Von Felix Knoke
Eigentlich werden die besten Filme des vergangenen Jahres erst in zwölf Tagen prämiert. Doch schon vor der großen Oscar-Preisverleihung stehen 45 Hollywood-Gewinner fest. Ausgezeichnet wurden aber nicht Schauspieler oder Regisseure, sondern Personen, die sich mit wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen um das Kino verdient gemacht haben. Auch einige Deutsche konnten bei den "Sci-Tech-Awards", auch bekannt als Techniker-Oscars, abräumen.
Wie der "Sydney Morning Herald" berichtet, erhielten die Preisträger am Samstag ihre Auszeichnungen für die Entwicklung esoterischer klingender Techniken wie Ambient Occlusion (eine Methode zur Schattenberechnung in der Trickfilm-Produktion), für neue Entwicklungen bei Digital Intermediates im Postprocessing (der digitalen Nachbearbeitung von Filmaufnahmen) und der Sub-Pixel-Versetzung, mit der feinere Bilder gezeichnet werden können. Man sieht: Es gibt keine Fertigkeit, die so exotisch wäre, dass man dafür nicht wenigstens einen Preis bekommen könnte.
Weitere Auszeichnungen gab es für die Verbesserung beim Motion-Capturing (der digitalen Aufzeichnung von Bewegungen) und bei Hochleistungsscannern, mit denen Schauspieler digitalisiert werden können. Die deutschen Preisträger wurden für die Entwicklung von Filmscannern und einer verbesserten Farbdarstellung, etwa von Kinofilmen auf HD-Fernsehern mit der "Scientific & Technical Awards"-Plakette geehrt. Eine Liste aller - ausschließlich männlichen - Preisträger findet sich auf der Oscars-Homepage.
Eine selbst auszeichnungswerte Würdigung für die Filmtechniker fand die Schauspielerin Elizabeth Banks, die der Veranstaltung moderierend Hollywood-Glanz verlieh: Mit "Ich applaudiere Ihrem Nerd-tum!" fand die Actrice die absolut passenden Worte. Womit die sogenannten Sci-Tech-Awards ihren neuen Spitznamen weg haben dürften: Nerd-Oscars.
Chinas Staatspräsident eröffnet Microblog - und verschwindet wieder
Bizarr, bizarr: Was hat es mit dem kurzen Microblogging-Abenteuer von Chinas Staatspräsidenten Hu Jintao auf sich? Der eröffnete Anfang Februar zunächst unbemerkt eine Profilseite auf einer chinesischen Twitter-Alternative auf dem Web-Angebot eines Parteiorgans der Kommunistischen Partei Chinas, der Volkszeitung Renmin Ribao. Am Montag berichteten dann staatliche Medien darüber, obwohl es nichts zu berichten gab: Hu war zwanzig Tage untätig geblieben, es gab nichts zu sehen. Doch obwohl er keine einzige Kurznachricht verfasste, trugen sich Tausende Chinesen als Abonnent in Hu Jintaos Microblog ein.
Vergeblich: Einen Tag später war das Konto gelöscht. Was war passiert? Ist der Server unter dem Ansturm zusammengebrochen, wie eine Zeitung vermutet, oder war die ganze Twitter-Aktion nicht vielleicht doch nur ein Versehen?
Als sich Hu Jintao am 20. Juni 2008 einem Online-Chat auf der Zeitungswebsite people.com.cn stellte, eröffnete er ein Online-Konto für das Web-Angebot. Knapp zwei Jahre später, mit dem Start des chinesischen Microblogging-Dienstes, wurde dieses einfache Mitgliederkonto nun automatisch an den Microblogging-Dienst angeschlossen. Für diese Erklärung spricht auch, dass Hu Jintaos Konto, obwohl von den people.com.cn-Leuten als authentisch eingestuft, nur von einer Platzhalter-Grafik geschmückt wurde - ein offiziell mikrobloggender Staatschef hätte sicherlich ein richtiges Foto von sich einstellen lassen statt einer Birne, der ein Licht aufgeht (siehe linke Spalte).
Wie auch immer, schreibt "Times Online", das alles sei eine Riesenblamage für das Online-Angebot.
Wal-Mart wird Online-Filmverleih
Der US-Supermarktriese Wal-Mart stürzt sich ins Geschäft um Online-Videos: Am Montag verkündete das Unternehmen, derzeit den Kauf des Online-Videovertriebs Vudu zu verhandeln. Wer einen internetfähigen Fernseher oder Blu-Ray-Player besitzt, kann über das Vudu-Videoarchiv Filme streamen.
Alle amerikanischen Medien berichten über den Kauf - im Gegensatz zu Deutschland ist Wal-Mart in den USA eine Marktmacht, das Video-Engagement vielleicht Vorzeichen einer Verschiebung im Markt für Online-Videos. Wal-Mart geht damit in direkte Konkurrenz zu erfolgreichen Angeboten wie dem Online-Videoverleihen von Netflixx, Amazon und Filmangeboten wie Apples iTunes. Dem einstigen Exotenthema Film-Streaming wird ein erhebliches Potential zugetraut: Mittelfristig dürften solche On-demand-Angebote Filmträger wie DVD und Blu-ray beerben und ersetzen.
FTC warnt 100 Unternehmen vor peinlicher P2P-Datenpreisgabe
Die US-Handelskommission FTC hat sich mit einer peinlichen Warnung an 100 Organisationen gewendet, die unabsichtlich sensible Daten in Filesharing-Netzwerken preisgeben. So etwas passiert, wenn Mitarbeiter veraltete Filesharing-Programme nutzen und ganze Verzeichnisse zum Upload freigeben.
Wer nicht aufpasst, stellt damit seine gesamte Festplatte anderen Filesharern zur Verfügung - in den von der FTC ermittelten Fällen auch Mitarbeiter- und Kundendaten von öffentlichen und privaten Einrichtungen, Schulen und Behörden. Welche Einrichtungen konkret gewarnt wurden, verriet die FTC nicht.
Vermessung der Twitterwelt
Wie groß, wie beliebt ist das Twitter-Universum? Bisherige Hochrechnungen von außenstehenden Marktforschungsunternehmen waren immer schwierig - jetzt hat einer der Twitter-Hausstatistiker ein paar Daten veröffentlicht. Zu sehen vor allem: Eine seit Frühling 2009 stark ansteigende Kurve der Kurznachrichten pro Tag. Heute werden 50 Millionen Nachrichten pro Tag verschickt, nicht mitgerechnet die vielen Spam-Nachrichten von (identifizierten) Spam-Konten. Wie gesagt: Das alles sind Firmenangaben, zu überprüfen ist das alles nicht.
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Warum das denn nicht? "Nerd" ist doch LÄNGST kein Schimpfwort mehr!! Den Nerds gehört die Zukunft. (Hoffentlich liest mein Admin mit, dann lässt er mich evtl. wieder SPON bei der Arbeit lesen :) Und: Die Nerds [...] mehr...
Jedesmal wenn Spon das Wort "Nerd" in den Mund nimmt, was sie ja bei so ziemlich jeder Gelegenheit tun die mit Computern zutun hat, kann ich vor Fremdscham nur mit dem Kopf schütteln. Es ist einfach peinlich. Preise [...] mehr...
Was hat das mit Nerds zu tun? Das sind ganz normale Wissenschaftler und Ingenieure. Nur wenn man etwas nicht versteht, oder es einem kompliziert vorkommt, muss man Menschen, die sich damit auskennen nicht gleich als Nerd [...] mehr...
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