SPIEGEL ONLINE: Wohin führt das ihrer Ansicht nach?
Sennett: Es ist extrem gefährlich. Das Datensammeln in Politik und Wirtschaft ist den Mächtigen zur zweiten Natur geworden.
SPIEGEL ONLINE: Ein Beispiel bitte.
Sennett: Vielleicht eignet sich ein Vergleich mit der Stasi. Die Stasi war eine Organisation wie Google. Sie hat Unmengen Material über die DDR-Bürger gesammelt. Sie hat nicht gewusst, ob sie all das Material verwenden würde, aber das Sammeln wurde zum Ziel, bloß damit der Staat die Daten hatte. Das ist der Geist. Nicht nur bei Google, auch bei anderen Technologien. Man sammelt Informationen, weil vielleicht irgendjemand, irgendwie sie nutzen will. Deshalb gibt es diesen Datenüberfluss. Und die Idee dahinter ist immer Macht durch detailliertes Wissen über die Menschen.
SPIEGEL ONLINE: Was bedeutet das für die Bürger?
Sennett: Die Staatsmacht lässt ihnen immer weniger Anonymität. Schon der politische Analytiker Michel Foucault hat gesagt, dass den Bürgern unter diesen Umständen nicht das Recht zugebilligt wird, dem Staat unbekannt zu sein.
SPIEGEL ONLINE: Was die Leute so skeptisch macht, ist doch die Effizienz von Google. Selbst die Stasi hat niemals so viel über einzelne Menschen gewusst, wie heute Google. Wenn ich die E-Mail des Konzerns benutze, kennt er meinen Namen, er weiß, wem ich was schreibe, er weiß aufgrund meines Handys, wo ich mich aufhalte, er weiß anhand meiner Anfragen in Suchmaschinen sogar, was mir auf dem Herzen liegt. Das grenzt an Gedankenlesen, gläserner kann ein Mensch doch gar nicht sein.
Sennett: Stimmt. Und den Leuten ist all das nicht einmal bewusst.
SPIEGEL ONLINE: Aber es scheint Sie nicht besonders zu sorgen.
Sennett: Ich bin nur dagegen, dass man Google zu diesem riesigen, bösen Feind stilisiert. Diese Seite hat Google auch, ja. Aber, die andere Seite ist, dass die reine Menge an Information fast selbstzerstörerisch ist. Denken Sie daran, was bei dem versuchten Anschlag auf das US-Passagierflugzeug an Weihnachten passiert ist.
SPIEGEL ONLINE: Die US-Behörden hatten Informationen über den Täter, sie haben sie nur nicht zusammengebracht.
Sennett: Genau. Ab einem gewissen Punkt braucht man menschliches Urteilsvermögen, um aus Informationen sinnvolle Schlüsse zu ziehen und deshalb ist dieses Ereignis für mich eine Parabel von dem, was im Internet passiert.
SPIEGEL ONLINE: Es könnte allerdings sein, dass Google effizienter darin ist, Daten aufzubereiten, als die US-Regierung.
Sennett: Jeder wäre effizienter als die US-Regierung.
Auf anderen Social Networks posten:
...hat mittlerweile über 2000 Kommentare. Eine Diskussion zum eigentlichen Thema ist nicht mehr möglich, da die Übersicht völlig verloren gegangen ist. @SPON Wie wär's wenn Ihr mal nen neuen Thread aufmacht? Die Frage "Wie [...] mehr...
Google ist keine 'Weltmacht'. Schon solcher Aufriss suggeriert leicht manipulierbaren Aengste, die dann sogleich naiv von einer Erde halluzinieren, in der Google herrscht - was vermutlich alles verbessern wuerde btw. [...] mehr...
... Das ist so eine Story, zu der ich gerne mal einen Link hätte. :) mehr...
feste ein- und angebunden an den Verband der "Dachgesellschaft" Homelandsecurity. Ich erinnere mich an eine Professorien, der die Einreise in die USA verweigert wurde. Grund: sie hatte via amazon "auffallend [...] mehr...
Nicht so gefährlich wie die 99% der Nutzer die Google als Startseite und/oder Standardsuchmaschine nutzen, aber dennoch meckern. Am besten noch bei Twitter, Facebook und den VZs über Google beschweren, vielleicht hilfts. ;) mehr...
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