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03.12.2009
 

Netzwelt-Ticker

Magazine durchblättern auf dem Tablet-PC

Von Felix Knoke

"Sports Illustrated"-Video: Magazinoptik auf dem Tablet-RechnerZur Großansicht

"Sports Illustrated"-Video: Magazinoptik auf dem Tablet-Rechner

Wie funktioniert eine Zeitung auf einem Tablet-PC? Sports Illustrated stellt einen spannenden Ansatz vor. Außerdem: Hausdurchsuchung bei Filesharern, Facebook als Datenschutzhölle oder -himmel und Rhapsody-Chef legt sich mit Majorlabels an. Das und mehr im Überblick.

Vom Konzept zum Tablet: Nach dem amerikanischen Nerd-Magazin "Wired" denkt nun auch das Sport-Magazin "Sports Illustrated" laut darüber nach, wie eine Zeitung auf den für nächstes Jahr erwarteten Tablet-PCs funktionieren könnte. Ein Demo-Video von Sports Illustrated zeigt so einen Vorschlag: Wie können Text, Ton, Bild und Video unter Beibehaltung einer Zeitungsanmutung vereint werden? Wie funktionieren Bildstrecken, wie das Inhaltsverzeichnis?

Am interessantesten sind nicht die konkreten Ideen - die sind toll, aber auch nur ein Anfang. Interessant ist, dass es funktioniert: Solche Tablet-Konzeptvideos zeigen, dass Magazine und Tablet-PCs hervorragend zusammenpassen. Allerdings nicht, so möchte man hinzufügen, wenn man die Herausforderungen angeht wie manch anderer Verlag, der ein E-Magazin mit einer Werbeanzeige für einen selbstverliebten Designer verwechselt. Das zeigt eben auch das "Sports Illustrated"-Konzept: Der Leser möchte Lesen und Bilder anschauen und nicht den Designer bewundern.

Tablet-PCs sind dünne Computer, die praktisch nur aus einem berührungsempfindlichen Multitouch-Bildschirm bestehen - quasi ein iPhone in groß. Im Gegensatz zu E-Readern sind sie vollständige Computer, die auch Programme, vor allem Internet-Browser, starten können sollen. Der Grund, warum so viele Nerds von den Tablet-PCs schwärmen, ist aber das ihnen zugeschriebene Potential, die Medienwelt ein wenig umkrempeln zu können. Sie fühlen sich nicht an wie ein Computer, sondern eignen sich zum Schmökern auf der Couch, im Bett oder in der Bahn.

Hausdurchsuchung wegen BitTorrent-Tracker

Polizeibeamte haben bei einem Einsatz in Berlin und Nürnberg einen BitTorrent-Trackerserver vom Netz genommen und einen Berliner festgenommen. Dem wird vorgeworfen, einen privaten BitTorrent-Tracker, quasi einen Dateiverteiler, betrieben zu haben, über den zuletzt 25.000 Mitglieder Zugriff auf 18.000 vermutlich illegal kopierte Filme, Spiele und TV-Serien hatten, heißt es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Laut dem Szene-Newsportal Gulli.com handelt es sich dabei um den Quorks-Tracker, dessen Team in einem Statement verspricht, "innerhalb der nächsten 14 Tage wieder online zu sein". Bei Gulli geht derweil die Diskussion los, ob es sich bei Quorks wirklich um eines "der größten deutschsprachigen illegalen BitTorrent-Netzwerke" handelte, wie die GVU-Mitteilung großspurig behauptet. Einige Komentatoren wähnen eine falsche Zählweise bei den Nutzerzahlen - Quorks sei ein eher kleines Licht gewesen, im Vergleich zu den großen BitTorrent-Trackern ein Witz.

Facebook: Datenschutzhölle oder -himmel?

Als Marc Zuckerberg, der Kopf hinter dem wahnsinnig erfolgreichen sozialen Netzwerk Facebook (350 Millionen Mitglieder) in einem viel beachteten Web-Posting ankündigte, den Nutzern mehr Einstellmöglichkeiten zum Schutz ihrer Privatsphäre einzuräumen, bekam er viel Lob dafür. Kein Wunder: Facebook ist eine Datenschutzhölle. Ab sofort soll jeder Nutzer über jeden einzelnen Eintrag von sich entscheiden können, wer ihn zu Gesicht bekommen darf. Kein Wunder, dass sich schnell kritische Stimmen meldeten: Facebook tut was für die User? Verdächtig! So vermutet der Tratschblog "Valleywag" übles hinter dem Facebook-Plan, regionale Netzwerke abzuschaffen: "Das wäre nicht das erste Mal, dass Facebook seine User ganz plump zum Oversharing verleitet", dem übermäßigen Veröffentlichen von privaten Daten und Informationen. "Readwriteweb" sieht die Ereignisse bei Facebook weniger kritisch und erklärt, was sich im sozialen Netzwerk tun wird und was das für jedes Mitglied bedeutet.

Facebook und Yahoo rücken zusammen

Web-Portalbetreiber Yahoo will im nächsten Jahr seinen Nutzern mehr Möglichkeiten bieten, ihre Facebook-Aktivitäten in Yahoo zu verlinken. Das Unternehmen werde die Schnittstelle Facebook Connect in Yahoo-Diensten wie Yahoo Mail, News und Sports integrieren. Bereits jetzt können Facebook-User von der Yahoo-Plattform aus auf ihre eigenen Feeds zugreifen und umgekehrt auf Facebook ihre Yahoo-Kontakte einsehen, schreibt die ORF Futurezone.

Rhapsody-Chef: Warner Music ist gleichgültig und schlampig

Tim Quirk, Vizepräsident beim digitalen Musikdienst Rhapsody, wirft den großen Labels Mauscheleien bei der Abrechnung von Nutzungsgebühren im Internet vor: Eigentlich würde der digitale Vertrieb von Musik eine genaue Abrechnung aller Nutzungen ermöglichen, daran sei den Majors aber offenbar nicht gelegen, führt er in einem längeren Blogpost aus. Spannend an Quirks Ausführungen: Er ist nicht nur Rhapsody-Chef und kennt sich deswegen mit Onlinemusikvertrieb aus, sondern war auch selbst einmal Kopf einer Majorlabel-Band. Grund für seine Abrechnung mit der Musikindustrie war deswegen auch eine lächerliche Tantiemen-Abrechnung, die er von einem Majorlabel bekommen hatte: 62,47 Dollar. Quirk wundert sich: "Diese Zahl war nicht etwa eine Beleidigung, weil sie so klein war, sondern weil sie so dumm war." Immerhin wisse Quirk genau, wie viel Geld Rhapsody allein für den Download seiner eigenen Songs auf seiner eigenen Plattform an das Major-Label überwiesen habe. Nach viel amüsant zu lesendem Ärger kommt Quirk zum Fazit: Die Majors sind nicht böse, sondern fahrlässig. Ihre Schlampigkeit beim Umgang mit Geld nützt am Schluss sogar noch ihnen selbst.

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Zum Autor

Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.






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