Von Konrad Lischka
Die Nasa hätte sehr, sehr viel Geld verdienen können mit dieser Idee. Es hätte vielleicht für eine Mondstation gereicht. Im November 2000, lange vor Facebook, Wikipedia, iStockphoto und all den anderen Internetseiten und -unternehmen hatten einige Nasa-Wissenschaftler eine großartige Idee. Sie wollten ausprobieren, ob Freiwillige, von denen jeder nur ein paar Minuten arbeitet, etwas von der Routinearbeit leisten können, die sonst ein Wissenschaftler in vielen Monaten ununterbrochener Tätigkeit schafft.
Es ging damals um Aufnahmen der Marsoberfläche, auf denen die Nasa Meteoritenkrater finden und klassifizieren wollte. Die geniale Idee der Wissenschaftler: Das können unbezahlte Freiwillige vielleicht genauso gut wie Mitarbeiter. Man stellte auf der Nasa-Website die Aufnahmen bereit. Freiwillige konnten sich registrierten und auf den ihnen zur Bearbeitung zugewiesenen Fotos die Einschlagsorte markieren. Wer einen kleinen Online-Test erfolgreich absolvierte, durfte sogar die entdeckten Krater nach einem Nasa-Schema klassifizieren.
Die Nasa hatte einen großartigen Namen für die unbezahlten Helfer: Clickworkers. Das Projekt war ein Erfolg. Im ersten Monat hatten die Klick-Arbeiter 271.211 Krater entdeckt und 76.003 klassifiziert.
Das Klick-Arbeiter-Prinzip haben viele Organisationen und Unternehmen in den 2000er-Jahren weiterentwickelt. Sie sammeln die Klicks anonymer Nutzer und veredeln sie zu Wissen. Beteiligt ist immer eine unbestimmte Masse an Menschen, die über das Internet wie auch immer geartete Daten schafft und bei einem Anbieter anhäuft. Egal ob Texte (Wikipedia), Kaufentscheidungen (Amazon) oder Bekanntschaften und Vorlieben (Facebook) - die große Kunst der erfolgreichen Datenorganisationen besteht darin, diese Informationen zu zentralisieren, zu ordnen und so auszuwerten, dass ein Mehrwert entsteht.
Massen vernetzen, Daten sammeln, analysieren und vermarkten - SPIEGEL ONLINE stellt die erfolgreichsten Datenveredler-Modelle der 2000er-Jahre vor.
Auf anderen Social Networks posten:
..... Es sind die Schwachen, die mit Härte ihre Macht und ihre angebliche Stärke zeigen wollen. Einer der Wegbereiter der Gewalt hierzulande heißt: Gerhard Schröder! Er tat alles, die Stammtische zu befrieden, sei es mit [...] mehr...
Die Erkenntnis, das die EU wohl ein Polizei- und Überwachungsstaat wird, den bisher dystopische Romane beschrieben *aus der ZEIT: Indect – der Traum der EU vom Polizeistaat - Ein Forschungsprojekt soll Wege finden, [...] mehr...
.... Stimmt, die Gewalt ist in den letzten zehn Jahren auffallend eskaliert: Folterlager der USA, Intensivere Überwachungen unter dem Deckmäntelchen der Terrorbekämpfung, die Sondereinheiten der Polizei wurden noch besser [...] mehr...
... nicht den Brandherd ! Alles in allem eine sehr oberflächliche Betrachtung ihrerseits. Wie wäre es denn mit diesen Vorschlägen: ... statt die Perspektivlosigkeit für Jugendliche in einem hierzulande maroden [...] mehr...
Die wichtigste und erschreckendste Veränderung ist, daß seit ein paar Jahren Gewalt gegen Menschen und Sachwerte (Autos beispielsweise) mehr und mehr zugenommen hat. Ich sehe hier einen direkten Zusammenhang mit maßlosem [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
| alles zum Thema Internet | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH