New York - Der Internetkonzern Google will laut mehreren US-Medien, darunter die "New York Times" und das "Wall Street Journal", dem Kurznachrichtendienst Twitter mit einem eigenen Angebot Konkurrenz machen. Laut "Wall Street Journal" sollen Nutzer von Google Mail demnächst wie bei Twitter oder Facebook Statusupdates und kleine Botschaften über Aktivitäten an ihre Kontakte verschicken und deren Nachrichten beobachten können. Google wolle auch seine Video-Plattform YouTube sowie die Foto-Site Picasa in den neuen Dienst einbinden.
Das IT-Blog "Techcrunch" orakelt hingegen: "Das neue Produkt geht weit über eine Integration in Google Mail hinaus." Was immer das heißen mag, klar ist: Die Nutzerbasis des eigenen Maildienstes ist Googles größter Schatz im Wettbewerb um das soziale Netz. Hier liegt der Web-Konzern ansonsten nämlich weit hinter Konkurrenten wie Facebook, MySpace und Twitter zurück. Dabei ließe sich Google Mail durchaus sozialer machen, schließlich schart hier jeder Nutzer sein soziales Umfeld um sich. Jede Nachricht ist ein Hinweis auf eine wie auch immer geartete Verbindung, das Adressbuch ist eine rudimentäre Freundesliste.
Für die Suchmaschinenkonzerne sind die neuen Echtzeit-Dienste eine wichtige Erweiterung ihres Suchraumes: Tweets, Status-Updates und vor allem auf diesem Weg verschickte Links sind ein guter Gradmesser dafür, worüber man im Netz zu einem gegebenen Zeitpunkt spricht.
Die Herausforderung für Google ist nun, seinen E-Mail-Dienst um neue Funktionen zu ergänzen, dabei aber nicht die Nutzer zu verschrecken, die einfach nur E-Mails versenden wollen. Der Datenschutzaspekt dürfte den Google-Entwicklern bei einem solchen Vorhaben auch Kopfzerbrechen bereiten. Schließlich wird kaum jemand es gern sehen, dass aus dem privaten Adressbuch ein Netzwerk gebastelt wird.
Ein radikaler Umbau von Googles E-Mail-Dienst ist also unwahrscheinlich, leichte Veränderungen scheinen plausibler.
Laut dem Statistikdienstleister Comscore ist Google Mail der drittgrößte E-Mail-Dienst weltweit. Im Juli 2009 hatte die drei größten Dienste laut Comscore so viele Nutzer:
Zum Vergleich: Facebook hat weltweit mehr als 400 Millionen registrierte Nutzer.
lis/dpa
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