Von Matthias Kremp
Ab kommendem Freitag versucht sich YouTube als Online-Filmverleih. Mit dem Beginn des Sundance-Filmfestivals in Park City, Utah, sollen auf der Videoplattform einige Filme im Streaming-Verfahren und in voller Länge zum Verleih bereitstehen. 3,99 Dollar sollen Filmfans pro Video zahlen und bekommen dafür das Recht, den Film während einer 48-Stunden Periode zu sehen. Vorerst können nur US-Bürger das Angebot nutzen.
Doch es gibt noch weitere Einschränkungen, die es unwahrscheinlich machen, dass YouTube mit seinem Verleihangebot etablierten Online-Videotheken ihren Rang streitig machen könnte. So will das Unternehmen vorerst nur fünf Filme aus dem Festivalprogramm von 2009 und 2010 verfügbar machen. Und selbst diese Filme sollen lediglich während das Sundance-Festival läuft, also vom 22. bis zum 31. Januar, online verfügbar sein. Zusätzlich will YouTube Verleihvideos aus den Bereichen Gesundheit und Erziehung anbieten.
Gerüchte über Verhandlungen von YouTube mit US-Filmstudios kursierten bereits im September 2009. Schon damals war von vier Dollar Leihgebühr die Rede. Allerdings gingen die Vermutungen Ende 2009 noch in die Richtung, dass YouTube Blockbuster im Verleih anbieten werde, um Online-Videoangeboten wie Netflix oder Hulu entgegenzutreten. Gegen deren Filmarchive mit bis zu 14.000 Titeln nimmt sich YouTubes Vorstoß allerdings ausgesprochen bescheiden aus.
Gut möglich aber auch, dass der bescheidene Start mit Independent-Filmen als eine Art Betatest gedacht ist, mit dem geprüft werden soll, ob Filmauslieferung und Bezahlsystem so funktionieren wie erhofft. Wenn alles klappt und es keine Pannen gibt, könnte YouTube seine Erfahrungen aus dem Sundance-Filmverleih als Argument bei Verhandlungen mit großen Studios wie Sony, Warner Bros. und Universal einbringen.
Wird YouTube endlich profitabel?
Für die kommenden Wochen jedenfalls sei es geplant, weitere Partner für das Verleihangebot zu finden. Beim Sundance-Festival will das Unternehmen Independent-Filmemacher dafür gewinnen, ihre Kreationen online zu veröffentlichen. Im Gegensatz zum bisherigen Prozedere, bei dem YouTube solche Aktionen durch Werbeeinblendungen zu finanzieren versuchte, soll der Verleih höhere Einnahmen generieren und den Anbietern vor allem mehr Kontrolle über ihre Angebote geben, beispielsweise indem sie Leihdauer und Preis selbst festlegen. Welchen Teil der Einnahmen aus diesem Geschäft YouTube für sich behält, hat der Konzern nicht preisgegeben.
Daran, das YouTube mit seinem Filmverleih Geld verdienen wird, glaubt Analyst Douglas Anmuch von Barclays Capital allerdings ganz sicher. Für das laufende Jahr erwartet er für YouTube Einnahmen in Höhe von 700 Millionen, was einem Zuwachs von 55 Prozent gegenüber 2009 entspräche. YouTubes Ansehen im Google-Konzern dürfte durch einen solchen Einnahmezuwachs sicher positiv beeinflusst werden. Schließlich hat das Suchmaschinenunternehmen vor drei Jahren 1,76 Milliarden Dollar für das Videoportal gezahlt, konnte damit bisher aber noch keine nennenswerten Einnahmen verzeichnen. Leihvideos sind schon länger als Option im Gespräch, genau das zu ändern.
Filme ohne Flash
Neu ist dagegen, dass man künftig leichter auf YouTubes Angebot wird zugreifen können. Das Videoportal arbeitet derzeit an Möglichkeiten, seine Videos über den Web-Standard HTML5 abrufbar zu machen. YouTubes HTML5-Videoplayer wird vorerst aber noch als experimentell bezeichnet und funktioniert nur in zwei Webbrowsern, Apples Safari und Googles Chrome. Das dürfte keine böse Ansicht sein, sondern schlicht damit zu tun haben, dass diese beiden Browser HTML5 bereits seit einiger Zeit unterstützen und vor allem das Videoformat h.264 beherrschen. Microsofts Internet Explorer kann man die nötigen HTML5-Funktionen nachrüsten, indem man Google ChromeFrame-Plug-in installiert.
Dabei soll HTML5 eigentlich gerade die Installation von Plug-ins zum Videogucken im Browser obsolet machen. Wenn der Browser die entsprechenden HTML5-Techniken beherrscht, kann man beispielsweise auf Adobes Flash-Player verzichten, der in dem Ruf steht, reichlich Rechenleistung zu verschlingen. Der Verzicht auf Flash macht derzeit aber auch den Verzicht auf einige andere YouTube-Funktionen notwendig. So kann YouTube per HTML5 noch keine Werbung ausliefern, keine Untertitel oder Notizen anzeigen und auch keine Vollbildvideos ausgeben.
Da diese Fähigkeiten fehlen, verliert der neue Player einiges an Attraktivität, vor allem für YouTube, weil ohne Werbung natürlich auch kein Geld eingenommen werden kann. Aber natürlich haben sich die YouTube-Entwickler vorgenommen, die fehlenden Features in den kommenden Monaten nachzuliefern. Wer einen der unterstützten Browser hat und die neuen HTML5-Videos ausprobieren will, kann den neuen Player über eine dafür eingerichtete HTML5-Vorschaltseite aktivieren.
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kann ich nicht nachvollziehen... ich hab mit beiden systemen gearbeitet und nie probleme gehabt. vorallem bei apple kann ich das nicht verstehen, die integration funktioniert hervorragend. mehr...
Oder gleich auf die HDD ziehen - spart auch Frust. mehr...
für den Hinweis :) Geht aber nicht nur den "Teenagern" so. Besonders Sony Entertaiment nervt da oder wie die sie sich nennen. Gab da mal ein schönes Video von nem gelangweilten US-Soldaten der ne [...] mehr...
Benutz einen Proxy dann hat sich das meiste des Irrsinns gegessen. Die Gemma ist nun einmal eine mächtige Gesellschaft, die darauf steht Videos die von Teenagern in tagelanger Arbeit gebaut wurden zu verbieten. Weil die Teenager [...] mehr...
Die sollten lieber mal dafür sorgen das endlich dieser Copyrightwahnsinn aufhört. Alle naselang gehen mir Vids aus meiner Favouritenliste stiften weil wieder irgendwer sich wegen seinem Copyright auf den Fuss getretten fühlt und [...] mehr...
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