Eine aktuelle Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung GfK vermittelt ein eigentümliches Bild von den Vorstellungen von Internetnutzern. Im Auftrag des "Wall Street Journal Europe" hatten die Marktforscher in 17 Ländern 16.800 Menschen danach befragt, wie es um die Zahlungsbereitschaft für Informationen aus dem Internet bestellt ist.
Dass 80 Prozent der Befragten erklärten, sie wollten auch weiterhin nichts für Inhalte im Netz bezahlen, verwundert nicht übermäßig - wer möchte schon freiwillig Geld für etwas ausgeben, das er bislang kostenlos bekommt? Erstaunlich ist eine weitere Zahl: Ein Drittel der Befragten will demnach nicht nur weiterhin kostenlose Inhalte im Netz finden - sondern fordert zudem ein werbefreies Netz. In Deutschland ist dieser Anteil sogar noch höher: 47 Prozent sind hier der Meinung, das Netz sollte kostenlos und werbefrei sein.
Die Frage, wie sich Online-Angebote dann überhaupt refinanzieren sollen, wurde offenbar nicht gestellt, Antworten darauf jedenfalls werden nicht mitgeteilt. Nur 46 Prozent akzeptieren explizit Werbung, um kostenlose Inhalte weiterhin zu ermöglichen.
Die Deutschen sind im internationalen Vergleich sogar noch zahlungsunwilliger als Internetnutzer aus anderen Nationen. So sind 23 Prozent der Schweden, knapp 20 Prozent der Niederländer und Briten sowie 17 Prozent der US-Bürger bereit, für den Zugang zu Informationen im Web zu bezahlen. In Deutschland sind es nur neun Prozent, 84 Prozent der Befragten hierzulande wollen nur kostenlose Informationen im Netz sehen. Am unteren Ende der Zahlungsbereitschaft liegen die Rumänen mit vier Prozent, die Polen mit fünf Prozent und die Spanier mit sechs Prozent.
Verlage versuchen derzeit weltweit, ihr Angebot an Bezahlinhalten im Internet auszubauen. So stellte etwa der Axel-Springer-Verlag in dieser Woche Anwendungen vor, mit deren Hilfe sich iPhone-Nutzer ab sofort neue und kostenpflichtige Abonnementangebote von "Bild" und "Die Welt" auf ihre Geräte laden können. Medienmogul Rupert Murdoch hat ebenfalls angekündigt, die Online-Angebote der Publikationen seiner News Corp würden zunehmend kostenpflichtig werden. Den Anfang machen soll die Website der Londoner "Times". Auch das "Wall Street Journal Europe", das die hier beschriebene Umfrage in Auftrag gab, gehört zu Murdochs Konzern.
cis/AFP/AP
Auf anderen Social Networks posten:
... aber ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, daß ich im Netz jemals eine qualitativ hochwertige Seite gesehen hätte, die mich mit Werbung zumüllt ... ;-) Ralph mehr...
Bin anderer Ansicht. Und ich Denke Ihr guter Fichte auch: Sprache entwickelt sich weiter mit der Gesellschaft die sie verwendet. Ihre Antihaltung begruendet sich nur daraus dass Ihnen die Richtung nicht passt. Der Begriff [...] mehr...
Ach, der liebe Namen hat so seine Bewandtnis und dürfte den älteren Semestern unter den Lesern der Hamburger Lokalpostille noch etwas sagen, ansonsten heißt das Zwischennetz natürlich Zwischennetz, so wie ja auch die Deutschen [...] mehr...
Alles Humbug. Ihre ganzen Beispiele beziehen sich auf sinnlose Anglizismen die man nicht verwenden muss wenn es gleichwertige deutsche Woerter gibt und schon lange gegeben hat. Diese Englischhudelei kann ich auch nicht ab. [...] mehr...
..... Die Argumentation ist gar nicht dumm, sollen die Anbieter sich doch mit Flatrate-Anbietern auseinandersetzen. Schließlich zahlt der Kunde bereits fürs INett und das keineswegs nur für die Verbindung. Denn ohne Inhalte [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
| alles zum Thema Internetnutzung | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH