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17.01.2010
 

Spanischer Politiker

Bin-Laden-Haarmodel prüft Klage gegen FBI

Gaspar Llamazares ist empört: Das FBI hat mittels seines Porträts ein Phantombild von Osama Bin Laden erstellt. Die US-Bundespolizei nutze Stirnpartie und Haare des spanischen Politikers - der sorgt sich nun um seinen Ruf.


Madrid - Osama Bin Laden ist wohl der meistgesuchte Mann der Welt - und Gaspar Llamazares darf bei seiner Fahndung mithelfen. Allerdings ist der Politiker der spanischen Vereinigten Linken nicht gerade begeistert von seiner Rolle im Anti-Terrorkampf: Das FBI hat sein Foto benutzt, um ein Bild des gealterten Bin Laden zu erstellen.

"Ich habe ja schon einige sehr merkwürdige Verwicklungen der Geheimdienste gesehen, aber ich hätte nie geglaubt, dass es mich so persönlich betreffen könnte", sagte Llamazares laut der britischen Zeitung "The Independent". Außer dem Alter gebe es keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Osama Bin Laden, "weder körperlich noch ideologisch".

Das Aussehen des Qaida-Führers auf einem Archivbild von 1998 war digital so verändert worden, wie es seinem heutigen Alter von 52 Jahren entsprechen könnte. Offenbar war der beauftragte Computerspezialist dabei unzufrieden mit den Haar-Optionen des FBI-Programms zur Erstellung von Phantombildern.

Bei seiner Internetrecherche stieß er auf das Bild von Llamazares - und bediente sich bei Haaren und Stirn. Mit der Verwendung von Google-Bildmaterial habe der Mitarbeiter klar gegen FBI-Richtlinien verstoßen, sagte ein Sprecher der US-Bundespolizei. Hinter der Auswahl des Fotos stecke aber keine böse Absicht: "Der Techniker hatte nicht die geringste Ahnung, um wen es sich da handelte."

Methoden wie bei Clever und Smart

Llamazares, der jahrelang das spanische Mehrparteienbündnis IU (Vereinte Linke) angeführt hatte, hat da seine Zweifel. Er kann angesichts der Millionen von Fotos, die bei Google zu finden sind, nicht so recht an einen Zufall glauben. Der Politiker geht davon aus, dass seine politische Haltung bei der Auswahl des Fotos eine Rolle gespielt hat. Die spanische Presse enthüllte mittlerweile auch noch, dass das FBI auch für das Computerbild eines libyschen Terroristen sich bei einer Llamazares-Aufnahme bediente.

Der Politiker erwägt eine Klage gegen das FBI. "Das beeinflusst meine Ehre und die Sicherheit von uns allen", sagte Llamazares. Weil zunehmend Technik eingesetzt werde, um Gesichtsmerkmale mit den Pässen von Passagieren abzugleichen, fühle er sich bei Reisen in die USA nicht mehr sicher. Die US-Botschaft entschuldigte sich bei dem Abgeordneten.

In Spanien will man die Sache nicht als Lappalie abtun. Die Madrider Regierung verlangt von Washington eine Erklärung. Das Schlimmste ist nach Ansicht von Kommentatoren in spanischen Zeitungen dabei, dass die Foto-Affäre die Arbeitsweise des FBI in einem äußerst ungünstigen Licht erscheinen lässt. Wenn eine Polizeibehörde mit einem Milliarden-Budget sich ihre Fahndungsfotos bei Google beschaffe, erinnere dies an die Methoden der Comic-Helden Clever und Smart, der dusseligsten Geheimagenten der Welt, schreibt "El Mundo" am Sonntag in einem Leitartikel.

"Keine Ahnung, wie Bin Laden heute aussieht"

"Es läuft einem kalt den Rücken runter, wenn man daran denkt, in wessen Händen unsere Sicherheit liegt", schreibt das rechtsliberale Blatt und leitet aus der Foto-Affäre die Schlussfolgerung ab: "Jedenfalls ist nun klar, dass die US-Geheimdienste und Sicherheitsbehörden nicht die geringste Ahnung haben, wie Bin Laden heute wirklich aussieht."

Das FBI hat inzwischen angekündigt, das Foto von der Seite rewardsforjustice.net zu entfernen. Dort war es mit dem Hinweis auf eine Belohnung von bis zu 25 Millionen Dollar auf die Ergreifung von Bin Laden veröffentlicht worden. Doch aus der Welt ist die verunglückte Montage damit noch lange nicht: Auf unzähligen Internetseiten wird Gaspar Llamazares noch weiter dem gealterten Bin Laden seine Haare und seine Stirn leihen - selbst das FBI wird das Bild nicht mehr einfangen können.

sac/dpa/AP/AFP/Reuters

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19.01.2010 von Kognitive_Dissonanz: Wiedererkennung

Das macht doch nichts ... Wenn das FBI weitere, fortgeschrittene digitale Bearbeitungstechniken von OBL erstellt, weiss kein Mensch mehr wie der aussieht. Das FBI auch nicht. Vielleicht brauchen wir das auch gar nicht mehr [...] mehr...

17.01.2010 von herr hofrichter: Raubkopierer!

Elendige Raubkopierer! Das FBI gehört abgemahnt. mehr...

17.01.2010 von Bala Clava: Noticia actual

Das Eff bi Ei hat sich mittlerweile korrigiert und ein neues, aktualisiertes Fahndungsfoto herausgeben, das jede Verwechslung auschließen soll. Als kleine Entschuldigung an den spanischen Politiker ist der Beitrag auf Kastilisch [...] mehr...

17.01.2010 von juanth: Am Thema vorbei

Lieber Achim, ihre Kenntnisse zu Spanien stammen wohl aus den Comics. Die Falange ist sehr wohl noch aktiv und auch legal. Die PP hat mit der Falange genausoviel zu tuen, wie die CDU mit der NSDAP oder die SPD mit der SED. Es [...] mehr...

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