Von Richard Meusers
Weihnachten ist bekanntlich das Fest der Geschenke und Microsoft macht der Nutzergemeinde dieser Tage ein besonders interessantes. Der Redmonder Softwareriese möbelt seinen technischen Support ordentlich auf. Auf seinem "Microsoft Answers"-Forum gaben bislang hauseigene Ratgeber Tipps und Hilfestellung, wenn ein Programm mal nicht so wollte wie vorgesehen. Nun sollen auch unabhängige Experten ihren Wissensschatz teilen, gegen Bezahlung. Auf einer eigenen Webseite namens TechSupport Marketplace können sich die Helfer anbieten, wer den Zuschlag erteilt bekommt, hilft dann konkret bei einer bestimmten Problemstellung und wird von seinem Kunden auch bezahlt, so das Konzept. In der derzeitigen, auf englische Anfragen beschränkten Testphase läuft das Ganze noch zum Nulltarif, aber mittelfristig soll eine Art Support-eBay etabliert werden.
Man darf gespannt sein, wie diese Idee, für ein Produkt möglicherweise doppelt zu zahlen, bei den Nutzern ankommt.
Obama ernennt neuen Cyber-Zar
US-Präsident Barack Obama hat einen nationalen Koordinator für die Sicherheit von Computer- und Datennetzen bestimmt. Howard A. Schmidt soll dem Nationalen Sicherheitsrat als Beauftragter für Cyber Security mit direktem Zugang zum Präsidenten zuarbeiten. Obama wollte die Ernennung Schmidts, der lange im Bereich IT-Sicherheit gearbeitet hat und schon Berater der Bush-Administration gewesen war, am heutigen Dienstag bekanntgeben. Die Nominierung eines Koordinators hatte sich lange verzögert. Obama hatte Cyber Security bereits vor zehn Monaten eine Priorität in seiner Regierung zugesprochen.
Insider sehen in der Ernennung Schmidts, der auch einen militärischen Hintergrund hat, einen Kompromiss. Der "New York Times" zufolge gab es hinter den Kulissen zwischen der Regierungsseite und Wirtschaftsvertretern zum Teil heftige Auseinandersetzungen. Strittig war vor allem die Frage, ob und wieweit das ständig wachsende Netz weltweit verbundener Computer strengeren Regulierungen unterworfen werden soll.
Microsoft: Zocken und Daddeln ist nichts für Dicke
Wieder eine skurrile Microsoft-Idee: Eine Patentanmeldung beschreibt ein System, das bei Computerspielern vor Beginn der Zocker-Session erst mal die Gesundheitsdaten misst. Ein sogenannter "Avatar generator for a virtual environment" lässt den Spieler nur dann weiterdaddeln, wenn er bestimmte körperliche Mindestanforderungen erfüllt. Dabei werden neben dem Gewicht und Body-Mass-Index auch Herzschlag, Blutdruck und Lungenfunktion abgefragt. Fraglich bleibt, wie diese Werte zustande kommen sollen. Eine Möglichkeit wären Sensoren. Genauso gut könnte der Spieler die Daten aber auch selbst eingeben. Womit allerdings der gesundheitsfördernde Effekt gegen Null gehen dürfte.
Der Tauschbörsenkönig 2009 heißt "Star Trek"
Der meistgeklaute Film im zu Ende gehenden Jahr ist "Star Trek". Die elfte Produktion aus der Welt von Kirk, Spock und Pille wurde 2009 knapp elf Millionen Mal über Tauschbörsen heruntergeladen, so "Torrentfreak". Die interessantere Zahl ist eine andere. Die Lust am (illegalen) Download tat dem Erfolg in den Kinos nämlich keinen Abbruch, im Gegenteil, der Film spülte ihren Machern satte 385 Millionen Dollar in die Kassen. Auch andere bei Filesharern beliebte Filme wie der neueste Teil von "Transformers" oder "Hangover" schafften es in den Kinocharts ebenfalls bis nach ganz oben. Bemerkenswert in der Auflistung ist Peter Jacksons Sci-Fi-Drama "District 9", das sich noch vor dem jüngsten Harry-Potter-Film platzieren konnte.
"HP ist rassistisch"
Hewlett Packard baut nicht nur elektronische Geräte, sondern entwickelt auch Software, zum Beispiel zur Gesichtserkennung für die mitgelieferten Webcams. Und mit so einem Programm gibt es jetzt ordentlich Ärger. HP sei rassistisch, beklagt sich ein Kunde namens "Black Desi". "Ich glaube, meine schwarze Hautfarbe verträgt sich nicht mit der Fähigkeit des Computers, mir zu folgen", erklärt der Mann in einem Video, das mittlerweile auch bei YouTube zu finden ist. "Jawohl, HP-Computer sind rassistisch. Und das Schlimmste: Ich habe mir einen zu Weihnachten gekauft", fügte er an.
Woraufhin HP peinlich berührt reagierte und dem Mann zunächst dankte, auf das Problem aufmerksam gemacht zu haben. Die genaue Ursache für das Versagen des Gesichtserkennungs-Algorithmus liege im zugrundeliegenden Standard, der "die Kontrast-Unterschiede zwischen den Augen, der oberen Wange und der Nase erkennt. Wir glauben, die Kamera könnte Schwierigkeiten haben, den Kontrast bei unzureichender Beleuchtung zu erkennen", so HP-Sprecher Tony Welch. Der Mann solle einfach nur für genug Licht sorgen, dann würde das Programm auch fehlerlos funktionieren.
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