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01.02.2010
 

Netzwelt-Ticker

Apple-Boss erklärt Google den iWar

Von Richard Meusers

Steve Jobs ist in Geberlaune und teilt kräftig aus, spottet und schimpft über Google und Adobe. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Verwirrung um deutsches iPad-Angebot und Handy-Telefonie sowie die löschbaren IP-Adressen des BKA.


Vor Kraft kaum laufen können ist eine dieser Floskeln, um jemanden zu beschreiben, der vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. Das aktuelle Verhalten von Apple-Boss Steve Jobs beschreibt sie recht genau. Er ist nach der von der Jüngergemeinde herbeigesehnten Vorstellung des iPads richtig angriffslustig. Die ganze Konkurrenz bekommt ihr Fett weg.

"Googles 'don't be evil'-Mantra ist Schwachsinn!", ätzte der Firmenchef jetzt. Während einer Zusammenkunft mit Mitarbeitern auf dem Apple-Campus in Cupertino geriet er richtig in Fahrt, als die Sprache auf Google und Adobe kam. Googles Eintritt in den Handy-Markt sei nichts anderes als eine Kriegserklärung gegenüber dem iPhone. Apple plane daher eine Reihe von Updates, mit denen der Suchmaschinist kaum mithalten könne. Dieser Kampf werde ohne Rückzug geführt. Hier fiel dann auch die "Schwachsinn"-Bemerkung.

Kaum besser kam Adobe weg. Alle möglichen Leute beschweren sich, dass weder auf dem iPhone noch dem iPad Flash laufe? Das sei kein Wunder, so Jobs. Zunächst gehöre die Zukunft ohnehin dem HTML5-Standard, der das Abspielen von Video-Clips direkt im Browser ohne Plug-ins erlaubt. Das von Adobe gelieferte Plug-in sei überdies fehlerhaft, nicht selten sei nämlich dieser Programmzusatz dafür verantwortlich, wenn Mac-Systeme abstürzten.

Adobe hingegen beklagt diese Aussperrung und beharrt, ohne sein Flash-Plug-in könne man 70 Prozent der Online-Spiele nicht erreichen und auch nicht 70 Prozent der Videos im Netz. Eine Äußerung, die Adobe-Mann Adrian Ludwig möglicherweise bereut hat, denn in den Kommentaren zu seinem Beitrag wird überdeutlich auf die Schwachstellen von Flash hingewiesen. Nicht nur, dass es ein Ressourcenfresser sei, der jeden Akku binnen kurzem in die Knie zwingt, er laufe ansonsten noch nicht einmal stabil. So sei Flash nichts als ein "Witz".

Kaum da, schon wieder weg: T-Online ohne iPad

Das hatten ja alle schon vorausgesehen, dass bei Apple der Dollar-Euro-Kurs 1:1 umgerechnet wird. Jedenfalls konnte der geneigte Kunde das der kurzfristig online gegangenen Auslobung des iPad bei T-Online entnehmen. Dort wurden die Geräte in der UMTS-freien Version für 499, 599 oder 699 Euro angeboten, je nach eingebautem Speicher von 16, 32 oder 64 Gigabyte. Doch kaum war das Angebot da, war es Freitagabend schon wieder verschwunden. Nur noch der Screenshot bei "Golem" zeugt von der Telekom-Offerte.

Andere Anbieter haben das iPad noch im Programm oder bieten die Möglichkeit zur Vorbestellung an, allerdings werden keine Preise genannt. Auch Apple Deutschland begnügt sich mit der dürren Mitteilung: "Die Preise für Deutschland werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben." Also wird noch ein Weilchen Geduld nötig sein. Steve Jobs hatte bei der Vorstellung in der vergangenen Woche angekündigt, das iPad solle in der UMTS-freien Variante Ende März herauskommen, Geräte mit UMTS-Ausstattung einen Monat später.

BKA-Chef: "Löschen einer IP-Adresse" nicht ausreichend

Und dann war da noch BKA-Chef Jörg Ziercke, der sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" zu den unterschiedlichsten Arten der Bedrohung ausließ. Zum Thema Internetsperren befragt, befürwortete er diese nachdrücklich, diese würden "abschreckend" wirken, auch wenn sie nicht "zum Verschwinden der schrecklichen Bilder aus dem Internet" führten, wie er einräumte. Das "alleinige Löschen einer IP-Adresse" sei nicht ausreichend. Vor dem nächsten Interview zum Thema sollte er wohl noch einmal seinen IT-Referenten kommen lassen.

Vor dem Beten Fingerprint

Auf der Höhe der Zeit zeigt sich die katholische Kirche in Polen. Dort hat ein Pfarrer in seiner Kirche einen Fingerabdruck-Scanner installiert. Damit kann der Gottesmann nun den Kirchbesuch seiner Schäfchen besser überwachen. Erste Zielgruppe von Pfarrer Grzegorz Sowa sind die Kinder, die vor der Firmung regelmäßig an der Messe teilnehmen müssen. Das Echo ist unter den Eltern gemischt. Manchen gefällt die Idee, andere halten es für eine Maßnahme wie in einem Polizeistaat und verbieten ihren Kindern, das Gerät zu benutzen, wie die "Gazeta Wyborcza" berichtet. Pfarrer Sowa versteht die Aufregung nicht. Die Daten würde ja nicht gespeichert, außerdem könne jeder wie bisher die Unterschrift des Priesters auf einem Anwesenheitszettel bekommen.

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insgesamt 4 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
11.02.2010 von HuFu: War?

Wann erklären die mündigen Bürger Herrn Jobs den "Nichtkaufenapfelwar"? mehr...

11.02.2010 von window: Warum immer der Akku?

Nicht dass ich Ihnen bezüglich Steve Jobs Gebahren widersprechen würde, er scheint mir ein wenig zu großkotzig und er scheint das weiter ausbauen zu wollen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das Akku-Argument langsam nicht [...] mehr...

01.02.2010 von cheknuf: IPhone versus N1

Herr Jobs macht sich ernsthaft über´s N1 von Google (http://cli.gs/nN5vWQ) lustig? Wie tauscht man z.B. beim IPhone die Batterie aus? Entweder man ist Bastler und folgt Anleitungen im Internet (dann dürfte man beim ersten Versuch [...] mehr...

01.02.2010 von Core Dump: Der Steve, das Flash, und Google, etwas...

... HTML5, und fertig ist der neue Psalm vom Goetterboten. Wiso will jeder Flash im moment? Weil man damit Filme schauen kann. Youtube, Y*up*rn und so... Was bringt HTML5 welches Reverand Steve so beschwoert? Richtisch, den [...] mehr...

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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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