. Das erst drei Jahre alte Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien bezeichnet sich selbst als Betreiber des "weltgrößten Marktplatzes für Handy-Werbung". Nun soll Admob für Google die Werbemöglichkeiten für die mobile Nutzung untersuchen.

Google experimentiert bereits seit Monaten mit Testanzeigen in iPhone-Applikationen und auf Mobiltelefonen mit dem Android-Betriebssystem. Der Markt sei noch klein, habe aber enormes Wachstumspotential, erklärte eine Google-Managerin. Immerhin sei die Zahl der Suchanfragen via Mobilfunk im dritten Quartal um 30 Prozent gestiegen. Admob ist das erste größere Unternehmen seit mehreren Monaten, das von Google übernommen wurde. Unternehmenschef Eric Schmidt hatte angekündigt, nach der weltweiten Finanzkrise wieder auf Einkaufstour gehen zu wollen. Sieht so aus, als sei die Christmas-Shopping-Tour eröffnet.

Studie bescheinigt Firefox besonders starke Fehleranfälligkeit

Ein halbes Jahrzehnt ist es her, dass der Mozilla-Browser Firefox antrat, dem übermächtigen Internet Explorer von Marktführer Microsoft Paroli zu bieten. Derzeit feiern Open-Source-Programmierer in aller Welt den Siegeszug des Microsoft-Konkurrenten - und das US-amerikanische Sicherheitsunternehmen Cenzic präsentiert ein Geburtstagsgeschenk, über das sich die Firefox-Jünger nicht freuen dürften: Mit einem Anteil von 44 Prozent wies Firefox ihnen zufolge die meisten Sicherheitslecks und Fehler im ersten Halbjahr 2009 auf, während der Internet Explorer - einst zurecht als ab Werk installiertes Sicherheitsleck geschmäht - nur noch in 15 Prozent der gemeldeten Fälle negativ auffiel.

Vorrangige Fehlerquelle ist nach Angaben von Cenzic-Technikchef Lars Ewe die große Anzahl an Erweiterungen, die für den Firefox auf dem Markt sind. Die Firefox-Entwickler haben für das schlechte Abschneiden ihres Browsers eine ganz eigene Erklärung parat: Anders als Microsoft oder Apple mache Mozilla den Quellcode des Browsers frei zugänglich, so dass Fehler nicht versteckt werden können. Im Klartext: Das sei keine Schwäche, sondern Transparenz.

Auch Mitbewerber Apple hat sich übrigens nicht mit Ruhm bekleckert: Der Safari-Browser verbuchte angeblich 35 Prozent der gemeldeten Sicherheitsprobleme.

Animationsfilm zuerst über Internet-TV und erst danach auf DVD erhältlich

Läutet Sony langsam aber sicher das Ende des Filmvertriebs per DVD ein? In erster Linie will der Technologiekonzern für seine hochmodernen Internetfernseher Werbung machen - und hat sich zu einer ungewöhnlichen Vermarktungsaktion entschlossen.

Der Animationsfilm "Cloudy With a Chance of Meatball" soll zuerst auf Sony-Internetfernsehern zu sehen sein, bevor er auf DVD gebannt wird und in die Geschäfte kommt. Das Sony-Experiment dürfte auch als Folge der ständig sinkenden Einnahmen aus den DVD-Verkäufen verstanden werden - die Branche muss neue Wege finden, um mit bunten Bildern gutes Geld zu verdienen. Als Kampfansage gegen große Kaufhäuser wie Wal-Mart, die bisher besonders viel Platz für DVD-Regale freigemacht hatten, versteht Sony seine Vertriebsidee dennoch nicht: "Wir brauchen keinen Krieg mit Wal-Mart, und ich glaube nicht, dass sie unserer Idee feindlich gegenüberstehen", sagte Sony-Manager Howard Stringer. Der Exklusivvertrieb werde den Fernseher aufwerten, wovon auch der Einzelhandel profitiere.

Kubanische Bloggerin berichtet von Verschleppung und Prügel

Wenn es um die Freiheit des Internets geht, ist das kommunistische Kuba alles andere als revolutionär: Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen wird das Internet auf der Karibikinsel von weniger als zwei Prozent der Bevölkerung genutzt. Und wer einen "gegenrevolutionären" Artikel für eine Website in einem anderen Land verfasst, kann für zwanzig Jahre ins Gefängnis kommen.

Wie schwer es kritische Köpfe in Kuba haben, musste jetzt offenbar die Bloggerin Yoani Sánchez erfahren. Die 34-Jährige ist nach eigenen Angaben von Geheimpolizisten in Zivil geschlagen und vorübergehend festgenommen worden. "Sie haben mich geschlagen und mit dem Kopf voran in ein Auto verfrachtet", schrieb die Bloggerin in ihrem Internettagebuch "Generación Y". Die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch verurteilte in einer Erklärung den Einsatz "brutaler Gewalt", um Sánchez "zum Schweigen zu bringen".

Sánchez ist in der Netzwelt keine Unbekannte: Regelmäßig berichtet sie über die schweren Seiten des Alltags im kommunistischen Kuba, im vergangenen Jahr erhielt sie dafür den renommierten Preis "Ortega y Gasset" der spanischen Zeitung El País. Ihr Bericht von Verschleppung und Schlägen wird von einem Blogger-Kollegen bestätigt, den es ähnlich traf.

Richter verbannt Mobiltelefone: Twitter vor Gericht verboten

Wenn Gerichtsberichterstatter oder Schaulustige in den USA auf der Zuschauerbank Platz nehmen, sollten sie ihr Mobiltelefon außer Sichtweite des Richters halten - denn die Nutzung des Kurznachrichtendienstes Twitter ist nach der Entscheidung eines US-Bundesrichters nicht zulässig. Zuvor hatte ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat Georgia mehrere Prozessbeobachter des Saales verwiesen, weil sie Echtzeit-Berichte aus den Verhandlungen zwitscherten. Die Twitter-Nutzung soll nach Artikel 53 der amerikanischen Prozessordnung jedoch verboten sein - darin ist festgelegt, dass Sofortberichte aus dem Verhandlungssaal nicht gestattet sind.

Und so müssen auch die professionellen Twitter-Berichterstatter draußen bleiben: Ein Reporter des "Columbus Ledger-Enquirer" hatte um Erlaubnis gebeten, aus einem Korruptionsprozess live zu twittern - und ein Twitter-Verbot auferlegt bekommen. Die Rechtsprechung zu Twitter im Gerichtssaal ist allerdings nicht eindeutig: Vor einigen Monaten hatte ein Richter im US-Bundesstaat Kansas geurteilt, dass die Benutzung des Kurznachrichtendienstes durchaus legitim sei.

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SEBASTIAN WIESCHOWSKI

... Zeitungsbastler seit Kindertagen und Schleswig-Holsteiner aus Leidenschaft, landete nach Abi und Zivildienst an der Kölner Journalistenschule und lebt und schreibt inzwischen im ICE zwischen der Katholischen Uni in Eichstätt (Bayern) und dem norddeutschen Heimatdorf.









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