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11.11.2009
 

Netzwelt-Ticker

Cookies bald zustimmungspflichtig

Von Richard Meusers

Keks-Fabrikation: Bekommt die EU gebacken, was eine Zustimmungsverpflichtung bei Web-Cookies für Nutzer und Web-Unternehmen bedeuten würde?Zur Großansicht
AFP

Keks-Fabrikation: Bekommt die EU gebacken, was eine Zustimmungsverpflichtung bei Web-Cookies für Nutzer und Web-Unternehmen bedeuten würde?

Umstrittener Nachschub für Ballerfans, Cookies könnten demnächst genehmigungspflichtig werden, Kindle-Software gibt es jetzt auch für PC und Spanien legt an die vier Millionen Prepaid-Handys still. Das und mehr im Überblick.

Die EU will die Datenschutzrichtlinien in Bezug auf Cookies erheblich verschärfen. Künftig könnten die Online-Kekse - kleine Textdateien, in denen Daten etwa zu Seitenaufrufen und Browsereinstellungen abgelegt werden - zukünftig von der ausdrücklichen Einwilligung des Nutzers abhängig werden. Das berichtet zumindest das britische Juristenfachmagazins "Out-law.com", das von der geänderten Verordnung vor allem eine erhebliche Behinderung für die Wirtschaft befürchtet.

Denn jede Webseite dürfe beim Besucher demnächst nur dann ein Cookie setzen, "wenn er klare und verständliche Informationen erhalten und seine Zustimmung gegeben hat". Aus Sicht von Online-Medien wäre das eine Katastrophe: Betreiber von Web-Seiten nutzen Cookies, um zum Beispiel ein bequemes Einkaufen zu ermöglichen. Sie sorgen dafür, dass beim Einloggen in den Instant Messenger nicht jedesmal Nutzernamen und Passwort eingeben werden muss. Bei SPIEGEL ONLINE werden sie unter anderem eingesetzt, um - anonymisiert - zu registrieren, wie viele Menschen welche Werbung zu sehen bekamen.

Die über Cookies erhobenen, anononymen Daten sind ein wichtiger Bestandteil der Refinanzierungskonzepte von Web-Unternehmen, die online Inhalte oder Dienstleistungen verschenken und dies werblich refinanzieren.

Immerhin, eine Ausnahme lässt die Verordnung, die natürlich auch ins nationale Recht aller EU-Mitglieder umgesetzt werden muss, noch zu: Wenn das Cookie "unbedingt erforderlich" ist, darf es auch weiterhin direkt auf dem Computer des Surfers abgelegt werden. Inwieweit damit dem eigentlichen Ansinnen der Eurokraten gedient ist, Viren- und Malwarebefall von Rechnern Einhalt zu gebieten, bleibt unklar. Zumal Cookies in dieser Hinsicht kaum ein Problem sind: Moderne Malware sucht sich andere, bessere Wege.

Lang erwartet: "Call of Duty 2" ist draußen

Alle reden vom Frieden - wir nicht. Nach diesem ereignisverheißenden Motto zocken weltweit Millionen Gamer begeistert die verschiedensten Kriegsspiele. Ein besonders beliebtes darunter ist das 2007 auf den Markt gekommene "Call of Duty". Von besorgten Elternverbänden und Politkern wegen seiner Gewaltverherrlichung verteufelt, erfreut es sich in der Spielergemeinde umso größeren Zuspruchs. Kein Wunder, dass die Schlangen lang waren, als gestern die neue Version veröffentlicht wurde.

Unzählige Fans warteten vor den 10.000 Verkaufsstellen in den USA. Die hatten bis Mitternacht geöffnet, um des Andrangs Herr zu werden. Die Macher von Activision Blizzard hoffen, mit dem Verkaufsstart noch die hohen Zahlen zu übertreffen, die mit "Grand Theft Auto IV" erreicht wurden. Das neue Ballerspiel, in dem tapfere Amerikaner russische Attentäter jagen, soll in der ersten Woche 500 Millionen Dollar in die Kassen spülen.

Währenddessen entzündet sich auch an der Neuversion von "Call of Duty" zum Teil heftige Kritik. Vor allem der Umstand, dass Spieler in der Startsequenz auch die Rolle von Terroristen übernehmen und nach Herzenslust Unschuldige niederstrecken können, sorgt für Empörung. Aber wahrscheinlich ist das nur eine gezielte Provokation, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu erhöhen - und damit auch die Verkaufszahlen.

Spanien klemmt bis zu vier Millionen Prepaid-Handys ab

Anonymität beim Telefonieren mit dem Handy? In Spanien ist das seit den Terroranschlägen vom März 2004 in Madrid verboten. Jeder Käufer einer Prepaid-SIM-Karte muss sich mit einem Ausweis identifizieren und registrieren lassen. Auch die Benutzer älterer Sim-Karten hätten sich eigentlich noch nachträglich ins Register aufnehmen lassen müssen.

Taten sie aber nicht, weshalb die Behörden nun kurze Fuffzig machen und alle nicht registrierten Karten schlicht sperrten.Und das sind immerhin an die vier Millionen. Außer zum Notruf 112 kann man mit den betroffenen Handys nirgendwohin mehr telefonieren, eingehende Anrufe sind ebenfalls geblockt. Die Besitzer der verstummten Karten haben jetzt sechs Monate Zeit, um sich registrieren zu lassen. Ansonsten sind nicht nur die Telefonnummern weg, sondern auch die auf den Karten gespeicherten Guthaben. Und die dürften sich auf 25 Millionen Euro belaufen.

Kindle jetzt auch für PC

Amazons E-Book-Angebot kann ab sofort nicht nur auf dem Kindle gelesen werden, sondern ebenso auf iPhones und PC. Dazu veröffentlichte das Onlinekaufhaus eine passende, multitouchfähige Software namens "Kindle für PC".

Das Programm erlaubt den direkten Einkauf im Kindle Store, Leseproben und die Lektüre bereits erworbener Titel. Das Programm synchronisiert sich automatisch mit einem Kindle-Reader, so denn einer im Haushalt vorhanden ist. Hat der Leser am PC an einer bestimmten Stelle abgebrochen, kann er am gleichen Ort im Kindle weiterlesen.

Das ist sozusagen Kindle zum Üben, eine Art Trockenlesen ohne das kleine Surfbrett: Von der Bedienung her ist es ähnlich, vom Leseerlebnis her nicht - die Displays von E-Books stellen Schrift erheblich besser dar als die Monitore von PC das können.

Adobe wirft jeden zehnten Angestellten raus

Die Wirtschaftskrise ist noch lange nicht vorbei, das spüren auch die alteingesessenen Platzhirsche unter den IT-Unternehmen. Schon im letzten Dezember entließ Softwareschmiede Adobe 600 Beschäftigte, nun trifft es, wieder kurz vor Weihnachten, weitere 690 Angestellte. Damit entledigt sich die Firma jedes zehnten Mitarbeiters. Zur Begründung musste die bereits viel zu oft gehörte "Notwendigkeit der Restrukturierung" dienen. Auch beim erst jüngst von Adobe übernommenen Webanalyse-Unternehmen Omniture mussten inzwischen neun Prozent der Belegschaft gehen.

Windows -7-Aktivierung geknackt

Gerade auf dem Markt und schon sind die Umsätze gefährdet. Zumindest einige Nutzer dürften Microsofts neues Betriebssystem Windows 7 in Zukunft umsonst verwenden. Denn die windows-übliche Aktivierung, jetzt Windows Activation Technologies (WAT) geheißen, wurde von Hackern erfolgreich umgangen.

Damit existiert jetzt eine "freie" Version, die auch nach dem Ende des 30-Tage-Aktivierungsfrist weiterhin funktioniert. Zwar nervt sie dann mit einem schwarzen Hintergrund und dem Hinweis, diese Windowskopie sei nicht authentisch. Doch auch an diesen lästigen Nebeneffekten der WAT-Umgehung arbeiten die Hacker bereits.

Nun wird das gleiche Spiel wie schon beim Vorgänger Vista losgehen. Hacker freuen sich über ihren Erfolg, Microsoft legt ein Servicepack mit neuem und verbessertem WAT vor und so weiter. Auch wenn die Techniker aus Redmond eigentlich aus den Vorgängen gelernt haben sollten, die Methode funktioniert noch immer.

Außerdem:

Google an Murdoch: "Du willst uns ausperren? Mach doch!"

Noch eine Anti-Grippe-Seite von Google.

Indie-Streifen wird zum Filmhit - dank YouTube.

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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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