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03.12.2009
 

Online-Karten

Microsoft schickt Bing auf die Straße

Von Matthias Kremp

Bing Maps Betaversion: Vom Weltraum bis auf die Straße
Fotos

Mehr Informationen, Straßenansichten in Streetview-Optik, weiche Animationen: Microsoft kündigt etliche Verbesserungen für die Online-Kartensoftware Bing Maps an, die Googles Maps Paroli bieten sollen. Der eigentliche Grund für das Update dürfte aber ein anderer sein.

Microsofts Online-Aktivitäten werden denen Googles immer ähnlicher. Jetzt kündigt der Windows-Konzern ein Update für seine Online-Karten Bing Maps an und bezeichnet dieses, ganz im Google-Stil, sicherheitshalber erst einmal als Betaversion. Also: Ausprobieren darf jeder, meckern keiner, schließlich ist die neue Software ja noch nicht ganz fertig. Davon merkt man beim Ausprobieren der Vorabversion allerdings nicht sonderlich viel. Karten und Fotos flutschen flink durch die Datenleitung, die neuen Animationen, mit denen unterschiedliche Kartentypen beim Zoomen und Drehen ineinander überführt werden, laufen schön fließend ab. Allerdings benötigt Bing Maps Microsofts Silverlight Browser-Plug-In. Daran könnten sich Kritiker dieser Microsoft-Web-Technik stören.

Die wichtigste Neuerung des Karten-Updates: Microsoft hat jetzt auch Straßenansichten aus der Fußgängerperspektive in seine Karten eingebaut, ganz so wie Google es mit seinem Streetview tut. Und genau so wie Google es längst getan hat, schickt nun auch Microsoft mit GPS-Empfängern und Rundum-Kameras bewehrte Autos auf den Weg, um Straßen und Städte zu fotografieren. Aber weil Microsoft damit eben deutlich später loslegt als Google, hat der Konzern da noch einigen Nachholbedarf: Während Googles Streetview die USA schon hinter sich gelassen hat, mittlerweile dabei ist, den Rest der Welt digital abzulichten, kann Microsoft bei seinem Streetside genannten Angebot erst mit 56 digital fotokartierten US-Metropolen aufwarten.

Allerdings hat Microsoft die Städte nicht nur fotografiert, sondern auch noch per Laser vermessen. So kann der Konzern 3-D-Karten der Städte berechnen, die dem tatsächlichen Hausbestand schon recht nahe kommen. Überdies wurden in die Betaversion etliche Zusatzfunktionen gegenüber dem noch aktuellen Bing Maps integriert. So beispielsweise eine Möglichkeit, mit Microsoft's Photosynth erzeugte 3-D-Fotosammlungen auf den Karten zu platzieren.

Bing Maps fürs Handy

Der eigentliche Grund, weshalb Microsoft es jetzt Google nachtut und auch noch einmal eine kleine Armada von Foto-Fahrzeugen auf die Reise schickt, um Städte fotografisch zu kartieren, dürfte allerdings nicht darin liegen, dass man bislang nur maßvoll genutzte Webtechniken bekannter machen will. Vielmehr dürfte es Microsofts Anliegen sein, Bing Maps aufs Handy zu bringen.

Denn mit Google Maps Navigation hat Google gerade ein Produkt vorgelegt, das herkömmliche Navigationsgeräte zum Teil obsolet machen wird, dem man ein riesiges Marktpotential zuschreiben kann. Die Kombination aus GPS-Smartphone und Googles Navisoftware verspricht nicht nur kostenlose Navigation für jedermann, sondern auch die Integration von Webdiensten in die mobilen Wegfinder - ein Konzept mit Zukunft.

Was Microsoft nun mit den neuen Bing Maps vorgelegt hat, legt den Grundstein für eine eigene Navigationslösung mit ganz ähnlichen Akzenten. Schon jetzt protzt Microsofts Kartenmaterial mit 16 sogenannten "Map Apps", Applikationen, die dröge Karten um nützliche oder unterhaltsame Zusatzfunktionen ergänzen. Bei Navigationsgeräten versucht man so etwas seit Jahren in Form von POIs, den Points of Interest, zu leisten. Die werden aber meist nur einmal in die Geräte eingespeist, können quasi Schichtweise über die Karten gelegt werden, um beispielsweise Tankstellen oder Geldautomaten anzuzeigen.

Vorbereitet für Windows Mobile 7?

Bing Maps aber bedient sich des Internets, um beispielsweise anzeigen, wer gerade wo welche Tweets absetzt, was es neues aus der Nachbarschaft gibt oder wo man sich die schönsten Graffiti anschauen kann. Auch aktuelle Verkehrsinformationen fehlen nicht, zeigen mit unterschiedlichen Farben an, wo der Verkehr gerade gut fließt und wo man im Stau steht.

Damit hat Microsoft die Grundlagen für ein eigenes, web-basiertes Navigationssystem gelegt, das schon Anfang 2010 an den Start gehen könnte. Denn irgendwann, vermutlich in der ersten Jahreshälfte, wird Microsoft die neue Version 7 seines Handybetriebssystems Windows Mobile vorstellen. Und dem würde eine integriertes, kostenlose und vor allem mehrwertige Navigationssoftware nicht nur gut zu Gesicht stehen, sie könnte für manchen Handykäufer ein Kaufkriterium sein. Auch und gerade im Business-Bereich, den Microsoft mit seiner Handytechnik traditionell anpeilt.

Und wer weiß, vielleicht gibt es dann ja auch einmal einen Zune-GPS, eine um Navigationsfunktionen ausgerüstete Variante des Microsoft-MP3-Players. Eins ist sicher: Der nächste Schauplatz des Kampfs der Web-Giganten ist die Straße.

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insgesamt 4 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
03.12.2009 von jjlondon: Nachmacher

Schön. Jetzt wird MS also zum Nachmacher von Google. Kommt mir so vor wie in der Schule. Alle wollen so cool sein, wie der coolste Typ. Wenn MS im Internet Business überleben will (neben Google), dann müssen sie mit- [...] mehr...

03.12.2009 von jnk78: Streetside

Mal wieder schlecht recherchiert! streetside wurde bereits im Jahr 2006 von MS herausgebracht: http://www.techcrunch.com/2006/02/28/killer-new-livecom-service-street-side/ Google folgte erst ca ein Jahr später mit [...] mehr...

03.12.2009 von smokeonit: SICK Google SV laser

http://www.flickr.com/photos/63mg/4082973724/in/pool-googlestreetviewcar falls ihr nicht wisst wie das in echt aussieht... mehr...

03.12.2009 von smokeonit: schlecht recherchiert...

schlecht recherchiert! Google SV nimmt nicht nur mit 9 kameras auf, sondern auch mit 3 SICK Lasern! wer den x-prize cup kennt, der weiss was SICK laser sind;) also spon, besser recherchieren, nicht nur PR von M$ glauben [...] mehr...

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