Von Richard Meusers
Die "Washington Post" meldete am Wochenende, die Luftwaffe habe entsprechende Berichte bestätigt, die Arbeit an einer verbesserten Verschlüsselung habe bereits Anfang des Jahres begonnen, werde aber nicht vor 2014 beendet werden können.
Dass Unbefugte sich in den Video-Feed der fliegenden Roboter eingehackt hatten, war ohnehin nur zufällig herausgekommen. US-Soldaten hatten den Laptop eines Aufständischen beschlagnahmt, das Gerät enthielt auch Videosequenzen aus den Drohnen. Offensichtlich wussten die Militärs schon seit mehr als einem Jahrzehnt um die jetzt zutage getretene Sicherheitslücke. Sie hielten die Gefahr aber für vernachlässigenswert gering im Vergleich zu den Vorteilen, die die Drohnen den Truppen im Feldeinsatz verschaffen.
Der frühere Staatsekretär im Pentagon Michael Wynne wies darauf hin, dass es nicht ausreiche, nur die Video-Übertragungen aus den Drohnen zu verschlüsseln. Auch die Empfängergeräte der Bodentruppen müssten ebenfalls mit Updates ausgestattet werden. Und das müsse schnell geschehen, 2014 sei "zu spät".
Polizist beendet Flashmob-Schneeballschlacht mit gezückter Pistole
Nicht nur in Deutschland herrschte am Wochenende teilweise Schneechaos, auch in den USA fiel eine ganze Menge der weißen Pracht, zumal an der Ostküste. Was liegt also näher, als eine veritable Schneeballschlacht mit möglichst vielen Teilnehmern zu veranstalten? Im Zeitalter des Internets kein Problem, dort lassen sich binnen kürzester Zeit genügend Interessierte zu einem Flashmob organisieren.
Am Samstag verabredeten sich Hunderte über Twitter-Meldungen in der US-Hauptstadt Washington zum weißen Vergnügen. Jedoch nicht zu dem eines Zivilfahnders der Polizei, der gerade sein Auto durch den hochliegenden Schnee zu steuern versuchte. Als die Menge sein Fahrzeug mit Schneebällen bewarf, stieg der Mann aus, zog seine Dienstwaffe und lieferte sich heftige Wortgefechte mit umstehenden Passanten. Nachdem der Vorfall unter Twitterern und in der amerikanischen Blogosphäre für Aufregung gesorgt und es auch bis auf die Videoplattform YouTube geschafft hatte, wurde der Beamte bis auf weiteres zum Schreibtischdienst verdonnert.
Bloggerdemo in Italien für Meinungsfreiheit
Eine andere im Internet organisierte Versammlung verfolgt ein ungleich ernsteres Thema, nämlich das der Meinungsfreiheit. Die sehen in Italien viele Kritiker durch die Konzentration der Medien in der Hand von Regierungschef Berlusconi ohnehin in Gefahr. Nun, nach der Attacke eines geistig verwirrten Mannes, die Berlusconi einen Kurzaufenthalt im Krankenhaus bescherte, werfen die Regierungsparteien der Opposition vor, sie habe ein Klima des Hasses geschaffen, der solche Gewalttaten erst ermögliche. Schon plant die Regierung schärfere Gesetze und Maßnahmen, die sich bereits in der Schließung diverser Facebook-Gruppen bemerkbar machten.
Die hatten den Angriff auf Berlusconi beifällig bis höhnisch kommentiert und wurden drum wegen "Gewaltverherrlichung" gelöscht. Nun rufen mehrere Initiativen für den 23. Dezember zu einer Demonstration in Rom auf. Der Aufruf zum Protest ist mit dem Motto "Freies Netz im freien Staat" überschrieben, weiter heißt darin unter anderem: "Wir lassen uns nicht gefallen, dass der Raum von Pluralismus und Freiheit in Italien beschränkt statt erweitert wird. Wir glauben, die Offenheit gegenüber anderen und den Meinungen aller ist ein absoluter Wert. Wir sind bereit, für diesen absoluten Wert auch den Preis der abstoßendsten Ansichten zu bezahlen. Denn das Internet ist ein Menschenrecht."
Kraterzählen mit der NASA
"Sei ein Marsianer", fordert die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA die Internetgemeinde auf und lässt interessierte Surfer schon mal Krater zählen. Der Hintergrund der Initiative ist so einfach wie nachvollziehbar. Die Auswertung von optischem Material wie zum Beispiel hochauflösenden Karten können Menschen immer noch um Längen besser erledigen als Computer. Also setzt die NASA auf die Augenschärfe der Interessenten und die Rechenkraft von deren Computern.
Durch die Zählung und nähere Bestimmung geologischer Formationen wie Krater soll die Qualität der Marskarten verbessert werden. Schon das Marsmännchensuchprojekt SETI setzt auf die Rechenpower Tausender Alienfans, vergleichbar lagert jetzt die Raumfahrtbehörde die Durchsicht ihres von Sonden und Robotern gelieferten Bildmaterials gewissermaßen in die User-generierte Datenwolke aus. Und trifft auf großen Zuspruch. Bereits in den ersten zwei Wochen nach Beginn des Projekts Ende November hätten Tausende Nutzer mehr als zwei Millionen Mal Bildmaterial zur näheren Bestimmung abgerufen.
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