Von Richard Meusers
Google und Apple mögen einander nicht mehr besonders, darum werden dem Suchmaschinisten auch Knüppel jeder Art zwischen die Beine geworfen, wenn er seine Telefon-Software Voice in Apples Software-Lädchen unterbringen will. Das Programm wurde bis heute nicht für den App Store zugelassen. Von dieser Säuberungsaktion waren auch andere Anbieter wie VoiceCentral betroffen.
Macht nichts, fanden die Google-Entwickler, gehen wir eben einen anderen Weg. Und veröffentlichten jetzt eine Voice-Version fürs iPhone, die direkt über den Browser funktioniert. So können auch die Besitzer des Hype-Handys mit einer interaktiven Tastatur auf dem Display nicht nur zum Nulltarif telefonieren, sondern außerdem auch Sprachnachrichten abrufen. Um die netzgestützte Applikation zu nutzen, muss der Anwender nichts herunterladen oder installieren. Und die "Google-Nummer", die gleichzeitig zu Hause, im Büro und unterwegs gilt, ist nicht nur fürs iPhone (ab Version 3.0) zu nutzen. Auch auf dem Palm mit webOS soll die Anwendung anstandslos laufen.
Ob Apple nun will oder nicht, iPhone-Besitzer haben nun eine wirkliche Auswahl, welchen Telefondienst sie verwenden wollen. Damit ist die restriktive Beschränkung auf zugelassene Apps aufgebrochen, die Zwangsjacke des App-Internets ein wenig gelockert worden.
Google Code und Sourceforge blockieren Achse des Bösen
Doch es gibt nicht nur gute Nachrichten aus Mountain View. Die Programmierplattform Google Code, auf der sich Entwickler über APIs und technische Ressourcen austauschen können, blockiert seit neuestem User aus sogenannten Schurkenstaaten. Wer also das Pech hat, die Seite mit einer IP-Adresse aus Kuba, Iran, Libyen, Nordkorea, dem Sudan oder Syrien anzusteuern, muss leider draußen bleiben.
In gleicher Weise legt auch die Open-Source-Plattform Sourceforge den Sperrriegel für diese Länder vor. Offensichtlich hatte das US-Außenministerium in der Angelegenheit massiv Druck gemacht. Das ist umso erstaunlicher, als sich Außenministerin Hillary Clinton erst vor wenigen Tagen für ein zensurfreies Internet starkgemacht hatte. Vom Software-Portal Sourceforge gibt es inzwischen auch eine recht zerknirschte Erklärung der Sperrmaßnahmen. Man handele lediglich in Übereinstimmung mit den US-Gesetzen, erklärte "Community Editor" Lee Schlesinger in seinem Blog: "Als eines der ersten Unternehmen, das die Einführung und Verbreitung von freien Open-Source-Programmen vorantreibt, (...) stößt uns die Beschränkung des freien Informationsflusses sauer auf. Aber auch wir leben in der wirklichen Welt und werden von den Gesetzen des Landes bestimmt, in dem wir leben. (...) Wir bedauern zutiefst, dass diese Sanktionen auch solche Personen betreffen, die keinerlei böse Absichten hegen."
Google Toolbar telefoniert selbst nach Abschaltung nach Hause
Und auch das, was "Ars technica" von der Google Toolbar zu berichten weiß, stimmt den Netzbewohner nicht froh. Denn das beliebte Helferlein, das für Nutzer von Internet Explorer und Firefox allerlei nützliche Funktionen vereint, offenbart bei näherem Hinsehen eine unschöne Eigenschaft. Dass Google-Programme gern nach Hause funken und den Suchmaschinisten mit vielen Informationen über das jeweilige Nutzerverhalten versorgen, ist bekannt. Dass aber die Toolbar dies selbst dann tut, wenn sie deaktiviert wurde, eher weniger.
Das hat der Harvard-Jurist Ben Edelman, ansonsten auf den Kampf gegen Ad- und Spyware spezialisiert, herausgefunden. Auch nachdem er die Toolbar ausgeschaltet hatte, konnte er mittels eines Traffic-Sniffers feststellen, dass die Adressen besuchter Web-Seiten an Google gesandt wurden. Google zufolge handelt es sich dabei jedoch um einen Software-Fehler, von dem nur ein kleiner Teil der Nutzer betroffen sei. Die Lösung sei denkbar einfach, Anwender müssten nur ihren Browser beenden und neu starten.
Echtzeit-Ortung dank E-Pass
Der elektronische Pass, der allerlei zusätzliche Daten über seinen Besitzer enthält, kann zur Erstellung von Bewegungsprofilen genutzt werden. Wie "The Register" berichtet, haben Forscher der University of Birmingham eine Sicherheitslücke in den in mittlerweile über 50 Ländern verwendeten Ausweisdokumenten entdeckt. Diese erlaubt es Angreifern, ohne Kenntnis der Verschlüsselungscodes, nur mit Hilfe des RFID-Chips, den jeweiligen Aufenthaltsort des Passbesitzers in Echtzeit zu orten. Dazu müssen sie nur alle Geräte überwachen, die mit dem im Pass enthaltenen RFID-Chip interagieren oder aber selbst kleine Geräte an wichtigen Orten wie Hauseingängen anbringen.
Schon früher demonstrierten Sicherheitsexperten, wie die vermeintlich geschützten Daten auf den E-Pässen mit nur geringem technischen Aufwand schnell und einfach auch von Unbefugten ausgelesen werden können.
China lässt Android frei - beinahe
Die chinesischen Regierungsverantwortlichen haben nach den jüngsten Auseinandersetzungen mit Google und der US-Regierung zum Thema Internetzensur Kreide gefressen. Natürlich könnte Google sein Handy-Betriebssystem Android ohne Abstriche auch in China anbieten und verwenden.
" Chinas Telefonmarkt ist frei", erklärte ein Sprecher des Informationsministeriums. Selbstverständlich würde Android nicht blockiert werden, solange es in Übereinstimmung mit den chinesischen Gesetzen genutzt würde. Zu dumm, dass die eben wieder Zensur und Sperren für alle möglichen unliebsamen Inhalte vorsehen.
Außerdem:
Auf anderen Social Networks posten:
Google Voice läuft zur Zeit nur in den USA auf dem iPhone vgl. http://www.macnotes.de/2010/01/28/notizen-vom-28-januar-2010/ mehr...
Ich habe den von Google angegebenen Link soeben ausprobiert. Auf meinem iPhone 3GS erscheint die Meldung, dass der Service mit diesem Telefon nicht funktioniert. mehr...
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