Von Felix Knoke
Microsoft will sein E-Mail- und Kommunikationszentrum Outlook an die immer erfolgreicher werdenden sozialen Netzwerke anschließen. Eine nun veröffentlichte Beta-Version des Outlook Social Connectors holt sich zu den Kontakten im Adressbuch die jeweils passenden Statusmeldungen aus LinkedIn und künftig auch aus Facebook und MySpace. Wer eine E-Mail eines Facebook-Kollegen erhält, sieht zusätzlich zu dessen E-Mail-Adresse und Profilbild auch einen Status-Einzeiler: "Bin Mittag mit Tina, Prost." Bis Mitte des Jahres soll das Connector-Add-on auch selbst Status-Updates verschicken können.
Ist das als Angriff auf Googles Social-Network-Initiative Buzz zu verstehen? Sicherlich nicht: Die ersten Nachrichten zum Connector gab es schon im November 2009, lange vor Google Buzz. Die Integration sozialer Netzwerke zeigt vielmehr, wie wichtig die rasant wachsenden Plattformen selbst für Branchenschwergewichte sind. Soziale Netzwerke sind die Orte, an denen Surfer ihren Netzalltag verbringen. Das heißt für Microsoft aber auch: Desktop-Software (im Gegensatz zu Programmen, die im Web-Browser laufen) verliert umso mehr an Stellenwert, wie sie sich nicht an den ganz normalen Netzalltag anschließen kann. Das Social-Connector-Add-on ist auch der Versuch, Desktop-Software zu retten - etwa vor Googles schlanken, schnellen, hochvernetzten Online-Anwendungen.
Und so lästert der Epicenter-Blog von "Wired": Mittwoch sei ein guter Tag für Google. Denn das Unternehmen würde seine Webdienste nur zu gern in mehr Unternehmen im Einsatz sehen - und mit der Einbindung von sozialen Netzwerken gebe Microsoft allen Firmen-Administratoren die beste Ausrede, Outlook wegen ablenkender Funktionen endlich aus dem Büro zu werfen.
Studie: Facebook überholt Yahoo
Wie wichtig sind soziale Netzwerke wirklich? Glaubt man den Hochrechnungen von Compete.com und Alexa.com, hat das soziale Netzwerk Facebook (400 Millionen Mitglieder) nun zum ersten Mal mehr Besucher als der langjährige Platzhirsch Yahoo.com - laut Compete.com in den USA, laut Alexa.com sogar weltweit.
Beide Marktforschungsunternehmen nutzen eine von ihnen vertriebene Browser-Toolbar, die einzelne Surfer beobachtet, beide bringen diese Daten mit anderweitig erhältlichen Surfstatistiken zusammen und schließen daraus relativ undurchsichtige Website-Ranglisten. Die Ergebnisse sollten also eher als grobe Richtungsanzeige benutzt werden.
Neues iPhone, mehr Versicherungsbetrug
Um an das neueste Modell ihres Handys zu kommen, greifen viele iPhone-Besitzer zu Gewalt und Versicherungsbetrug, sagt ein Versicherungsunternehmen dem britischen Fernsehsender Sky News. Wann immer Apple ein neues iPhone-Modell präsentierte, nahmen die Schadensmeldungen bezüglich alter Modelle sprunghaft um 50 Prozent zu: Mit dem durch den Versicherungsbetrug gewonnen Geld wollen die Kunden die neuen Modelle kaufen, vermutet das Versicherungsunternehmen Supercover Insurance. Um funktionstüchtige Geräte als defekt melden zu können, greifen die iPhone-Kunden angeblich zu drastischen Mitteln: Sie schlagen mit dem Hammer zu, schleudern das Smartphone auf den Asphalt oder fahren mit dem Auto drüber. Vier von zehn Schadensmeldungen seien "verdächtig", sagt das Unternehmen.
Gericht kassiert Knipsgebühr
Das Brandenburger Oberlandesgericht hat die sogenannte Knipsgebühr für Potsdamer Kulturdenkmäler gekippt. In einem Berufungsverfahren wiesen die Richter am Donnerstag Klagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gegen zwei Fotoagenturen und einen Fotografen auf Unterlassung und Schadenersatz ab. Laut Gericht gibt es kein Vorrecht des Eigentümers auf Verwertung der Bilder seines Eigentums.
Die Stiftung hatte das ausschließliche Recht an Fotos und deren gewerblicher Verwertung beansprucht. Das Gericht entschied, dass der Fotograf das Recht habe, "wirtschaftlichen Nutzen aus seinen Fotos und Filmen zu ziehen". "Andernfalls wäre risikofreies Fotografieren und Filmen nur noch in den eigenen vier Wänden und auf hoher See möglich." Außerdem hätten die Länder Berlin und Brandenburg der Stiftung die Parks und Schlösser übertragen, damit diese "gepflegt, bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht" werden.
ddp
Die 25 gefährlichsten Programmierfehler
Computerexperten von 30 Organisationen weltweit haben eine Liste der 25 gefährlichsten Programmierfehler zusammengetragen - und einen Vorschlag unterbreitet, wie Softwarekunden gegen derlei schlecht programmierte Programme vorgehen könnten.
Die jährlich veröffentlichte Liste - eine Initiative diverser Organisationen und Sicherheitsexperten in den USA und Europa - nennt "die weitverbreitetsten und schlimmsten Programmierfehler, die ernsthafte Sicherheitslücken verursachen können". Oft seien sie leicht zu entdecken und ebenso leicht auszunutzen. "Sie sind gefährlich, weil sie Angreifern oft genug erlauben, ein Programm fernzusteuern, Daten zu stehlen oder Software komplett lahmzulegen."
Und weil Programmierer nichts dazulernen - oder keine Zeit, kein Geld dafür bekommen - ähnelt die Liste 2010 der Liste aus dem vorherigen Jahr ganz erstaunlich. An erster Stelle stehen wieder Fehler, die Cross-Site-Scripting ermöglichen. Auch sogenannte SQL-Injektion und Pufferüberlauf-Fehler zählen wieder zu den häufigsten Hacker-Einfallstoren.
Also, was tun gegen schlecht programmierte Software? Sans.org veröffentlicht einen Vertrag, " mit dem Softwarekäufer und -nutzer zurückschlagen können". Programmierer sollen mit diesem Dokument garantieren, dass sie die 25 gefährlichsten Fehler nicht gemacht haben und haften damit für ihren Code.
Service für Einbrecher
Ein kleiner Internetdienst verzückt die Nerdwelt: Pleaserobme.com sammelt Ortsangaben von Twitter-Nutzern ein, die sogenannte location-based Dienste wie Foursquare nutzen: "Ich habe mein Zuhause verlassen und mich beim Caféhaus Neustadt eingecheckt." Pleaserobme.com verrät potentiellen Einbrechern, wer gerade nicht zu Hause ist - das alles, freilich, um unbedarfte Surfer wachzurütteln: Teile doch nicht der ganzen Welt die ganze Zeit mit, wo du dich gerade aufhältst.
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