Von Richard Meusers
Von Seiten der Musikindustrie wird gerne das böse Internet angeführt, um den Niedergang der Branche zu begründen. Filesharer würden Raubkopien tauschen statt Originale zu kaufen, die Künstler damit leer ausgehen. Aber stimmt dieses Szenario überhaupt? Eher nicht, wenn man der Londoner "Times" glaubt, die Verkaufzahlen analysiert hat.
Da fällt zweierlei auf: Die Erlöse beim CD-Verkauf sind gesunken, gleichzeitig die Einnahmen, die Musiker bei Live-Konzerten erzielen, gestiegen. Bleibt es bei der gegenwärtigen Entwicklung, wird das aus Gigs erlöste Geld im kommenden Jahr erstmals die aus dem Verkauf von Musik stammenden Gewinne übersteigen, zumindest in Großbritannien.
Wie der starke Anstieg der Konzerterlöse beziehungsweise die Zunahme der Veranstaltungen zu begründen ist, hat das Zeitungsteam nicht untersucht. Ein weiteres scheint allerdings klar zu sein: Live-Konzerte sind der mit Abstand lukrativste Bereich im Musikbusiness, auch für die Künstler selbst. Denn hier erhalten sie einen vergleichsweise hohen Anteil an den Einnahmen.
Womit erneut ein Indiz für die Theorie vorhanden wäre, dass nicht so sehr die Musikbranche an sich unter dem Phänomen Internet leidet, sondern vor allem die klassischen Major Labels, die in ihrer Unbeweglichkeit die Trends der letzten zehn Jahre verschlafen haben. Das entsprechende Schaubild, das die Entwicklung der verschiedenen Erlösquellen darstellt, wird von der "Times" denn auch nüchtern kommentiert: "Das ist das Diagramm, das die Musikindustrie Ihnen nicht zeigen will".
Mutter bittet im Internet um Tipps zur Leichenbeseitigung
Vier Tage lang versteckte eine Mutter in Taiwan die Leiche ihrer misshandelten Tochter, versuchte den Körper zu kühlen, um die Verwesung zu bremsen, schließlich bat sie in einem Web-Forum um Hilfe, berichtete die Zeitung "Apple Daily" am Montag. Offenbar sei die vierjährige Lee Wan-yen von ihrer Familie regelmäßig geschlagen worden und schließlich nach einer Misshandlung durch eine Cousine der Mutter gestorben.
Als die Mutter die Leiche gefunden habe, habe sie versucht, sie mit Eiswürfeln und einem Ventilator zu kühlen. Schließlich habe sie am Sonntag in einem Internetforum die Frage gestellt: "Wie soll man mit einem toten vier Jahre alten Kind verfahren? Dringend, bitte!" Eine Antwort auf ihre Frage bekam die Frau nicht, wurde stattdessen von einem Forumsnutzer dazu überredet, die Polizei zu alarmieren. Die Mutter und zwei Verwandte wurden festgenommen.
AFP
Torrents einfach per Browser herunterladen
Torrents sind ein beliebter Weg, um große Datenmengen mit Hilfe eines P2P-Netzwerkes zu verteilen. Und das gilt beileibe nicht nur für illegale Filmkopien, sondern auch für ganz normale Dateien. Zukünftig wird der Datenaustausch noch leichter, denn im Unterschied zum bisherigen Verfahren muss dazu jetzt nicht einmal mehr ein Bittorrent-Programm gestartet werden.
Getreu dem uralten Prinzip der ftp-Downloads bietet die Seite Kick Ass Torrents nicht nur Torrent-Dateien zum Herunterladen mit einem der üblichen Bittorrent-Clients, sondern auch als http-Download direkt im Browser an. Das wird durch die Zusammenarbeit mit dem Downloadservice httpTorrents möglich, der neben dem Download auch noch das Streaming von Musiktiteln anbietet.
Gegenüber Torrentfreak erklärten die Betreiber, der Vorteil eines direkten http-Downloads wäre vor allem für solche Nutzer bedeutsam, die aus welchen Gründen auch immer keinen Zugriff auf Torrentseiten haben oder keine Bittorrent-Clients verwenden könnten.
BGH: Internetseitenbetreiber haftet für Nutzerbilder
Eine Schlappe haben die Betreiber des Rezepte-Portals Chefkoch.de vor dem BGH gegen ihren Prozessgegner Marions Kochbuch erlitten. Die Betreiber von Marions Kochbuch hatten geklagt, weil Chefkoch-Nutzer Bilder verwendeten, die ursprünglich von der Website des Klägers stammten. Das geht nicht, urteilte das höchste Gericht und ließ die beantragte Revision nicht zu, schließlich gebe es eine Pflicht des Seitenbetreibers, fremde Inhalte zu prüfen (Az.: I ZR 166/07).
Das gelte umso mehr, wenn die Nutzer ihr Einverständnis geben müssten, dass von ihnen auf der Seite hochgeladenes Material vom Betreiber weiter genutzt werden könne. Damit wurden entsprechende Urteile der Vorinstanzen bestätigt, die sämtlich dem bisher vor allem durch profitable Massenabmahnungen bekanntgewordenen Küchenservice Marions Kochbuch das Recht auf Schadenersatz für die eingetretenen Urheberrechtsverstöße zugesprochen hatten.
Chrome OS noch diese Woche?
Beim Branchendienst Techcrunch hört man schon wieder das Gras wachsen und will aus einer "verlässlichen Quelle" erfahren haben, Google sei dabei, sein Betriebssystem Chrome OS noch in dieser Woche zu veröffentlichen. Dem Vernehmen nach wird es sich dabei um ein ziemlich dürres Programm handeln, weil die meisten Inhalte und Prozesse nicht auf der heimischen Festplatte ablaufen sollen. Vielmehr sind die Funktionen in die Google-Cloud verlagert worden, was bedeuten würde, das Gratis-Programm braucht keine dicken Rechner mit superschnellen Prozessoren. Damit deckt der Suchmaschinist mit Android für Handys und nun Chrome OS für Net- und Notebooks den Markt für mobile, internetfähige Geräte weitgehend ab und könnte mit seiner Gratis-Attacke den alteingesessenen Platzhirschen das Leben schwer machen. Und das kurz vor dem Weihnachtsgeschäft!
Liebe per DNA-Test
Auf der Suche nach der großen Liebe? Wie wär's denn da mal mit einem DNA-Abstrich? Kein Scherz, das ist der Kern eines Angebotes von einigen Unternehmen, die ihr Geld mit Gentests machen und so ihr Geschäftsfeld erweitern wollen. Die genetische Partnervermittlung will aufgrund DNA-bezogener Kompatibilitäten ihren Kunden die Vorteile biologischer Übereinstimmung nahebringen.
Schon lange ist bekannt, dass sich Menschen voneinander angezogen fühlen, deren Immunsysteme einander möglichst unähnlich sind. Die entsprechenden genetischen Codierungen sollen nun im Rahmen der wissenschaftlichen Eheanbahnung ermittelt, und so möglichst gut zueinander passende Paare gebildet werden. Bislang konnte man sich bei der Partnersuche ja nur auf die eigene Nase verlassen. Die Art des Immunsystems geht mit einem dazugehörigen Körpergeruch einher, und der Duft eines Trägers möglichst andersartiger Immunabwehr riecht offenbar besonders anziehend.
Deutsche Zocker kaufen lieber Fußball als Krieg
"Call of Duty: Modern Warfare 2" ist der größte Verkaufsschlager der Entertainmentgeschichte - schon am ersten Tag wurden mit dem Egoshooter über 300 Millionen Dollar umgesetzt. Hierzulande aber schlug ein Fußballspiel den Rekordhalter: Wie die Media Control Trendcharts zeigen, verkaufte sich der "Call of Duty"-Titel in der ersten Woche auf dem deutschen Markt für Xbox 360, PC und Playstation 3 insgesamt 236.000-mal, das Fußballspiel "Fifa 10" ging für die gleichen Plattformen in einem vergleichbaren Zeitraum 263.000-mal über den Ladentisch. Allerdings hat "Call of Duty" keine Jugendfreigabe, darf also nur an Erwachsene verkauft werden, während "Fifa 10" für Spieler jeden Alters freigegeben ist.
cis
Außerdem:
Falsches UMTS-Netz: 46.000-Euro-Rechnung.
USA: Sorgen Tauschbörsennutzer für das Ende von offenem W-Lans in Städten?
Studie: Social-Network-Muffel sind die glücklicheren Menschen.
Frau gibt sich online als Mädchen aus und überführt pädophilen Ehemann.
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