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16.12.2009
 

Netzwelt-Ticker

Plagiats-Eingeständnis von Microsoft

Von Richard Meusers

Der Redmonder Softwareriese ist beim Klauen ertappt worden, NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter sperrt ihren Justizangestellten den Zugang zum WDR und israelische Grenzpolizei erschießt ein Notebook. Das und mehr im Überblick.

Chinas Markt ist so wichtig, dass Microsoft manche seiner Softwareangebote mit allzu heißer Nadel strickt. So wie im Falle des taiwanischen Startups Plurk, das einen Microblogging-Dienst erfand, der im Unterschied zu Twitter in China außerordentlich erfolgreich auftrat. Bis die chinesischen Zensoren bei Plurk im Reich der Mitte den Stecker zogen.

Doch der Ärger wurde noch größer, als sie Microsofts auf China zugeschnittene Antwort auf den Kurznachrichtendienst namens Juku sahen. Das ist kein Twitter-Klon, sondern orientiert sich in Aussehen, Funktion und großen Teilen des Codes an Plurk.

Am Montag machte Plurk die Angelegenheit öffentlich und beschuldigte den Redmonder Softwareriesen offiziell des Plagiats. Woraufhin Microsoft seinen Juku-Service bis zur endgültigen Klärung erst einmal schloss. Und nun kleinlaut eingestehen muss, dass die Vorwürfe zurecht bestehen.

Die Erklärung der Amerikaner: Man habe Juku-Programmcodes nicht selber kompiliert, sondern ein chinesischer Joint-Venture-Partner. "Dieser Anbieter hat nun eingestanden, dass Teile des Codes tatsächlich kopiert worden sind. Das war ein klarer Verstoß gegen die Vereinbarungen mit dem chinesischen Handelspartner", so Microsoft.

Ob und wie weit Plurk nun rechtlich gegen den großen Gegner juristisch vorgehen wird, ist bislang noch unklar. Das Kleinunternehmen ließ in einem Blogbeitrag erst einmal nur seine Enttäuschung ausrichten: "Wir sind immer noch erschrocken und fragen uns, warum Microsoft sich so tief hinab begibt, die Arbeit eines jungen und innovativen Teams zu stehlen, anstatt mit uns in Kontakt zu treten oder es aus eigener Kraft zu versuchen."

Erneute Schlappe für Psystar im Kampf um Mac-Clones

Anfang des Monats mussten die Macher des Mac-Clones von Psystar schon eine empfindliche Schlappe hinnehmen, als ein Bezirksgericht in San Francisco sie wegen Verletzung von geistigem Eigentum zu einem Schadenersatz in Höhe von umgerechnet 1,8 Millionen Euro an Apple verurteilte. Nun folgt der nächste Schlag.

Das Verbot bezieht sich jetzt auch auf Psystars neue Entwicklung Rebel EFI, mit deren Hilfe der Anwender Apples Betriebssystem Mac OS X auch auf jedem Wald- und Wiesen-PC installieren können. Immerhin ließ das Gericht Psystar noch bis zum 31. Dezember Zeit, weitere Unterlagen zu seiner Entlastung vorzulegen,

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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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