ThemaUmbruch der MedienweltRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
25.11.2009
 

Zeitungsbericht

US-Verlage planen iTunes für Zeitschriften

Der "New York Times" zufolge haben vier große US-Zeitschriftenverlage eine Allianz fürs Netz gegründet. Auf einer gemeinsamen Plattform wollen sie demnach künftig Inhalte aus Magazinen wie dem "New Yorker" oder "Time" verkaufen.

Die geplante Plattform werde von den Verlegern intern als "Online-Zeitungskiosk" oder "iTunes für Magazine" bezeichnet, berichtet die "New York Times". Die Allianz bestehe aus den Verlagen Condé Nast ("Wired", "Vanity Fair"), Time ("Sports Illustrated"), Hearst ("Cosmopolitan", "Esquire") und Meredith ("Better Homes", "Fitness"). Gemeinsam wollten diese nun Magazine im Web verkaufen, in unterschiedlichen digitalen Formaten, aber auch gedruckte Einzelexemplare und Abonnements dort vertreiben. Der Zeitschriftenmarkt leidet massiv unter der Anzeigenkrise und rückläufigen Verkaufszahlen.

Man sei sehr daran interessiert, "Kontrolle über die digitale Leserschaft zu gewinnen", sagte ein ungenannter Insider der "New York Times". Gemeinsam wollten die Verlage spezielle digitale Formate für Endgeräte wie iPods oder Handys entwickeln. Leiten soll das neu zu gründende Unternehmen der "Time"-Spitzenmanager John Squires, berichtet der "New York Observer". Squires war bei "Time" bislang damit betraut, eine neue Digitalstrategie für den Konzern zu entwerfen. Dabei sollte es bereits explizit auch um neue Modelle für kostenpflichtige Inhalte in digitaler Form gehen.

Allianzen von Inhalte-Anbietern haben sich insbesondere in den USA in jüngerer Zeit als fruchtbare Lösung für die durch das Web entstandenen Vertriebsprobleme erwiesen. Allerdings gilt vielen von ihnen iTunes nicht uneingeschränkt als Paradebeispiel für eine gelungene gebündelte Verkaufsplattform - schließlich diktiert Apple hier die Bedingungen, insbesondere die Preise. Das hat schon verschiedentlich zu heftigen Reibereien zwischen Musikbranche und dem iPod-Konzern geführt.

Wenn die US-Verleger nun also mit einer eigenen Plattform versuchen, den Mittelsmann auszusparen, orientieren sie sich eher an der in den USA sehr erfolgreichen Videoplattform Hulu: Die gehört gemeinsam NBC Universal, Rupert Murdochs News Corporation, und Disney. Bei Hulu sind Filme und Serienfolgen diverser TV-Sender und zweier großer Filmstudios abrufbar, umgeben von Werbung. Bezahlen muss man fürs Ansehen nichts.

cis

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web
alles zum Thema Umbruch der Medienwelt

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP